16.11.12

Nordenham

Demonstranten rüsten sich für Proteste gegen Atomtransport

Am Wochenende soll ein Transport aus England in Nordenham eintreffen. Trotz fehlender Bestätigung riefen Atomkraftgegner zum Protest auf.

Foto: dpa
Protest gegen Atomtransport nach Grohnde
Atomkraftgegner protestieren gegen den Transport plutoniumhaltiger Kernbrennstäbe quer durch Niedersachsen

Emmerthal/Nordenham/Grohnde. Atomkraftgegner rüsten sich für Proteste gegen einen weiteren geplanten Transport von acht plutoniumhaltigen Kernbrennstäben quer durch Niedersachsen. Sie gehen davon aus, dass das Schiff mit Brennelementen aus dem britischen Sellafield am Wochenende in Nordenham eintrifft. Die Brennelemente sind für das Atomkraftwerk Grohnde bei Hameln bestimmt. Mit zahlreichen Aktionen entlang der Strecke bis dorthin wollen die Aktivisten demonstrieren. Die Polizei und der Energieversorger Eon wollten sich zu dem Transporttermin nicht äußern.

In Grohnde sind am Freitagabend weitere Protestaktionen gegen den Transport radioaktiver Brennelemente nach Niedersachsen angelaufen. In der Nähe des Atomkraftwerks errichteten Umweltschützer mit Zelten und Wohnwagen ein Protestcamp, wie Tobias Darge von der Regionalkonferenz "Grohnde abschalten" mitteilte. Am Samstagmorgen wollten die Atomkraftgegner in der Umgebung des Camps drei "Dauermahnwachen" einrichten.

Auch in Nordenham war für Samstagvormittag eine Demonstration geplant. Bereits Freitagmorgen hatte Greenpeace in Grohnde mit einer Leuchtschrift-Projektion gegen den Transport demonstriert. Das mit acht Mox-Brennelementen beladene Transportschiff "Atlantic Asprey" hatte nach Angaben von Greenpeace in der Nacht zu Mittwoch den britischen Hafen Workington verlassen. Mit der Ankunft in Nordenham wurde für Samstag oder Sonntag gerechnet. Der Weitertransport der Kernbrennstäbe zum AKW Grohnde soll mit Lastwagen erfolgen.

Bereits am Freitagmorgen projizierte Greenpeace eine leuchtende Protestschrift auf den Kühlturm des AKW. Die Umweltschützer fordern von Ministerpräsident David McAllister (CDU), den Einsatz der aus Atommüll gewonnenen Brennelemente aus der Wiederaufarbeitungsanlage zu stoppen. "Ein schwerer Atomunfall ist mit diesen Kernbrennstäben wahrscheinlicher und hätte schlimme Auswirkungen für die Menschen", sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven.

In Nordenham und in Grohnde errichteten die Gegner Protest-Camps. Ab Samstag sind drei Mahnwachen an dem Atommeiler in der Nähe von Hameln geplant. "Wir erwarten mehrere hundert Leute", sagte Tobias Darge von der "Regionalkonferenz Grohnde abschalten". Rund 50 Bauern aus dem Wendland und dem Süden Niedersachsens werden sich mit ihren Treckern an den Aktionen beteiligen.

Der Transport ist bereits der zweite von Sellafield nach Grohnde. Ende September hatten zahlreiche Atomkraftgegner gegen die Ankunft der ersten acht Mischoxid-Brennelemente (MOX) demonstriert. Rund 1300 Polizisten waren im Einsatz, um den Transport über Wasser und an Land zu schützen. Für diese Mal hat die Anti-Atom-Bewegung heftigere Proteste angekündigt.

Wie beim ersten Mal soll die "Atlantic Osprey" die gefährliche Fracht nach Nordenham bringen. Zwei Spezial-Lastwagen werden diese dann weiter zum AKW bringen. Die genaue Route halten die Behörden geheim. Beim ersten Transport war der Ankunftstermin kurz vorher bekanntgeworden. Der Landrat des Kreises Wesermarsch, Michael Höbrink, steht im Verdacht, den Termin Journalisten genannt zu haben.

Der SPD-Politiker wies die Vorwürfe am Freitag zurück. Er habe lediglich nicht vertrauliche Informationen des Energieversorgers Eon zu möglichen Transportzeiträumen weitergegeben, hieß es in einer Pressemitteilung. Höbrink zeigte Innenminister Uwe Schünemann (CDU) und CDU-Fraktionschef Björn Thümler wegen übler Nachrede an. Außerdem beantragte er, dass die Staatsanwaltschaft die Ermittlungen gegen ihn einstellt.

dpa
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Umstrittener Atomstransport erreicht AKW Grohnde

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