Soziale Netzwerke

Google+ gegen Facebook: Mitglieder-Rennen schon vorbei?

Foto: HAO

Facebook hat weltweit rund 750 Millionen Benutzer. Google Plus erst 10 Millionen. Doch nach rasantem Start scheint Larry Pages gute Alternative schon die Luft auszugehen.

Hamburg. Es ist neu - es ist Google: Das soziale Netzwerk Google Plus ist zwar noch im Beta-Test, doch kommt das soziale Netzwerk bei den Facebook-frustrierten schon sehr gut an. Innerhalb eines knappen Monats meldeten sich schon 10 Millionen Benutzer an. Viele sind begeistert von dem System: gute Facebook-Eigenschaften übernehmen, schlechte ersetzen. So können Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen in übersichtliche Kreise geordnet werden. Die Angst, dass der Arbeitgeber mitbekommt, was man in seiner Freizeit macht, kann man dadurch verringern. Gerade nach der aktuellen Facebook-Chat-Umstellung sehnen sich viele Nutzer nach einer Alternative. Zwar hat Facebook mit weltweit rund 750 Millionen Nutzern noch eine deutlichen Vorsprung, doch Google bleibt optimistisch.

Auch wenn aktuelle Berichte von einem Rückgang der Besucher sprechen: Das US-Unternehmen Experian Hitwise berichtet in einer Studie, dass Google Plus derzeit in den USA weniger "Visits" erziele. Das bedeutet, dass angemeldete Nutzer weniger häufig auf ihren Account zurückgreifen und die Seite besuchen. In der Studie heißt es, dass Google Plus diese Woche in den Staaten rund 1,79 Millionen Visits verzeichnen konnte, knapp 70.000 weniger als in der vorherigen Woche. Da waren es noch 1,86 Millionen gewesen. Auch die Verweildauer ist angeblich von 5:50 Minuten auf 5:15 Minuten gesunken.

Google selbst äußerte sich nicht zu den Zahlen, wies aber darauf hin, dass es sich dabei nur um die reinen Besucherzahlen, nicht jedoch um die Zahlen der aktiven Benutzer handele. Google gab auch bekannt, dass Drittanbieter die Nutzerzahlen von Mobilen zugriffen, wie der App für das iPhone, noch die Interaktion mit anderen Google-Angeboten berücksichtigen würden.

Es bleibt also noch abzuwarten, ob weitere Facebook-Nutzer das soziale Netzwerk verlassen und zum Konkurrenten Google Plus wechseln werden oder ob die anfängliche Euphorie doch schon vorbei ist. (abendblatt.de)

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