20.01.13

Plagiatsaffäre

Kanzlerin: Rücktritt Schavans kommt nicht infrage

Merkel steht kurz vor Entscheidung in der Plagiatsaffäre offenbar fest zur Bildungsministerin. Rückendeckung auch aus der Wissenschaft.

Von HA
Foto: REUTERS
German Chancellor Merkel puts her hands on shoulder of Education Minister Schavan during Bundestag session in Berlin
Bundeskanzlerin Merkel (r.) steht zu Bildungsministerin Schavan

Berlin/Düsseldorf. Bundesforschungsministerin Annette Schavan (CDU) erhält kurz vor der Vorentscheidung in der Plagiatsaffäre Rückendeckung aus dem Kanzleramt und von namhaften Wissenschaftlern. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) stehe fest zu ihrer Vertrauten, zitiert der "Spiegel" eine nicht näher benannte Quelle aus der Regierungszentrale. Ein Rücktritt komme nicht infrage.

Auch aus der Wissenschaft erhält die Bildungsministerin Unterstützung: Der ehemalige Präsident der Humboldt-Universität Berlin, Christoph Markschies, sagte der Zeitung "Welt am Sonntag", er halte die Fehler in Schavans Dissertation für nicht drastisch genug, um den Doktorgrad abzuerkennen. "Die Mängel in der Arbeit sind offensichtlich, ich sehe jedoch keine Täuschungsabsicht", sagte Markschies.

Er habe die Doktorarbeit gelesen und viele der Vorwürfe geprüft. "Wenn die Universität Düsseldorf in diesem Verfahren den Titel entzieht, dann müsste sie sicherlich noch vielen anderen Personen den Doktorgrad entziehen", sagte er.

Schavan wird vorgeworfen, in ihrer 1980 verfassten Doktorarbeit "Person und Gewissen" Textpassagen unsauber übernommen und Quellen nicht klar gekennzeichnet zu haben. Die Ministerin hat wiederholt beteuert, ihre Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen erstellt zu haben. In einem im vergangenen Oktober bekannt gewordenen internen Prüfbericht wurde Schavan hingegen eine "leitende Täuschungsabsicht" bescheinigt.

Der Präsident der Universität Hamburg, Dieter Lenzen, kritisierte den Umgang mit Schavan. Es stelle sich die Frage, ob es moralisch und fair sei, wenn ein Schavan belastendes Gutachten in die Öffentlichkeit gelange und sie nicht die Chance einer Anhörung erhalte.

Der Experte für wissenschaftliches Arbeiten, Manuel Theisen von der Ludwig-Maximilians-Universität München, sieht die Universität Düsseldorf nach dem eindeutigen ersten Gutachten in Zugzwang: "Wenn die Prüfung einer Universität feststellt, dass es sich um einen Betrug handelt, dann ist die Entscheidung klar", sagte Theisen. So wäre es bei "jedem x-beliebigen Studenten. Für Frau Schavan kann es keine Ausnahme von der Regel geben".

Der Fakultätsrat der Universität Düsseldorf entscheidet an diesem Dienstag darüber, ob er ein Verfahren zur Aberkennung ihres Doktortitels einleitet. Nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung" soll die Hochschule den Plagiatsvorwurf abgeschwächt haben. Die zuständige Promotionskommission sei aber weiter dafür, ein Verfahren zur Aberkennung des Doktortitels einzuleiten.

Mit Material von dpa und dapd
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