18.01.13

Studie

Jeder fünfte Deutsche bezieht mittlerweile Ökostrom

Umwelt- und Klimaschutz ist für die Deutschen die zweitwichtigste Herausforderung der Gegenwart – nach einer guten wirtschaftlichen Lage.

Foto: dapd
Windkraftanlagen des Windparks Alpha Ventus in der Nordsee vor Borkum
Windkraftanlagen des Windparks Alpha Ventus in der Nordsee vor Borkum

Berlin. Die Deutschen investieren deutlich mehr Geld in erneuerbare Energien und setzen zunehmend auf Ökostrom. Das geht aus der am Freitag von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) in Berlin vorgestellten Studie zum Umweltbewusstsein in Deutschland 2012 hervor.

Die Umfrage ergab, dass bereits 12 Prozent der Deutschen in erneuerbare Energien investiert haben – dreimal so viel wie bei der letzten Erhebung 2010. Rund 20 Prozent beziehen Ökostrom (2010: 8 Prozent). 35 Prozent der Deutschen halten den Umwelt- und Klimaschutz für das wichtigste Problem der Gegenwart – damit rückt dieses Thema von Platz drei auf Platz zwei hinter der wirtschaftlichen Lage. 64 Prozent fordern, dass die Regierung mehr beim Umweltschutz tut.

Altmaier lehnt Abwrackprämie für Kühlschränke ab

Ein Wermutstropfen in der neuen Erhebung: Der Anteil der Bürger, die nicht benötigte Geräte zum Stromsparen oder überflüssige Lichtquellen abschalten, ging von 83 auf 74 Prozent zurück. Die Zahlen wurden aber vor der im Herbst durch die Steigerung der Ökostrom-Umlage aufgekommenen Strompreisdebatte erhoben. Altmaier lehnte eine Abwrackprämie für Kühlschränke ab – ebenso werde es vor der Bundestagswahl im Herbst keine Anreizprogramme mehr geben zum Kauf energiesparender Geräte.

Der Bund gebe aber 300 Millionen Euro zusätzlich für den Ausbau energiesparender Gebäudesanierungen – zudem gebe es Zuschüsse von bis zu 2000 Euro für Solarstrom-Speicher. Er betonte, in den letzten drei Monaten habe es mehr Debatten über Energieeffizienz gegeben als in den drei Jahren zuvor. Daher wachse die Bereitschaft vieler Bürger, dem Stromsparen mehr Aufmerksamkeit zu widmen. Sehr hoch ist weiterhin die Bereitschaft, den Müll zu trennen (77 Prozent).

Der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA), Jochen Flasbarth, betonte mit Blick auf die jüngsten Ergebnisse der alle zwei Jahre durchgeführten Erhebung: "Es gibt viele Länder, die uns dafür beneiden, dass es in Deutschland ein so hohes Umweltbewusstsein gibt". Die Zahlen seien ein wichtiger Indikator, was von der Politik im Umweltbereich durchzusetzen sei. Noch vor einigen Jahren sei Carsharing ein Feinschmecker-Thema gewesen. Heute sei 40 Prozent der Bürger die Option einer gemeinsamen Autonutzung bekannt.

Zunehmende Kritik gibt es an der "Siegelflut" bei Lebensmitteln. Über 60 Prozent halten die Informationen für schwer verständlich, 80 Prozent glauben nicht an die Produktversprechen. Zudem ist "Bio" nur etwas für bestimmte Einkommensklassen – rund ein Drittel kauft Bio-Produkte nicht, unter anderem weil sie oft zu teuer seien. "Im Kern misstrauen die Bürger diesen Siegeln", sagte Flasbarth. Sie seien bisher häufig nicht dazu geeignet, den Menschen mehr Orientierung zu geben.

Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten

Der Handel mit Verschmutzungsrechten (Emissionshandel) ist als Instrument für den Klimaschutz gedacht.

Dabei erhalten Unternehmen – von Kraftwerksbetreibern über die Automobilindustrie bis zu Fluggesellschaften – Emissions-Zertifikate, die sie zum Ausstoß einer bestimmten Menge Kohlendioxid berechtigen.

Nicht benötigte Papiere können sie zum Marktpreis weiterverkaufen.

Wer mehr CO2 ausstößt, als er Zertifikate besitzt, muss Papiere dazukaufen. Der Handel ist in Deutschland umsatzsteuerpflichtig.

Mit den Einnahmen aus CO2-Zertifikaten finanziert die Bundesrepublik Maßnahmen zur Energiewende.

Grundlage des europäischen Emissionshandelssystems ist das Kyoto-Protokoll von 1997, das 2005 in Kraft trat.

Der Vertrag legt verbindlich für insgesamt 190 Staaten Verpflichtungen zur Senkung von Treibhausgasen fest, darunter vor allem Kohlendioxid (CO2). (dpa)

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