Nur 18 Prozent würden Steinbrück zum Kanzler wählen

Berlin. So weit abgeschlagen war er noch nie: SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück liegt wenige Tage vor der Niedersachsenwahl im Vergleich mit Angela Merkel 41 Prozentpunkte hinter der Kanzlerin. Nur 18 Prozent würden ihn, könnte man den Regierungschef direkt bestimmen, zum Bundeskanzler wählen - für 59 Prozent ist dagegen Merkel die erste Wahl. Das ergab eine Forsa-Umfrage für "Stern" und RTL.

Der Absturz von Steinbrück zieht bei der Sonntagsfrage auch die SPD in Mitleidenschaft. Sie verliert zwei Punkte und kommt nur noch auf 23 Prozent - so viel wie bei der Bundestagswahl 2009, als sie ihr schlechtestes Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik eingefahren hatte. Die Union erreicht mit 43 Prozent (plus 1) den höchsten Stand unter Merkel. Die FDP erreicht drei Prozent (plus 1), die Grünen kommen auf 14 Prozent (minus 1) und die Linken auf acht Prozent (ebenfalls minus 1).

Steinbrück sagte, es überrasche ihn nicht, dass sich "die Turbulenzen der letzten Tage" in den Umfragen spiegelten: "Wenn jemand erwartet, dass man darüber in Depressionen verfällt, dann wäre das jedenfalls nicht den Maßstäben entsprechend, die ich an politische Professionalität stelle." Er werde sich nicht entmutigen lassen. SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier wies Spekulationen zurück, Steinbrück könnte nach einem schlechten SPD-Wahlergebnis in Niedersachsen als Kanzlerkandidat abgelöst werden.