15.01.13

Energiewende

Treibhausgasausstoß 2011 um knapp drei Prozent gesunken

Umweltminister Peter Altmaier mahnt dennoch zu weiteren Anstrengungen. Bundesumweltamt übt Kritik am europäischen Emissionshandel.

Foto: dpa
Braunkohlekraftwerk Jänschwalde
Die tief stehende Nachmittagssonne scheint auf die dampfenden Kühltürme des Braunkohlekraftwerks der Vattenfall AG im südbrandenburgischen Jänschwalde (Spree-Neiße)

Berlin. Deutschland hat 2011 weniger klimaschädliche Treibhausgase ausgestoßen. Gegenüber dem Jahr zuvor nahm der Ausstoß um 2,9 Prozent ab, was einem Rückgang von 27 Millionen Tonnen Kohlendioxid entspricht. Hauptgrund war das milde Wetter, wie das Bundesumweltministerium am Dienstag in Berlin unter Berufung auf Daten des Umweltbundesamts (UBA) mitteilte. Obwohl die Ziele des Kyoto-Protokolls damit voraussichtlich deutlich erfüllt werden, mahnte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) weiterhin entschlossenes Handeln an.

Im Kyoto-Protokoll, dessen erste Verpflichtungsperiode Ende 2012 auslief, hatte Deutschland eine Senkung des Treibhausgasausstoß um 21 Prozent gegenüber 1990 zugesagt. Bis Ende 2011 waren die Emissionen nun den Zahlen zufolge sogar um 27 Prozent gesunken.

Altmaier lobte die Entwicklung, betonte aber zugleich: "Die weitere Entwicklung ist aber kein Selbstläufer. Die Trendentwicklung zeigt, dass das Klimaziel der Bundesregierung von minus 40 Prozent bis zum Jahr 2020 zusätzliches Handeln erfordert."

Als Grund für den Rückgang führte das Ministerium vor allem die milde Witterung an, die insbesondere einen Rückgang der Emissionen in privaten Haushalten zur Folge gehabt habe. Verglichen mit 2005 habe der europäische Emissionshandel vergleichsweise wenig zur CO2-Minderung beigetragen: Die Kohlendioxid-Emissionen von Unternehmen der Industrie und Energiewirtschaft konnten seither insgesamt nur um etwa fünf Prozent gemindert werden, wohingegen die Emissionen der übrigen Sektoren seitdem um zehn Prozent sanken. Dies liege an dem krisenbedingten Preisverfall bei den Emissionszertifikaten, rügte das Ministerium.

Kritik am europäischen Emissionshandel

Auch der Chef des Umweltbundesamtes, Jochen Flasbarth, kritisierte, dass der Preisverfall beim Emissionshandel notwendige Investitionen in klimafreundlichen Technologien verhindern. "Daher sollte Deutschland in der EU darauf hinwirken, das EU-Emissionshandelsbudget anzupassen, damit der Energiesektor und Industrie mehr in den Klimaschutz investieren", betonte Flasbarth.

Flasbarth bezog sich damit auf einen Vorschlag der EU-Kommission, der vorsieht, 900 Millionen Emissionszertifikate später als bislang geplant zu versteigern. Altmaier unterstützt diesen Plan ebenfalls, Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) lehnt ihn hingegen ab.

Die Energiewende hatte 2011 dagegen kaum Auswirkungen auf den Treibhausgasausstoß. Befürchtet worden war, dass nach dem Abschalten von acht Atomkraftwerken mehr Energie aus fossilen Energieträgern gewonnen werden musste.

Nach Angaben der AG Energiebilanzen sank zwar der Anteil der Atomenergie an der gesamten Stromerzeugung von 22,4 Prozent im Jahr 2010 auf 17,7 Prozent im Jahr 2011. Der Anteil der klimaschädlichen Braunkohle stieg jedoch nur geringfügig von 23,2 auf 24,6 Prozent, der Anteil der Steinkohle an der Energieerzeugung sank sogar von 18,6 auf 18,5 Prozent.

Treibhausgas-Ausstoß pro Kopf

Katar und Kuwait stehen an der Spitze der Länder, die pro Kopf und Jahr das meiste Kohlendioxid (CO2) durch die Verbrennung von Kraftstoffen zum Beispiel in Kraftwerken, Industrie und Verkehr ausstoßen. Nachfolgend Zahlen aus dem Jahr 2010 (aktuellste verfügbare Daten):

Katar 38 Tonnen pro Jahr

Kuwait 32

Trinidad und Tobago 32

Luxemburg 21

Brunei 21

Ver.Arab.Emirate 21

Niederl.Antillen 19

Bahrain 19

USA 17

Australien 17

Gibraltar 17

Saudi-Arabien 16

Kanada 16

Oman 14

Kasachstan 14

zum Vergleich: Deutschland 9

China 5

Indien 1

(Quelle: Internationale Energieagentur 2012) dpa

(dapd/abendblatt.de)
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