07.01.13

Ex-Bundespräsident

Ehe-Aus: Christian Wulff ist erneut gescheitert

Der ehemalige Bundespräsident und seine Frau trennen sich. "Bild"-Chefredakteur sandte Nachricht aus den USA nach Deutschland.

Von Vera Fröhlich
Foto: Getty Images

Schon damals distanziert: Christian Wulff bei seinem Rücktritt als Bundespräsident 2012, in einigem Abstand daneben Ehefrau Bettina

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Berlin/Hannover. Selbst die Trennung von Ex-Bundespräsident Christian Wulff und seiner Ehefrau Bettina hatte etwas Skurriles: Denn der Chefredakteur der "Bild"-Zeitung sandte die Nachricht per Kurznachrichtendienst Twitter aus den USA nach Deutschland. Diekmann ist derzeit im Auftrag Axel-Springer-Verlags in Silicon Valley in Kalifornien, um unternehmerische Ideen für digitales Wachstum zu entwickeln. Diekmann berief sich auf Kreise der Bundes-CDU.

Wulffs Anwalt Gernot Lehr bestätigte die Meldung: Der 53-Jährige und seine 39 Jahre alte Frau hätten eine Trennungsvereinbarung unterschrieben. Geheiratet haben sie 2008, ihr gemeinsamer Sohn ist jetzt vier Jahre alt. Spekulationen über ihre Trennung gab es seit Wochen, eigentlich schon seit Wulffs Rücktritt vom Amt des Bundespräsidenten am 17. Februar 2012.

"Sie werden uns überraschen", titelte die "Bunte" ihre letzte Ausgabe 2012 und zeigte das Glamour-Paar scheinbar beseelt lächelnd. Doch auch eine schlechte Nachricht wird im Text nicht ausgeschlossen. "Die Prognosen über ihre Ehe klingen traurig-optimistisch", heißt es. Den Wulffs wird eine "einzigartige Fallhöhe" bescheinigt: "Vom Staatsoberhaupt zum Ehrensoldbezieher - von Wolke sieben in den Überlebenskampf einer Ehe."

Als Ministerpräsident von Niedersachsen hatte Wulff die PR-Frau Bettina Körner 2006 kennengelernt und sich 2007 von seiner ersten Frau Christiane getrennt. Mit ihr war er seit 1988 verheiratet, beide haben ein Kind. Im März 2008 heiratet Wulff wieder, im darauffolgenden Mai kommt Sohn Linus Florian zur Welt. Am 30. Juni 2010 wird Wulff zum bislang jüngsten Bundespräsidenten gewählt. Bettina Wulff wurde Deutschlands First Lady.

Christian Wulff verlässt Klinkerbau in Großburgwedel

Doch nach 598 Tagen im Amt war es aus mit dem "Traumpaar" und der "Aura aus Glamour", die vorher detailliert von den Medien beschrieben worden waren. Den Wulffs blieb nur noch der Rückzug ins Klinkerhaus nach Großburgwedel, die Sonderermittler und die Staatsanwaltschaft an den Fersen. In diesem Haus will Bettina nun angeblich wohnen bleiben, weil ihr Sohn in Großburgwedel in den Kindergarten geht. Ihr Noch-Ehemann habe eine Wohnung in Hannover gemietet, heißt es.

"Es wird spekuliert, ob das Haus, dessen Kauf die sogenannte Kredit-Affäre im Dezember 2011 auslöste, mittelfristig veräußert werden wird", meldet die "Bild"-Zeitung. Das Blatt hatte die Affäre ans Licht gebracht, was wiederum eine spektakuläre Nachricht Wulffs auf Diekmanns Anrufbeantworter zur Folge hatte. Der damalige Bundespräsident hatte versucht, die Berichterstattung über seinen Privatkredit zu verhindern, den er von einer befreundeten Familie für den Hauskauf bekommen hatte.

Trennung ist zwar noch keine Scheidung. Aber jeder einvernehmlichen Scheidung geht eine Trennungszeit von einem Jahr voraus. Dann gilt die Ehe als unwiderlegbar zerrüttet.

Bettina Wulff kämpft um ihr Ansehen

Bettina Wulff hatte in den Monaten seit dem Rücktritt ihres Mannes um ihr Ansehen gekämpft. Mit ihrem Buch "Jenseits des Protokolls" stürmte sie die Bestsellerliste. Parallel setzte sie sich vehement gegen Gerüchte über ihr angebliches Vorleben im Rotlichtmilieu zur Wehr.

Die PR-Frau gab Serien von Interviews, rechnete mit den Medien ab und verklagte sie. In einem "Brigitte"-Gespräch machte sie aber auch ihre Eheprobleme öffentlich. Über die Zeit vor dem Rücktritt ihres Mannes sagte sie: "So etwas kann eine Beziehung nur eine bestimmte Zeit lang durchleben und ertragen, sonst wird zu viel in Mitleidenschaft gezogen." Inzwischen sei sie mit ihrem Mann in therapeutischer Behandlung.

Zu der Serie von Spekulationen über das Ehepaar Wulff gehört auch, dass der frühere Bundespräsident nicht über alle Inhalte der Autobiografie seiner Frau informiert war und sich der Lächerlichkeit preisgegeben fühlte. Von Bettina Wulff heiße es, Freunde erlebten sie sehr traurig, sie habe sich dies alles ganz anders vorgestellt. Gleichwohl, heißt es in der "Bild"-Zeitung, schaue sie nun nach vorn und sei entschlossen, ein neues Leben aufzubauen.

Vom Rücktritt bis zur Trennung – der Fall Wulff

Ein günstiger Privatkredit für sein Haus in Niedersachsen war der Anfang einer Affäre, die Ex-Bundespräsident Christian Wulff im Februar 2012 zum Rücktritt zwang. Am Ende stürzte er über kostenlose Urlaube und seine Beziehungen zu reichen Unternehmern. Knapp ein Jahr danach steht Wulff nun auch vor den Trümmern seiner Ehe.

16. Februar 2012: Die Staatsanwaltschaft beantragt, die Immunität Wulffs aufzuheben. Am Folgetag erklärt der Präsident seinen Rücktritt. Die Ermittlungen beginnen.

2. März: Beamte des niedersächsischen Landeskriminalamts und ein Staatsanwalt durchsuchen das Wohnhaus der Wulffs in Großburgwedel.

8. März: Wulff wird mit einem Großen Zapfenstreich verabschiedet. Viele Prominente bleiben der Zeremonie fern.

22. Juli: Neue Vorwürfe werden bekannt: Wulff soll sich als Ministerpräsident dafür eingesetzt haben, der Versicherungswirtschaft Vorteile zu verschaffen. 2008 verbrachten die Wulffs ihre Flitterwochen im Haus eines Versicherungsmanagers in Italien.

8. September: Bettina Wulff geht gegen die Verbreitung von Gerüchten und Denunziationen vor. Die "Süddeutsche Zeitung" berichtet, Wulff habe eine eidesstattliche Erklärung abgegeben, alle Behauptungen über ihr angebliches Vorleben als Prostituierte oder Escort-Dame seien falsch.

10. September: Das ursprünglich erst für November angekündigte Buch der früheren First Lady, "Jenseits des Protokolls", ist bereits in vielen Buchhandlungen erhältlich. Darin setzt sie sich nun auch publizistisch gegen die Gerüchte zur Wehr.

11. September: In mehreren Interviews erhebt Wulff Vorwürfe auch gegen ihren Mann. Sie beklagt unter anderem, an seiner Seite habe sie eigene Bedürfnisse unterdrücken müssen. Um die ganze Situation zu verarbeiten, habe sich das Paar therapeutische Hilfe gesucht.

15. September: Nach heftiger öffentlicher Kritik an ihrem Buch und ihren Interviews sagt Bettina Wulff mehrere geplante Auftritte in Fernseh-Talkshows ab. Das bestätigen die betroffenen Sender.

9. Oktober: Die Flitterwochen der Wulffs im Haus eines Versicherungsmanagers rechtfertigen keine Ermittlungen wegen Vorteilsannahme, teilt die Staatsanwaltschaft Hannover mit.

14. November: Die Staatsanwaltschaft kann nach eigenen Angaben noch nicht absehen, wie lange die Ermittlungen gegen Christian Wulff noch dauern werden.

7. Januar 2013: Die Wulffs haben sich "einvernehmlich räumlich" getrennt, wie der Anwalt der Eheleute bestätigt. Zuvor hatte die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf "hochrangige Kreise der CDU" über die Trennung berichtet.

Das Leben Christian Wulffs in zehn Daten

 – geboren am 19. Juni 1959 in Osnabrück

 – 1980 bis 1986 Studium Rechtswissenschaften in Osnabrück

– 1988 bis 2007 verheiratet mit der Rechtsanwältin Christiane, geb. Vogt, eine Tocher (Annalena, geb. 1993)

– 1994 bis 2003 Vorsitzender der CDU-Fraktion Niedersachsen

– 2003 bis 2010 Ministerpräsident von Niedersachsen

– März 2008 Heirat mit Bettina, geb. Körner, ein gemeinsamer Sohn, (Linus Florian, geb. Mai 2008)

– 30. Juni 2010 Wahl zum bislang jüngsten Bundespräsidenten

– Dezember 2011: Mit Berichten über einen Privatkredit beginnt die "Affäre Wulff"

– 17. Februar 2012 Rücktritt als Bundespräsident

– 7. Januar 2013 Offizielle Trennung von Bettina (dapd)

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