07.07.12

Vor Tokio-Konferenz

USA nehmen Afghanistan in den Kreis wichtigster Verbündeter auf

Clinton nennt Schritt "starkes Symbol für unser Engagement für Afghanistans Zukunft". Konferenz will Milliardenhilfen beschließen.

Foto: dapd/DAPD
US-Außenministerin Hillary Clinton hat Afghanistan vor den Augen des Präsidenten Hamid Karsai zu einem Hauptverbündeten der Vereinigten Staaten erklärt
US-Außenministerin Hillary Clinton hat Afghanistan vor den Augen des Präsidenten Hamid Karsai zu einem Hauptverbündeten der Vereinigten Staaten erklärt

Kabul/Washington. Einen Tag vor der internationalen Afghanistan-Konferenz in Tokio haben die USA Afghanistan in den kleinen Kreis ihrer wichtigen Verbündeten außerhalb der Nato aufgenommen. "Wir betrachten das als ein starkes Symbol für unser Engagement für Afghanistans Zukunft", sagte US-Außenministerin Hillary Clinton am Sonnabend nach einem Treffen mit Präsident Hamid Karsai in Kabul. Afghanistan ist der erste Staat, den US-Präsident Barack Obama während seiner Amtszeit zu einem "Nicht-Nato-Hauptverbündeten" erklärt hat.

Die nun weltweit 15 Staaten mit diesem Status haben unter anderem einfacheren Zugang zu US-Rüstungsgütern. Zu dem Kreis zählen wichtige US-Partner wie Israel oder Japan, aber auch instabile Länder wie Pakistan. Pakistan war der Status von Obamas Vorgänger George W. Bush im Jahr 2004 zugesprochen worden, als das Verhältnis zwischen Washington und Islamabad noch weniger angespannt war.

Die USA und Afghanistan haben bereits eine strategische Partnerschaft für die Zeit nach dem Ende des Nato-Kampfeinsatzes 2014 vereinbart, die eine enge militärische und zivile Zusammenarbeit vorsieht. Clinton und Karsai reisten nach ihrem Treffen in Kabul nach Tokio. Dort will die internationale Gemeinschaft am Sonntag weitere Milliardenhilfen für Afghanistan für die kommenden Jahre beschließen.

Japanischen Medienberichten vom Sonnabend zufolge planen die Teilnehmer der Afghanistan-Konferenz Hilfszusagen in Höhe von rund 15 Milliarden Dollar (12,1 Milliarden Euro). Nach Angaben aus Delegationskreisen werden internationale Zusagen für einen Zeitraum von vier bis fünf Jahren ab 2013 erwartet. Die Hilfe werde aber an Bedingungen geknüpft sein.

So werden Afghanistan und die Geberländer den Angaben zufolge in einer neuen Rahmenvereinbarung gegenseitige Verpflichtungen eingehen. Während Afghanistan auch während der Transformationsphase bis 2024 Unterstützung zugesichert werde, verpflichte sich das Land im Gegenzug zu Reformen und besserer Regierungsführung, hieß es. Die Regierung in Kabul werde zudem freie und faire Präsidentschafts- und Parlamentswahlen in den Jahren 2014 und 2015 zusagen.

Niebel: Afghanistan darf kein neues Somalia werden

Deutschland wird nach dem Ende des internationalen Kampfeinsatzes in Afghanistan 2014 zunächst 430 Millionen Euro pro Jahr in Wiederaufbau und Entwicklung des Landes investieren. Außenminister Guido Westerwelle erklärte im Vorfeld der Tokioter Konferenz, dass diese Zusage mindestens für 2015 und 2016 gelte. Damit bleibt die Hilfe zunächst auf dem bisherigen Niveau.

+++ De Maizière rechnet mit kompliziertem Truppenabzug +++

Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel sagte der "Rheinischen Post" (Sonnabend): "Afghanistan darf kein neues Somalia werden." Wenn sich die Lebensverhältnisse der Menschen am Hindukusch nicht verbesserten, bestehe die Gefahr eines "gescheiterten Staates". Das müsse in Tokio verhindert werden.

"Um erfolgreich zu sein, müssen aber die afghanischen Partner auch ihre Hausaufgaben machen", sagte Niebel. Das beginne mit der Bekämpfung der Korruption und reiche bis zu einem gesetzlichen Rahmen, der Investitionen in das Land sicherer mache. "Ohne das gibt es keine nachhaltig besseren Lebensverhältnisse, sondern nur den Nährboden für Terrorismus", sagte der FDP-Politiker, der ebenfalls an der eintägigen Afghanistan-Konferenz in Tokio teilnehmen wird.

Mit Material von dpa

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Emmelie de Forest aus Dänemark siegte mit großem Vorsprung.
01:13Eurovision Song Contest
Dänemark gewinnt, Lena mit Punkte-Patzer

Die Favoritin Emmelie de Forest aus Dänemark hat mit dem Song "Only Teardrops" den Eurovision Song Contest 2013 gewonnen. Deutschland kommt nur auf Rang 21 von 26. Regen dämpfte die Stimmung bei der… mehr...


Ein Bild, das alles sagt: Rafael van der Vaart am Boden
18.05.13Fußball-Bundesliga
Nur Kampf reicht nicht - HSV verpasst Europa

Der HSV hat den Einzug in die Europa League am letzten Spieltag verpasst. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink unterlag 0:1 gegen Bayer Leverkusen. Kießling trifft und wird Torschützenkönig. mehr...


Fassungslos: Die Düsseldorfer Jens Langeneke (l.) und Andreas Lambertz
18.05.13Bundesliga-Abstieg
Wahnsinns-Finale: Fortuna steigt ab, 1899 in der Relegation

Düsseldorf nach 0:3 in Hannover direkt wieder abgestiegen. Salihovic rettet Hoffenheim mit zwei verwandelten Elfmetern in die Relegation. Augsburg nach schwacher Hinrunde doch noch gerettet. mehr...


Ein von Trümmern verwüstetes Einkaufszentrum in Erfurt. Heftige Unwetter mit Hagel hatten das Glasdach des Marktes einstürzen lassen
18.05.13Wetter
Heftige Unwetter verhageln das Pfingstwochenende

In Erfurt stürzte das Glasdach eines Supermarktes ein. Hunderte Feuerwehrleute waren mit dem Auspumpen von Kellern beschäftigt. Ein Blitz schlug in ein Wohnhaus ein. mehr...

Multimedia
Afghanistan

Mai: Anschlag nach Obama-Besuch

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Wetter
Hamburg Wetter am Wochenende

Hamburg Wetter am Wochenendemehr »

Top Bildergalerien mehr
HSV

Das Spiel gegen Leverkusen in Bildern

Nordseeinsel

Sylter Marsch - vom Ellenbogen bis Hörnum

Entwürfe für neue Süderelbebrücke bei Moorburg

Eimsbüttel

Haltestelle Osterstraße ist jetzt barrierefrei

Highlights
rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr

rb_webcam_926043a.jpg
Webcams

Besuchen Sie online die schönsten Orte der Welt. mehr