24.02.13

Letzter öffentlicher Auftritt

Papst Benedikt XVI. bei letztem Angelusgebet umjubelt

Während Papst Benedikt XVI. von den Gläubigen gefeiert wird, bemüht sich der Vatikan, Gerüchte rund um dessen Rücktritt zu zerstreuen.

Foto: dpa
Papst Benedikt XVI. spricht am am Fenster seines Arbeitszimmers im Vatikan bei seinem letzten Angelus-Gebet. Tausende Pilger waren zu dem Gebet auf den Petersplatz gekommen
Papst Benedikt XVI. spricht am am Fenster seines Arbeitszimmers im Vatikan bei seinem letzten Angelus-Gebet. Tausende Pilger waren zu dem Gebet auf den Petersplatz gekommen

Rom. Papst Benedikt XVI. hat vor Zehntausenden Gläubigen auf dem römischen Petersplatz ein letztes Mal das traditionelle Angelusgebet gesprochen. Den Pilgern dankte er am Sonntagmittag für ihren Zuspruch und ihre Gebete. Die Gläubigen feierten den scheidenden Papst mit lautem Jubel. Vatikansprecher Federico Lombardi beklagte unterdessen am Wochenende, dass durch Druck von außen versucht werde, Einfluss auf das Konklave zu nehmen. Dieses wird im März einen Nachfolger für Benedikt wählen.

Zum letzten Angelusgebet mit dem scheidenden Kirchenoberhaupt brachten zahlreiche Pilger Spruchbänder mit Danksagungen mit. Benedikt wandte sich sichtlich bewegt an die Menschen, die dicht gedrängt auf dem Platz standen und ihn mehrfach jubelnd unterbrachen.

Sein Rücktritt zum Monatsende bedeute nicht, dass er sich aus der Kirche zurückziehen werde, betonte der aus Deutschland stammende Papst. Gott habe ihm aufgetragen, sich verstärkt dem Gebet und der Meditation zu widmen, damit er der Kirche "weiter mit der gleichen Hingabe und Liebe wie bisher, aber auf eine meinem Alter und meinen Kräften angemessenere Weise dienen kann".

Benedikt scheidet als erster Papst der Neuzeit mit einem Rücktritt aus dem Amt. Nach seinem fast achtjährigen Pontifikat fühlt sich der 85-Jährige den körperlichen Anstrengungen nicht mehr gewachsen. Vor seinem letzten Tag im Amt am Donnerstag wird sich der Papst am Mittwoch mit einer Generalaudienz aus der Öffentlichkeit verabschieden.

Vatikansprecher Lombardi beklagte am Wochenende angesichts der bevorstehenden Wahl von Benedikts Nachfolger: "Es werden alte Machenschaften wie Verleumdung oder Desinformation eingesetzt, da wird unakzeptabler Druck ausgeübt, um das Wahlrecht des einen oder anderen Mitglieds des Kardinalskollegiums zu konditionieren." Der Sprecher der Kurie wies damit indirekt die Forderung an US-Kardinal Roger Mahony zurück, wegen seiner Rolle als Erzbischof von Los Angeles im dortigen Pädophilie-Skandal beim Konklave von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen.

Eine Gruppe von US-Katholiken hat im Internet eine Kampagne gegen den US-Kardinal gestartet, da dieser pädophile Priester gedeckt haben soll. Auch der frühere US-Botschafter beim Heiligen Stuhl, Miguel Diaz, rief Mahony auf, "sich am Papst ein Beispiel zu nehmen" und von seinem Wahlrecht keinen Gebrauch zu machen. Mahony hat Fehler beim Umgang mit Missbrauchsfällen eingeräumt, will aber dennoch am Konklave teilnehmen.

Unter dem Eindruck der Berichte über Mahony und von Spekulationen über angeblich auf finanziellen und sexuellen Abhängigkeiten beruhende Seilschaften im Vatikan als Anlass für den Papstrücktritt verurteilte Lombardi Versuche, die Kirche in Misskredit zu bringen. In den meisten Fällen fehle denjenigen, die derzeit negative Urteile fällten, jegliche Kompetenz: "Wer vor allem Geld, Sex und Macht im Kopf hat und die Welt mit diesem Maß misst, der ist auch nicht imstande, in der Kirche Anderes wahrzunehmen."

Spekulationen um Machenschaften rund um die Vatikanbank und Netzwerke sexueller Beziehungen waren Ende der Woche im Zusammenhang mit einer Personalentscheidung des Papstes neu aufgekommen. Benedikt hatte den Untersekretär des vatikanischen Staatssekretariats, Ettore Balestrero, vor wenigen Tagen als Vatikanbotschafter nach Kolumbien entsandt. Aus Sicht des Vatikans stellt die Ernennung eine Beförderung dar. In italienischen Medien wurde spekuliert, der einflussreiche Vatikanmitarbeiter werde wegen seiner Rolle bei mutmaßlichen Skandalen rund um die Vatikanbank aus Rom entfernt.

(epd)
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