22.11.12

Attentat

Mindestens 16 Tote bei Selbstmordanschlag in Pakistan

Der 18-Jährige habe eine Sprengstoffweste getragen und bei der schiitischen Prozession in Rawalpindi mindestens 35 Menschen verletzt.

Foto: REUTERS
Rescue workers and security officials stand at the site of a suicide bomb attack on the outskirts of Rawalpindi near Islamabad
Helfer und Sicherheitskräfte nach dem Selbstmordanschlag in Rawalpindi

Islamabad. Ein Selbstmordattentäter hat eine schiitische Prozession in der pakistanischen Garnisonsstadt Rawalpindi angegriffen und mindestens 16 Menschen mit in den Tod gerissen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa, dapd meldet 23 Tote. 35 Menschen seien bei dem Anschlag in der Nacht zum Donnerstag verletzt worden, sagte ein Polizeisprecher. Auch Kinder sollen unter den Opfern sein. Der etwa 18 Jahre alte Attentäter habe eine Sprengstoffweste getragen und sei mit Handgranaten bewaffnet gewesen.

Die Polizei habe den Angreifer zunächst durchsuchen wollen, als er sich der Prozession anschließen wollte, sagte der ranghohe Beamte Hasseb Shah. Allerdings sei der Attentäter an den Polizisten vorbeigerannt und habe seinen Sprengstoff zur Explosion gebracht, als die Gläubigen gerade eine schiitische Gebetsstätte verlassen hätten. Zudem habe er auch Granaten bei sich getragen, die zum Teil explodiert seien. Die Kombination aus Sprengstoff und Granaten habe vermutlich zu den hohen Opferzahlen geführt, sagte Shah.

Erst am Mittwochmorgen waren bei der Detonation zweier Bomben vor einer schiitischen Moschee in der südlichen Stadt Karachi laut Polizei mindestens ein Mensch getötet und etliche weitere verwundet worden.

Die jüngsten Bluttaten fallen in den für Schiiten heiligen Monat Muharram. Am kommenden Samstag feiern sie das Aschura-Fest, an dem die Gläubigen des Todes von Imam Hussein gedenken, den sie als legitimen Nachfolger seines Großvaters, des Propheten Mohammed, anerkennen.

In Pakistan kommt es immer wieder zu religiös motivierten Anschlägen von radikalen Sunniten und Schiiten. Das Gros der Angriffe richtete sich in den vergangenen Jahren gegen Schiiten, die in dem Land in der Minderheit sind.

dpa/dapd
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