10.11.12

Syrien-Konflikt

Syrischer Kosmonaut erlässt eindringlichen Friedensappell

Bei 28.Tagen der Raumfahrt in Neubrandenburg spricht sich der ehemalige Luftwaffengeneral für Frieden in seinem Land aus.

Foto: REUTERS
Demonstranten halten Plakate mit dem Foto von  Fares Al-Kahala hoch, die nach Aussagen der Aktivisten von syrischen Truppen von Präsdident Bashar al-Assad getötet worden sein soll.
Demonstranten nahe Damaskus halten Plakate mit dem Foto von Fares Al-Kahala hoch, der nach Aussagen der Aktivisten von syrischen Truppen von Präsdident Bashar al-Assad getötet worden sein soll

Neubrandenburg. Der syrische Kosmonaut Mohammad Fares hat einen eindringlichen Friedensappell erlassen. Es sei an der Zeit, das Feuer, das auf der Erde lodert, zu löschen, sagte der Ex-Luftwaffengeneral am Samstag auf den 28. Tagen der Raumfahrt in Neubrandenburg mit Blick auf den Bürgerkrieg in seiner Heimat.

Fares, der mit der Freien Syrischen Armee sympathisiert, hatte sich vom Assad-Regime losgesagt und war Anfang August mit seiner Familie aus dem hart umkämpften Aleppo in die Türkei geflohen. Auch in seinem Land gebe es sehr viele gute Raumfahrtwissenschaftler, betonte der 61-Jährige, der zuletzt als Berater tätig war. Ihre Ideen seien aber "im Moment sehr schlecht umzusetzen".

Erst vor wenigen Tagen hatte Fares, der bisher einzige Kosmonaut seines Landes, auf einer Tagung des oppositionellen Syrischen Nationalrates (SNC) in Doha (Katar) darüber berichtet, dass die Assad-Luftwaffe Zivileinrichtungen bombardiere, ganze Straßenzüge dem Erdboden gleich mache und so die Bevölkerung terrorisiere. Allerdings seien lediglich 30 Prozent der Piloten mit etwa 100 bis 120 Kampfmaschinen daran beteiligt. Den anderen vertraue das Regime nicht.

Der Ex-General war im Juli 1987 mit zwei sowjetischen Kosmonauten zur Raumstation MIR geflogen und hatte dort eine knappe Woche lang wissenschaftliche Experimente durchgeführt. Syrien war schon damals einer der wichtigsten Verbündeten Moskaus im Nahen Osten.

Die Chronologie der Eskalation zwischen Syrien und der Türkei
Die Chronologie der Eskalation zwischen Syrien und der Türkei
Seit Ausbruch der Gewalt in Syrien herrscht politische Eiszeit zwischen Damaskus und Ankara. Die Lage an der fast 900 Kilometer langen gemeinsamen Grenze ist bedrohlich eskaliert.
6. Juni 2011: Die ersten 100 Syrer retten sich aus der Provinz Idlib in die Türkei. In Ankara verspricht Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan den Flüchtlingen eine offene Grenze. Zehn Tage später leben bereits mehr als 9000 Syrer in türkischen Lagern.
12. November 2011: Anhänger von Machthaber Baschar al-Assad attackieren die türkische Botschaft in Damaskus
16. März 2012: Ankara ruft türkische Staatsbürger auf, Syrien wegen der zunehmenden Gewalt zu verlassen. Am 26. März schließt die Türkei ihre Botschaft in Damaskus.
9. April 2012: Syrische Truppen feuern über die Grenze hinweg auf das Flüchtlingslager Kilis. Zwei Syrer und zwei Türken werden verletzt. Ankara verstärkt die Truppen an der Grenze und warnt vor weiteren Angriffen. In türkischen Lagern leben inzwischen 24 700 Syrer.
30. Mai 2012: Als Reaktion auf das Massaker an Zivilisten im syrischen Al-Hula weist die Türkei alle syrischen Diplomaten aus Ankara aus.
13. Juni 2012: Damaskus behauptet, Kämpfer der Freien Syrischen Armee würden auf Schmugglerwegen auch mit Waffen aus der Türkei aufgerüstet. Ankara bestreitet Waffenlieferungen an syrische Rebellen, die Unterstützung sei rein humanitärer Art.
23. Juni 2012: Nahe der Küstenstadt Latakia schießt Syrien einen türkischen Militärjet ab. Das Kampfflugzeug war nach syrischen Angaben in den Luftraum des Landes eingedrungen.
26. Juni 2012: Der Nato-Rat verurteilt den Abschuss.
28. Juni 2012: Die Türkei stationiert Militärfahrzeuge und Raketenabwehrsysteme an der Grenze zu Syrien. 30. Juni: Die türkische Armee lässt Kampfjets gegen syrische Hubschrauber aufsteigen, die sich der Grenze näherten.
2. Juli 2012: 85 syrische Soldaten setzen sich in die Türkei ab, darunter ranghohe Offiziere mit ihren Familien – zusammen fast 300 Menschen. Insgesamt sind über 30 000 Syrer in die Türkei geflohen
dapd/abendblatt.de
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