Präsident Assad lehnt freies Geleit ins Exil ab

Beirut. Trotz internationalen Drucks will der syrische Präsident Baschar al-Assad sein Heimatland nicht verlassen. "Ich bin Syrer, Syrien hat mich hervorgebracht, und ich werde in Syrien leben und sterben", sagte er in einem Interview des russischen Fernsehsenders Russia Today. "Assad geht nirgendwohin", bekräftigte auch der russische Außenminister Sergej Lawrow. Schwere Kämpfe im Nordosten Syriens führten unterdessen zu einer neuen Flüchtlingswelle in die Türkei.

Der britische Premierminister David Cameron hatte am Dienstag vorgeschlagen, dass Assad freies Geleit aus Syrien erhalten könnte, wenn dadurch ein Ende des blutigen Bürgerkriegs garantiert würde. Offenbar in Bezug darauf hob Assad hervor, er sei keine Marionette des Westens. Zugleich warnte er vor jeglicher militärischer Intervention des Auslands: "Ich glaube nicht, dass sich der Westen in diese Richtung bewegt. Doch wenn er das tut, kann niemand die Konsequenzen vorhersagen", sagte Assad. Das Interview wurde in englischer Sprache geführt, auszugsweise auf der Website des Senders veröffentlicht und soll heute in voller Länge ausgestrahlt werden. Lawrow warf dem Westen Parteinahme für die syrische Opposition vor und bekräftigte, dass Russland keine Resolution unterstützen werde, die Damaskus mit Sanktionen drohe.

Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London berichtete von neuen Gefechten in Damaskus, in der Provinz Idlib und in Aleppo. Auch im Nordosten in der Provinz al-Hasaka, nur einige Hundert Meter von der türkischen Grenzstadt Ceylanpinar entfernt, brachen nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu schwere Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Aufständischen aus. Rund 5000 Syrer flohen über die Grenze. Auf den Golanhöhen schlugen nach israelischen Angaben gestern erneut Mörsergranaten aus Syrien ein.