29.10.12

Syrien

Granate in der Türkei gelandet - Explosion in Damaskus

Landesweit gehen die Kämpfe weiter. In Damaskus explodiert eine Autobombe. Der Syrien-Krieg wird auch für die Türkei immer brenzliger.

Foto: AFP
Ein Bild der Verwüstung in Damaskus (Archivbild)
Ein Bild der Verwüstung in Damaskus (Archivbild)

Istanbul/Beirut. In Syrien sind die Kämpfe zwischen der Armee und Rebellen bereits vor dem offiziellen Ende einer Waffenruhe am Montagabend wieder eskaliert. Bei einem Autobombenanschlag in der Hauptstadt Damaskus wurden mindestens zehn Menschen getötet. Regierung und Aufständische machten sich gegenseitig für die Verstöße gegen die viertägige Feuerpause während des islamischen Opferfests verantwortlich. Seit dem Freitagmorgen starben nach Angaben von Aktivisten mindestens 500 Menschen.

Die Gewalt schwappte auch erneut auf die Türkei über. Nachdem ein syrisches Artilleriegeschoss auf einem Feld in der Nähe des türkischen Dorfes Besaslan eingeschlagen war, feuerte das türkische Militär umgehend zurück.

Uno-Vermittler Lakhdar Brahimi bleibt dennoch optimistisch. Der algerische Diplomat sagte nach einem Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in Moskau der Agentur Interfax zufolge, er bedauere, dass die Waffenruhe gebrochen worden sei. Das beeinträchtige aber nicht seine Bemühungen für einen Ausweg aus der Krise. Ein Blauhelmeinsatz werde nicht erwogen. Lawrow bekräftigte, dass Russland eine Rückkehr von Militärbeobachtern nach Syrien unterstütze, sobald die Gewalt beendet sei. Moskau gehört zu den wichtigsten Verbündeten der Regierung von Baschar al-Assad in Damaskus.

Bei einem Anschlag mit einer Autobombe starben in Damaskus mindestens zehn Menschen. Der in einem Fahrzeug platzierte Sprengsatz sei in dem überwiegend von Drusen und Christen bewohnten Vorort Dscharamana detoniert, berichtete das syrische Staatsfernsehen. Die rund 300.000 Einwohner des Viertels haben sich lange gegen ein Übergreifen des Bürgerkrieges auf ihre Wohngegend gewehrt.

Die syrischen Streitkräfte beschuldigten in einer vom Staatsfernsehen verbreiteten Erklärung die Rebellen, das Land zu "zerstören". Es gebe genügend Beweise, dass die Regimegegner "unverhohlen" gegen die Feuerpause verstoßen hätten. Um Syrien zu retten, müsse gegen diese "Terroristen" mit eiserner Faust vorgegangen werden.

Aktivisten verwiesen hingegen auf tödliche Luftschläge der Regierungstruppen. Am vierten und letzten Tag der Waffenruhe berichteten die oppositionellen Menschenrechtsbeobachter in London erneut über Einsätze von Kampfflugzeugen im Umland von Damaskus und in der Provinz Idlib nahe der türkischen Grenze. Gekämpft wurde demnach auch weiter in Aleppo, Homs, Daraa und Hama.

Bei dem Granateneinschlag in der türkischen Provinz Hatay wurde nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Anadolu niemand verletzt. Die Beziehungen zwischen Ankara und Damaskus sind angespannt, weil seit einigen Wochen immer wieder aus Syrien abgefeuerte Granaten auf türkischem Territorium einschlagen. Es gab bereits mehrere Tote.

Wer allerdings genau hinter den Angriffen steckt, ist nach wie vor unklar. Die Türkei befürchtet, dass auch die PKK den Konflikt nutzt, um von Kurden bewohnte Gebiete in Nordsyrien dauerhaft unter ihre Kontrolle zu bringen und einen Kurdenstaat zu errichten. Die PKK wird von der Türkei als Terrororganisation eingestuft.

dpa
Die Favoriten unseres Homepage-Teams
title
17:52Bildung
Deutschlands innovativste Schule in Hamburg eröffnet

Neues Gelände für drei Schulen mit 1500 Schülern eingeweiht – inklusive Planetarium, Umweltzentrum und Pausenhof auf der Dachterrasse. Hamburg investierte 60 Millionen Euro. mehr...

Menschenleeres Freibad
16:05Wetter
Schietwetter: Freibäder machen schon wieder dicht

Die Anlagen in Hamburg leiden unter dem anhaltenden schlechten Wetter. Die Feuerwehr rückte zu rund 100 Einsätzen aus, um vollgelaufene Keller und überflutete Straßen abzupumpen. In Winterhude lief… mehr...


Der belgische Premierminister Elio Di Rupo, der polnische Premierminister Donald Tusk, Kanzlerin Angela Merkel, der italienische Premierminister Enrico Letta und der niederländische Premierminister Mark Rutte (v.l.n.r.) beim EU-Gipfel in Brüssel: Sie wollen konsequent gegen Steuerbetrüger vorgehen
17:29Gipfelbeschluss
Bankgeheimnis in der EU soll noch dieses Jahr fallen

Steuerhinterziehung kostet die EU-Länder Schätzungen zufolge jährlich eine Billion Euro. Lange Zeit blockierten Österreich und Luxemburg härtere Regeln. Doch nun hat der Rest Europas genug. mehr...

michel_spielplatz2_HA_Bilder__Fotogalerien_Hamburg.jpg
15:19Großveranstaltung
Neues Konzept: Mehrere Weiße Dinner an einem Abend

Die Initiatorin des Weißen Dinners kündigte an, ihr Konzept auszuweiten. Sie ruft Stadtteilinitiativen dazu auf, eigene Dinner auf die Beine zu stellen. mehr...

Alles über Ihre Straße

Top-Videos
Sport
Wer wird neuer Sportchef beim HSV?

Wer wird neuer Sportchef beim HSV?mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hamburg

Starkregen verursacht zahlreiche Schäden

Offiziell eingeweiht

Bildungszentrum in Wilhelmsburg eröffnet

Monster-Tornado in Oklahoma

Handball

HSV Hamburg schlägt die Füchse Berlin

Highlights
rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr

rb_webcam_926043a.jpg
Webcams

Besuchen Sie online die schönsten Orte der Welt. mehr