07.02.11

Ägypten

Tausende harren auf Tahrir-Platz in Kairo aus

In Ägypten protestieren die Menschen weiter gegen Mubarak. In Berlin streiten die Parteien, ob Deutschland ihn aufnehmen könnte.

Foto: dpa

Ägyptische Frauen gehen ebenfalls auf die Straße: eine Demonstrantin in Kairo.

5 Bilder

Kairo. Ägyptens Opposition und Regierung sprechen miteinander – doch die Demonstranten auf der Straße verlangen weiter den Rücktritt des Staatspräsidenten Husni Mubarak. Tausende besetzten am Montagmorgen erneut den Tahrir-Platz im Zentrum Kairos . Auch in anderen Teilen des Landes, wie in Alexandria, gingen die Menschen auf die Straße. Die Nacht verlief weitgehend ruhig. US-Präsident Barack Obama sprach sich in einem Interview mit dem Sender Fox News für einen "geordneten" Übergangsprozess in Ägypten aus . Fest stehe: "Ägypten wird nicht zu dem zurückkehren, was es war." Obama äußerte zuversichtlich, dass sich auch die künftige Regierung Ägyptens als guter Partner der USA erweisen werde. Welche Rolle die Muslimbruderschaft in einer neuen Regierung spiele, ließ Obama aber offen. Er warnte vor der Aussage, "dass unsere einzigen beiden Optionen die Muslimbruderschaft und die Unterdrückung des ägyptischen Volkes sind".

In Deutschland wird weiter über die richtige Position gegenüber Kairo gestritten. Der Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin warf Bundeskanzlerin Angela Merkel einen "unerträglichen Schlingerkurs" vor. "Man muss in dieser Umbruchsituation ganz klar Partei ergreifen für das ägyptische Volk", sagte er der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung". "Alles andere wird von den Machthabern als Ermunterung verstanden, sich davonzustehlen." Trittin lehnte auch ab, Präsident Mubarak für einen medizinischen Check nach Deutschland zu holen und ihm damit für eine Übergangszeit eine Art Exil zu gewähren. Am Wochenende wurde darüber in mehreren Medien spekuliert. Offen für eine Aufnahme Mubaraks zeigte sich hingegen der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Ruprecht Polenz (CDU). "Schon aus humanitären Gründen wäre es eine Selbstverständlichkeit, Mubarak falls nötig eine Behandlung in einem deutschen Krankenhaus zu ermöglichen", sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Außenminister Guido Westerwelle wollte die Gerüchte jedoch weder bestätigen noch dementieren. "An Spekulationen beteiligen wir uns als Mitglieder der Bundesregierung an so einer sensiblen und wichtigen Frage nicht", sagte er in der ZDF-Sendung "Berlin direkt" am Sonntagabend. Am Sonntag trafen sich in Kairo Vertreter von Oppositionsgruppen mit der Regierung. An dem Gespräch mit Vizepräsident Omar Suleiman nahm erstmals auch die Muslimbruderschaft teil. Die Islamistenorganisation hatte die Aufnahme eines Dialogs bis jetzt vom Rücktritt Mubaraks abhängig gemacht. Nach Angaben von Oppositionsvertretern einigten sich die beide Seiten darauf, dass die jüngsten Versprechen Mubaraks umgesetzt werden sollten. Dazu zählten eine Verfassungsänderung, mehr Pressefreiheit und ein Ende des Ausnahmezustands – sobald dies die Sicherheitslage zulasse. Zudem solle die Jugend eine größere Rolle in der Politik bekommen und Korruption bekämpft werden. (dpa)

Multimedia
Proteste in Kairo

Der Volksaufstand in Ägypten

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos

In dem Video heißt es unter anderem: "Wir werden euch alle in Blut ertränken." Zudem werden Siege über US-amerikanische Truppen gezeigt. Das Propagandavideo wurde über soziale Netzwerke gestreut.mehr »

Top Bildergalerien mehr
Eimsbüttel

Unfall im Grindelviertel

Oberhaupt der Tibeter

Der Dalai Lama zu Besuch in Hamburg

Westerstede

Gaza-Opfer in Niedersachsen behandelt

Unfall

Motorradfahrer stirbt in Winterhude

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr