28.01.13

Thalia: Lessingtage

Tocotronic im Theater: Sie spielen von Leben und Tod

Die Band präsentierte vor ausverkauftem Haus ihr zehntes Album "Wie wir leben wollen". Ein Abend, der die Fans jubelnd aus den Sitzen riss.

Von Birgit Reuther
Foto: dpa
Tocotronic im Thalia Theater
Die Band Tocotronic spielt in Hamburg auf der Bühne des Thalia Theaters

Hamburg. "Der so genannte Realismus fällt nicht weiter ins Gewicht." Das ist ein sehr schöner Satz, um ihn von einer Theaterbühne herab zu singen. Ganz so, wie Dirk von Lowtzow es am Montagabend mit dem Song "Hi Freaks" im Thalia-Theater tat. Denn auch wenn eine Band auf einer Bühne natürlich eine sehr handfeste und somit reale Angelegenheit ist. Die Texte seiner Band Tocotronic sind es zum Glück nicht.

Hoch poetisch, drastisch, aber auch sehr amüsant wird da das Oszillieren zwischen den Zuständen gefeiert. Die ganz neuen Stücke, aber auch die älteren standen unter dem Motto der am Freitag erschienenen zehnten Tocotronic-Platte "Wie wir leben wollen". Und dieses Leben, es ist eines von Verweigerung und "Kapitulation". Eines, das sich auf den "Pfad der Dämmerung" begibt und zugleich den Tod abschaffen will.

Sehr schön geriet vor allem bei den aktuellen, poppigeren Arrangements der Einsatz der Orgel von Rick McPhail, der den Liedern eine geheimnisvolle Leichtigkeit verlieh. Was die interne Dynamik angeht, scheint das 20. Jubiläum die Band nicht in die Bräsigkeit geführt zu haben. Im Gegenteil. Immer wieder wurde da zwischen Bassist Jan Müller, Schlagzeuger Arne Zank sowie Lowtzow und McPhail geplaudert und gewitzelt.

Das Quartett und sein Publikum wärmten beide langsam auf in dem gut bürgerlichen Setting der Theaterinstitution. Nach und nach standen einige Fans - nach expliziter Aufforderung durch den Sänger - auf, wippten, holten sich Bier und Wein, liefen zur Rampe, tanzten. Und als die Band dann nach Eineinviertelstunde zur ersten Zugabe erneut auf die Bühne gejubelt wurde, standen schließlich alle im ausverkauften Saal.

Die Band konzertierte übrigens vor Projektionen von Zeichnungen, Artwork ihrer Alben sowie Schriftzügen. Und wie sie da oftmals im Gegenlicht dieser Kunst ihre Instrumente spielten, das hatte dann durchaus theatrale Qualitäten. Am Ende: Verbeugungen und Kusshände.

Eine ausführliche Kritik lesen Sie in der Mittwochausgabe des Hamburger Abendblatts.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Bildergalerien mehr
Bundeskanzlerin

Ciao, Bella! Merkel im Osterurlaub in Italien

Südkorea

Das Drama um die Fähre "Sewol"

Soziale Netzwerke

Ostergrüße der Promis über Facebook & Co.

Feuerwehr

Schnelsen: Reisebus brennt auf A7 aus

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr