08.11.12

Medien-Konzern

ProSiebenSat.1 verzeichnet weiteren Gewinnsprung

Der Umsatz der TV-Gruppe ProSiebenSat.1 kletterte im dritten Quartal um sieben Prozent auf rund 637 Millionen Euro.

Foto: dapd
ProSiebenSat.1 mit Gewinnsprung
Ein Schild der ProSiebenSat.1 Media AG mit den Logos der Fernsehsender Sat.1, ProSieben, Kabel Eins und Sixx, aufgenommen in Unterföhring bei München

München. ProSiebenSat.1 macht gute Geschäfte im Internet und wächst trotz des leicht schrumpfenden heimischen Werbemarktes. "Wir haben in den letzten Jahren konsequent in neue Wachstumsmärkte investiert", sagte Konzernchef Thomas Ebeling am Donnerstag in München. Das zahlt sich aus: Im dritten Quartal war unter anderem das Digitalgeschäft ein wichtiger Wachstumstreiber für die Sendergruppe.

Der Umsatz kletterte um gut sieben Prozent auf rund 637 Millionen Euro. Unter dem Strich hat sich der Gewinn der Sendergruppe auf gut 61 Millionen Euro sogar mehr als verfünffacht. Dabei ging der Umsatz des wichtigen deutschen TV-Geschäfts wie erwartet leicht zurück, unter anderem auch, weil ProSiebenSat.1 keine Live-Rechte für die quotenstarken Olympischen Spiele hatte.

Viel Freude machen Ebeling die Sender in Skandinavien, die erneut zulegten. Und die Geschäfte in Norwegen, Schweden, Dänemark und Finnland könnte der Sendergruppe sogar noch ein dickes Weihnachtsgeschenk bescheren. Vor einigen Wochen meldeten sich ungefragt Investoren, die an einer Übernahme interessiert sind. "Wir prüfen verschiedene Angebote", sagte Ebeling.

Eine Entscheidung ist aber noch nicht gefallen, betonte Ebeling. Er hatte im vergangenen Jahr bereits die Sender in Holland und Belgien zu Geld gemacht und mit dem Milliardenerlös den Schuldenberg des Konzerns merklich verkleinert. Vom Skandinavien-Geschäft wollte sich Ebeling mittelfristig eigentlich nicht trennen. Doch nun wurden die Karten im Poker um die Zukunft der Sparte Nordic neu gemischt.

In Branchenkreisen heißt es, die Gebote lägen zwischen 1,2 und 1,4 Milliarden Euro – ein verlockendes Angebot und fast das zehnfache des Jahresgewinns. Von so einem Geldsegen, spekulieren Marktbeobachter, könnten auch die Aktionäre etwa durch eine Ausschüttung profitieren - eine Aussicht, die vor allem den Finanzinvestoren KKR und Permira gefallen dürfte, die die Sendergruppe kontrollieren.

Über einen Ausstieg der Investoren wird seit langem spekuliert, denn das Geschäftsmodell von Unternehmen wie KKR oder Permira basiert darauf, Beteiligungen mit Gewinn wieder zu Geld zu machen – der Verkauf der nordischen Sender könnte im Fall ProSiebenSat.1 helfen, das zu beschleunigen.

(dpa/abendblatt.de)
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