03.11.12

Medienmacher

ProSieben denkt über eine neue Show mit Xavier Naidoo nach

Wie es heißt, denkt der Sender darüber nach, eine deutsche Version der skandinavischen Show "The Best Singers" zu entwickeln.

Foto: HA/A. Laible
Medienautor Kai-Hinrich Renner
Medienautor Kai-Hinrich Renner

Schon seit geraumer Zeit fragen sich nicht nur deutsche Sender, welcher TV-Trend nach den Castingshows kommt. Formate mit mehr, meist aber eher weniger begabten Nobodys, die sich zum Super- oder Popstar berufen fühlen, verlieren beim TV-Publikum an Zuspruch. In Skandinavien glaubt man eine Lösung dieses Problems gefunden zu haben. Dort erfreut sich eine Show mit dem Titel "The Best Singers" größter Popularität. Ihr Konzept: Etablierte Stars treten in einem Sängerwettstreit gegeneinander an. Allerdings nicht mit eigenen Stücken. Die Teilnehmer geben Lieder ihres jeweiligen Kontrahenten zum Besten. Nun hat sich offenbar ProSieben Gedanken über das Format gemacht: Wie es in Branchenkreisen heißt, denkt der Sender darüber nach, eine deutsche Version von "The Best Singers" zu entwickeln, in der Xavier Naidoo eine tragende Rolle spielen könnte. Der Sänger wirkt bereits bei der ProSieben-Castingshow "The Voice of Germany" mit. Der Sender hält sich auf Nachfrage bedeckt. "Wir kennen das Format", sagt ein Sprecher. Konkrete Pläne für eine deutsche Version von "The Best Singers" gebe es aber nicht.

Offenbar um einiges heftiger als bisher bekannt, wird bei Gruner+Jahr- Frauenzeitschrift "Brigitte" gespart - jedenfalls wenn man dem Betriebsrat Glauben schenkt. In einem Flugblatt der Arbeitnehmervertreter heißt es, dass insgesamt 14 Mitarbeiter die Redaktion verlassen müssen: Das sechsköpfige Ressort Living wird demnach komplett aufgelöst. Im Leserservice müssten vier Mitarbeiterinnen gehen. Und in den Ressorts Schönheit und Zeitgeschehen würden ebenfalls insgesamt vier Stellen gestrichen. Der Verlag hatte bisher nur einen Personalabbau im Living-Ressort und im Leserservice eingeräumt, ohne konkrete Zahlen zu nennen. Die nun gestrichenen 14 Stellen entsprächen "27 Prozent der Redaktion" heißt es in dem Flugblatt, in dem sich der Betriebsrat auf eine "aktuelle Personalstandsliste" beruft. Dies würde bedeuten, dass die Redaktion bisher nur 52 Mitarbeiter zählte. Eine G+J-Sprecherin hatte deren Zahl zu Wochenbeginn noch mit "rund 100" angegeben.

Die Chefredakteure Stephan Schäfer und Brigitte Huber schlugen bei der Bekanntgabe des Sparplans gegenüber den Arbeitnehmervertretern offenbar einen recht ruppigen Ton an: "In den Gesprächen mit dem Betriebsrat wurden etliche Kolleginnen von den ,Brigitte'-Chefredakteuren pauschal auf eine Art und Weise abqualifiziert, wie wir sie in dieser Veröffentlichung nicht wiedergeben können", schreiben sie. G+J will sich zu dem Flugblatt nicht äußern.

Beim "manager magazin" (mm) schließt man einen Wechsel der Druckerei nicht mehr aus. "Wir halten uns alle Optionen offen", sagt Chefredakteur Arno Balzer. Bisher wird das Blatt bei Mohndruck in Gütersloh gedruckt. Der Verdacht steht im Raum, dass die Bertelsmann -Druckerei dem Konzern-Vorstand die "mm"-Nummer vorab zukommen ließ, in der die Pläne des Konzerns zur Übernahme von Gruner+Jahr enthüllt wurden. Dies wäre ein schwerer Vertrauensbruch. Balzer schließt aus, dass seine Redakteure Bertelsmann mit dem Heft versorgten. Der Konzern hüllt sich in der Causa bisher in Schweigen - auch gegenüber "mm".

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