4. Advents-Sonnabend Weihnachtsstress in Hamburgs City bleibt aus

Foto: Susanne Hüners

Kein Vergleich zum Andrang in den vergangenen Wochen: Schlangen an den Kassen oder Glühweinständen suchte man vergebens.

Was ist denn hier los? Nichts! Am letzten Sonnabend vor Weihnachten ist die Hamburger Innenstadt gegen Mittag so leer, wie schon lange nicht mehr. Kein Gedrängel, keine Schlangen an den Kassen oder an den Ständen auf dem Weihnachtsmarkt. Die Hamburger haben ihre Weihnachtseinkäufe offenbar pünktlich geschafft und genießen bereits ihre freie Zeit, die Stimmung ist entspannt.

Und wer heute Mittag durch die verschneite Innenstadt flaniert, ist selber erstaunt, wie wenig besucht die Shoppingmeilen in Hamburgs City sind.

"Ob es daran liegt, dass es heute Morgen geschneit hat oder daran, dass viele in die Ferien gefahren sind?", fragen sich Jeannette Westen (43) und Nejla Akbulut (44). Die beiden Schwägerinnen sind am Vormittag aus Bergedorf hergekommen - zum Bummeln. "Geschenke haben wir schon alle besorgt. Heute wollten wir einfach ein bisschen Shoppen gehen." Mit Erfolg, wie man an den Einkaufstüten sieht. "In den Geschäften sind wir immer gleich drangekommen, die Kassen waren leer", sagt Nejla Akbulut.

"Und auch die Straßen auf dem Weg in die Innenstadt waren komplett leer, da hätten wir bestimmt prima einen Parkplatz im Parkhaus gefunden", sagt Jeannette Westen. Dabei haben sich die beiden extra mit dem Auto in die Innenstadt fahren lassen, um später mit der Bahn zurückzufahren." Gestreut wäre die B5 allerdings nicht gewesen. "Da war die Stadtreinigung wohl nicht richtig drauf vorbereitet", sagt Jeannette Westen und lacht.

Am Weihnachtsmarkt an der Petrikirche ist man ebenfalls überrascht über den ausbleibenden Andrang der Kunden. "Bis jetzt (13 Uhr) ist kaum was los. Dabei waren wir auf etwas ganz anderes vorbereitet", sagt Glühweinverkäuferin Ilka (39). "An den vergangenen Sonnabenden war es dagegen bereits bei Verkaufsbeginn morgens um 11 Uhr schon immer proppenvoll".

Gemütliches Einkaufen und Genießen also am letzten Sonnabend vor Weihnachten. Ingrid (63) besucht ihre Tochter Stefanie (31) über Weihnachten in Hamburg. "Eigentlich haben wir schon alle Geschenke gekauft. Aber diesen Bummel heute hatten wir schon länger geplant. Ich kaufe ihr nämlich noch ein kleines "Highlight" - ein Chanel-Parfüm". Im Anschluss wollen die beiden noch etwas Essen gehen und dann auf die Couch: "Einen schönen alten Weihnachtsfilm ansehen". Ein guter Plan.