Tarifkonflikt Am Hamburg Airport drohen neue Streiks

Foto: Michael Arning

Sicherheitsleute könnten kommende Woche erneut die Arbeit niederlegen. Bereits letzten Monat hatten die Streiks den Flugverkehr behindert.

Hamburg/Frankfurt. Die Sicherheitsleute an den Flughäfen in Hamburg und Nordrhein-Westfalen drohen im Tarifkonflikt mit neuen Streiks. Da die Arbeitgeber keine neuen Lohnangebote vorgelegt hätten, seien weitere Streiks ab Mitte kommender Woche nicht mehr ausgeschlossen, sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Petra Gerstenkorn am Freitag. Mit Rücksicht auf die Fluggäste würden die anstehenden Streiks jeweils am Vortag von der örtlichen Streikleitung angekündigt. Im vergangenen Monat hatten Streiks des Sicherheitspersonals die Flughäfen in Hamburg, Düsseldorf und Köln teilweise lahmgelegt.

Die Passagiere an den Flughäfen werden von sogenannten Luftsicherheitsassistenten kontrolliert – sie sind Angestellte von Firmen, die die Aufgabe im Auftrag der Bundespolizei übernehmen. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten 70 bis 80 Prozent der Sicherheitsleute in Nordrhein-Westfalen in der untersten Lohngruppe und erhalten in der Stunde 8,23 Euro. An den Flughäfen liege der Stundenlohn des Sicherheitspersonals bei 12,36 Euro. Verdi fordert somit 2,50 Euro mehr pro Stunde. Der Verband der Sicherheitsfirmen BDSW nennt die Forderung "völlig überzogen".

Aufatmen können Fluggäste in den Karnevalshochburgen von Nordrhein-Westfalen: Über die närrischen Tage sind keine Streiks geplant. "Wir werden Streiks rechtzeitig ankündigen", bekräftigte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi in Düsseldorf. Am Vortag hatte ein Sondierungsgespräch der Tarifparteien in Nordrhein-Westfalen nicht zu einem Ergebnis geführt und war abgebrochen worden. In dem Bundesland hat die Sicherheitsbranche 34.000 Beschäftigte.