08.02.13

Hamburg

Hafenkonzern HHLA verkauft Logistikzentrum

Die Hamburger Hafen und Logistik AG trennt sich von Anlage in Altenwerder. Der Umschlag legt leicht zu, aber der Umsatz ist rückläufig.

Von Rolf Zamponi
Foto: hhla
Das Logistikzentrum Altenwerder
Das Logistikzentrum Altenwerder hat die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) weitergegeben. Die Kunden werden nun vom Überseezentrum aus bedient

Hamburg. Die Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) hat sich von ihrem Logistikzentrum nahe dem Containerterminal Altenwerder getrennt. "Die Lager, das Um- und Verpacken sowie weitere Dienstleistungen für unsere Kunden werden wir künftig allein am Überseezentrum anbieten", sagte HHLA-Sprecher Florian Marten dem Abendblatt. Dafür wird dort derzeit bereits investiert. Der Verkauf sei in diesem Jahr abgewickelt worden, sagte Marten ohne nähere Einzelheiten wie den Preis oder den neuen Eigentümer zu nennen. Zu dem Thema will sich die HHLA erst auf der Bilanzpressekonferenz am 27. März äußern.

Die Konzentration der Logistik an einem statt an bisher zwei Standorten wird für den Hafenkonzern durch den Hafenentwicklungsplan ermöglicht. "Wir sind jetzt sicher, dass das Terrain am Überseezentrum für die maritime Wirtschaft reserviert bleibt", sagte Marten. Gleichzeitig bleibe es aber möglich, in diesem Bereich ein drittes Kreuzfahrtterminal einzurichten.

Dienstleistungen wie das Verpacken von im Internet bestellten Schuhen und Textilien für einen internationalen Hersteller oder das Verteilen von Koffern an den Hamburger Einzelhandel sollen nun statt in Altenwerder im Überseezentrum erledigt werden. Dort stehen 80.000 Quadratmeter an Hallenfläche zur Verfügung. Zum Vergleich: Das 2006 in Betrieb genommene Logistikzentrum in Altenwerder ist 29.000 Quadratmeter groß. Gleichzeitig wird der Umschlag von Turbinen, Trafos und Maschinenteilen künftig am O'Swaldkai konzentriert.

In ihrem Hauptgeschäftsfeld, dem Containerumschlag, hat die HHLA im vergangenen Jahr noch ein kleines Plus erzielt. So stieg die Zahl der abgefertigten Boxen um 1,4 Prozent auf 7,2 Millionen Standardcontainer (TEU). Das ist leicht besser, als das Unternehmen es im Herbst erwartet hatte. Insgesamt dürfte der Hafen dennoch 2012 etwas schlechter abgeschnitten haben als 2011. So liegt die Zahl der verladenen Boxen nach Informationen des Abendblatts 2012 bei knapp 8,9 Millionen TEU nach zuvor 9,014 Millionen TEU. Beim Massengut dürften 39 Millionen Tonnen (Vorjahr: 39,6) und beim Gesamtergebnis um 130 Millionen Tonnen (132,2) erreicht worden sein. Das Hafen Hamburg Marketing will die Zahlen für den Hafen am Montag vorstellen.

Der HHLA-Konzernumsatz ging 2012 nach vorläufigen Zahlen von 1,217 Milliarden auf 1,125 Milliarden Euro zurück. Dies hängt jedoch auch mit der Neuordnung der Beteiligungen an Eisenbahnunternehmen für den Containertransport zusammen. So hat sich die HHLA von ihrer Beteiligung an der Transfracht getrennt und bei den Containerzugfirmen Metrans und Polzug zugekauft. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) lag bei 185 Millionen Euro. Das ist zwar weniger als 2011, als 207 Millionen Euro verdient wurden. Allerdings liegt das Ergebnis am oberen Ende der erwarteten Spanne von 170 bis 190 Millionen Euro. "Die HHLA hat eine Prämie auf die Kapitalkosten verdient und damit erneut den Unternehmenswert gesteigert", sagte Vorstandschef Klaus-Dieter Peters.

Allerdings leidet der Hafenkonzern weiter unter der schwachen internationalen Konjunktur. So war allein das Geschäft mit Fernost in den ersten neun Monaten von 2012 um 8,8 Prozent eingebrochen. Der größte Teil des Rückgangs betrifft dabei China. Der Ergebnisrückgang geht aber auch auf die vom Bundesverwaltungsgericht gestoppte Elbvertiefung zurück. "Wir müssen auf den Terminals mehr Personal einsetzen, um große Frachter so rechtzeitig abfertigen zu können, dass sie den Fluss bei Hochwasser passieren können", sagt Marten. Dies verursache hohe Zusatzkosten. Analysten beurteilen die neuen Zahlen der HHLA eher zurückhaltend. Dennoch stieg die Aktie am Donnerstag zeitweise um mehr als fünf Prozent auf gut 19 Euro. "Wir rechnen aber derzeit nicht damit, dass das Interesse nachhaltig sein wird", sagte Haspa-Analyst Ingo Schmidt. "Der entscheidende Einflussfaktor bleibt die Elbvertiefung. Von ihr hängt es ab, wie sich der Kurs entwickeln wird." Schon 2012 sei das Papier hinter anderen Logistikaktien zurückgeblieben. Die Haspa empfiehlt, die Aktie zu halten. Kursziel: 20 Euro.

Beim Bielefelder Bankhaus Lampe verweist Analyst Sebastian Hein nicht nur auf das Risiko Elbvertiefung, sondern auch auf die schwächere Konjunktur sowie Überkapazitäten bei den Terminals in Nordeuropa. "Das höhere Umschlagvolumen kommt zusammen mit einen sinkenden Gewinn und damit sinkenden Margen", sagt Hein. Auch er rechnet nicht mit einem nachhaltigen Kursanstieg. Das Kursziel lautet bei Lampe 17 Euro. Daraus folgt die Empfehlung: verkaufen.

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