Billstedt Ausstellung: Die Gewalt lauert hinter der heilen Fassade

Foto: picture alliance / Photoshot

Mit einer ungewöhnlichen Schau in einer "ganz normalen" Wohnung wollen Polizei und Behörden auf häusliche Gewalt aufmerksam machen.

Vor der Tür gepflegte Blumenbeete, auf der Fußmatte ein Willkommensgruß, das Wohnzimmer aufgeräumt. Nach außen hin scheint oft alles in Ordnung zu sein. Doch hinter heilen Fassaden lauert eine oft unterschätzte Gefahr: häusliche Gewalt.

Zu diesem Thema zeigt der Internationale Bund (IB), ein Jugend-, und Bildungsträger, die Ausstellung "Rosenstraße 76". Gestern wurde sie von Schirmherrin Aydan Özoguz (stellvertretende SPD-Bundesvorsitzende), Wolfgang Kopitzsch (Polizeipräsident), Detlef Scheele (Sozialsenator) und Wolfgang Sielaff (Weisser Ring) eröffnet.

Gezeigt wird eine Drei-Zimmer-Wohnung, die auf den ersten Blick wirkt, als werde sie von einer ganz normalen Familie bewohnt. Auf den zweiten Blick deuten aber zahlreiche Signale darauf hin, dass hier, im wahrsten Sinne des Wortes, gewaltig der Haussegen schiefhängt. Der Gürtel im Kinderbett könnte zum Schlagen benutzt worden sein, die Schminksachen im Schlafzimmer zum Verstecken blauer Flecke, die Valiumtabletten, um die Seele zu trösten.

"Mit der Ausstellung wollen wir aufrütteln, sensibilisieren und helfen, Wege aus der Gewalt zu finden", sagt Lucas Modler, Geschäftsführer des IB Hamburg. Ein Besuch sei auch für Schulklassen empfehlenswert.

"Rosenstraße 76" ist bis zum 15. Februar in Billstedt zu sehen (Schulgelände REBUS, Steinfeldtstraße 1), danach in Bergedorf. Weitere Informationen unter www.internationaler-bund.de/rosenstrasse76.