22.01.13

Veddel

Fabrikabriss? Hamburger Senat soll entscheiden

Backstein-Ensemble gilt als Relikt für Arbeiterkultur Hamburgs. Hafenverwaltung investiert zehn Millionen. Aber nur, wenn ein Teil wegkommt.

Foto: Axel Tiedemann
Ein Teil der historischen Fabrik soll weg, fordert die Hafenbehörde
Ein Teil der historischen Fabrik soll weg, fordert die Hafenbehörde

Hamburg. Nach den teils massiven Protesten gegen den geplanten Abriss einer historischen Fabrikanlage auf der Veddel, fordert die Hafenverwaltung Hamburg Port Authority (HPA) jetzt den Senat auf, eine endgültige Entscheidung zu treffen. Die Landesregierung habe das letzte Wort, sagt Tino Klemm, der bei HPA die Bereiche Finanzen und Immobilien verantwortet. Doch ein Verzicht auf die Entwicklung des Areals an der Peutestraße würde dazu führen, dass die Gebäude weiter verfallen, warnte Klemm.

Wie berichtet, hatten die Direktorinnen von Museen, Architektenvertreter und Denkmalschützer vor wenigen Tagen in einem Offenen Brief gegen die Abrisspläne der HPA protestiert. Im Mittelpunkt dieses Streits stehen eine Fabrikanlage und ein Zentrallager samt Nebengebäuden, dass von der Konsumgüter-Genossenschaft GEG in den 1920er- und 1930er-Jahren gebaut worden war. Das wuchtige Backstein-Ensemble gilt als herausragendes Relikt für die Arbeiterkultur Hamburgs. Viele Jahre aber wurden die Gebäude zuletzt von kleinen Kreativ-Unternehmen und verschiedenen Lager-Betrieben genutzt, während in die Substanz so gut wie gar nicht investiert wurde. Allerdings hat die Stadt bereits seit den 1920er-Jahren ein Vorkaufsrecht, wodurch Hamburg schließlich vor gut zwei Jahren günstig die etwa acht Hektar große Fläche erwerben konnte.

In den vergangenen zwei Jahren habe es dann intensive Verhandlungen mit der Kulturbehörde gegeben, um eine denkmalgerechte Lösung für das Ensemble zu entwickeln, sagt Klemm.

Der Plan: Dort im Hafen sollte ein zentrales Lager für alle Hamburger Museen eingerichtet werden. Doch das Vorhaben scheiterte an der Finanzierung. "Auch konkrete Konzepte anderer Investoren oder gar Mäzene gibt es derzeit nicht", sagt Klemm. Daher habe die HPA mit der Kulturbehörde vor einigen Wochen einen Kompromiss getroffen. Danach wird das zentrale Lagergebäude von der HPA saniert. Klemm: "Wir investieren dort in eine denkmalgerechte Lösung mehr als zehn Millionen Euro". Die komplette fünfte Etage soll Kreativ-Unternehmen vorbehalten bleiben.

Das alte Produktionsgebäude soll dem Kompromiss zufolge aber von der HPA abgerissen werden, um dort eine neue Logistikhalle zu bauen, für die die HPA ab 2015 auch bereits einen Mieter hat. Just gegen den Abriss dieses Backsteingebäudes hatten sich die Unterzeichner des offenen Briefes gewandt. Sie fordern einen Erhalt des gesamten Ensembles.

Die Sanierung des mittleren Komplexes sei aber nur in Kombination mit dem Abriss der anderen Gebäude betriebswirtschaftlich möglich, sagt Tino Klemm: "Das ist eine Lösung, ein Kompromiss aus Denkmalschutz und Hafennutzung."

(at)
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