Elbphilharmonie Rege-Chef weist Verantwortung für Kostenexplosion von sich

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Vor dem PUA hat Rege-Chef Heribert Leutner die Verantwortung für die Kostenexplosion beim Bau der Elbphilharmonie von sich gewiesen.

Hamburg. Der Chef der städtischen Realisierungsgesellschaft (Rege) Heribert Leutner hat die Verantwortung für die Kostenexplosion bei dem Bau der Elbphilharmonie von sich gewiesen. Er habe in seiner Position keinen Entscheidungsspielraum gehabt, sagte Leutner am Mittwoch vor dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Hamburg. Bis 2007 war Leutner bei der Rege zwar Projektleiter des Bauwerks, nicht aber Geschäftsführer. 2007 schied Leutner kurzfristig aus der Rege aus, 2008 übernahm er den Chefposten.

Der damalige Geschäftsführer der Rege, Hartmut Wegener, habe die Entscheidungsverantwortung gehabt und nicht er als Projektleiter, berichtete Leutner. Es habe zwischen ihnen auch Meinungsverschiedenheiten gegeben – insbesondere bei Fragen des Geldes.

Leutner erklärt sich die Kostensteigerung allerdings durch verschiedene Probleme. "Von dem, was ich vom Projekt kenne, kann ich sagen, dass es nicht einen entscheidenden Fehler oder ein entscheidendes Versäumnis gegeben hat", sagte Leutner. Vielmehr setze sich die Kostenexplosion seiner Meinung nach aus verschiedenen Aspekten, wie der herausragenden Architektur, der schwierigen Wasserlage an der Elbe und auch der schwierigen Zusammenarbeit der Vertragspartner zusammen.

Außerdem sei eine Kostenexplosion bei der Betrachtung der Projektziele nicht verwunderlich. Die Ziele "Hamburg baut ein Wahrzeichen", "Hamburg baut einen der besten Konzertsäle der Welt" und "ein Haus für alle" hätten hohe Kosten nach sich gezogen. "Das ist allerhöchste Ingenieurskunst, das ist schon etwas anderes, als wenn man so ein Rathaus baut."

Auf kritische Nachfragen des Untersuchungsausschusses antwortete Leutner mehrfach, dass er sich an manche Vorgänge nicht genau erinnern könne. Auch Ex-Bürgermeister Ole von Beust hatte in dem Parlamentarischen Untersuchungsausschuss Elbphilharmonie bereits auf Erinnerungslücken verwiesen.