01.12.12

Märchen im Michel

Lieblingsaktion: Und was ist Ihr Weihnachtsschatz?

Verraten Sie uns für die Lieblingsaktion des Abendblatts Ihre schönste Erinnerung ans Fest. Hauptsache, sie ist typisch Hamburgisch.

Von Jens Meyer-Odewald
Foto: pa/dpa
Hamburger Weihnachtsmärkte eröffnet
Der Weihnachtsmann in seinem Schlitten auf dem Hamburger Rathausmarkt

Gerösteter Truthahn mit Füllung nach Mecklenburger Art aus der Backröhre? Omas eingekochtes Gänseklein mit Kapernsauce? Ein Gedicht! Oder lieber doch panierte Karbonade mit buntem Kartoffelsalat - wie immer? Seit Menschengedenken die gleiche Tannenbaumspitze aus dem Alten Land? Selbst gebastelte, windschiefe Strohengel von den heute längst erwachsenen Urenkeln vor der Krippe? Angegraute Lämmchen oder Rinder, von den Ahnen liebevoll aus Knetgummi geformt? Oder nach der Bescherung dieses wunderbare Märchen auf Platt, das Opa vorzutragen pflegte?

Mancher gute Brauch blieb erhalten. Die einen verstecken ihre Geschenke wie andere Ostereier. Einige vereinbaren grundsätzlich felsenfest, auf Geschenke zu verzichten. Und am Ende hat doch jeder "nur eine Kleinigkeit" parat. Mancher beschert erst um Mitternacht - im Anschluss an die Christmette. Einige singen festliche Lieder vor dem Tannenbaum in festgelegter Reihenfolge. "Stille Nacht" geht nur zum Ende der familiären Chorrunde; sonst ist nicht richtig Weihnachten. Sie verpacken ihre Geschenke nach bewährtem Muster. Auch in der Familie seit Generationen überlieferte Gedichte, Rezepte oder Geschichten machen das Fest erst richtig feierlich.

+++So können Sie mitmachen+++

Oft gibt es Rituale, die traditionell zum guten Ton gehören. Oder man gräbt in Erinnerungen, holt Fotos hervor oder freut sich an uralten Briefen und handgeschriebenen Notizen. Wer hat nicht im Keller oder auf dem Boden diesen einen heiligen Pappkarton liegen, in dem die kleinen und großen Schätze für den Heiligen Abend gehortet werden? Alle Jahre wieder wird er hervorgeholt und in einer andächtigen Zeremonie ausgepackt - mit Gänsehautgefühl und einem Hauch von Wehmut. Weil die Erinnerungsstücke ihre besondere Bedeutung haben.

Damit die schönsten Stunden des Jahres eben nicht in Vergessenheit geraten und vielleicht sogar wieder belebt werden, bitten wir Sie, die Gemeinde der Abendblatt-Leser, um Unterstützung. Wir suchen alles Schöne, das mit der Adventszeit und Weihnachten in Verbindung steht - mit Blickpunkt auf Hamburg und Norddeutschland. Wer besitzt Erinnerungsstücke, Lieder, Gedichte oder Rezepte, die auch für die Allgemeinheit von Interesse sind? Wer kann uns Traditionen schildern, die schon unsere Vorfahren praktizierten? Wer weiß, wie Weihnachten vor Jahrzehnten oder gar Jahrhunderten gefeiert wurde? Wer hat uralte Kochbücher, Bastelanleitungen oder Christbaumschmuck, den kaum einer mehr kennt? Wer erinnert sich an Formen des Julklapps oder an Gebräuche unserer Vorväter? Nur bitte wohlgemerkt: Der Akzent muss hamburgisch sein!

Auf die Reaktion sind wir gespannt. Postanschrift und E-Mail-Adresse stehen nebenan. Einen Teil der Antworten wollen wir am Sonnabend vor dem dritten Advent veröffentlichen. Und, wer weiß, vielleicht entsteht daraus im kommenden Jahr sogar ein Buch über Weihnachten in Hamburg? So wie 1982, als Autor Eckart Kleßmann in Zusammenarbeit mit dem Ernst Kabel Verlag und dem Hamburger Abendblatt ein Werk mit einer spannenden, bunten Sammlung von Anekdoten, historischen Begebenheiten sowie Dokumenten von früher herausgab. Motto, auf gut Plattdeutsch: "Na, nu is't so wiet!"

Wer weiß schon, dass der Adventskranz ursprünglich aus Hamburg kommt? Oder dass auch der Adventskalender hanseatische Wurzeln hat? Wer kennt noch so köstliche Speisen wie weihnachtlichen Krümelkuchen, Kuppeltorte, Orangen-Kürbismarmelade oder Lebkuchenmousse norddeutscher Machart? Auch für Plätzchen, Stollen, Bratäpfel und Birnenbrot existieren Rezepte, die schon im vorvergangenen Jahrhundert für Wohlgefallen in Hamburger Haushalten sorgten.

Viele Familien horten in ihren privaten Ordnern oder einfach in Sammelkästen Wunschzettel von anno dazumal. Als die Kleinen nichts so sehr begehrten wie Rasseln, Kreisel, Handwagen, Karussells wie auf dem Dom oder ein Tüdelband. Selbst wenn wundersam schöne Kindheitserinnerungen verblasst sind, kennt so mancher dennoch Spuren der Vergangenheit: zum Beispiel das Geheimnis der Rosinenmänner und Lichterpyramiden. Schätze wie diese wurden schon früh auf Hamburger Weihnachtsmärkten feilgeboten. Doch wer weiß das schon noch?

Hamburg Illustrationen aus Hermann Gutmann, Hamburger Weihnachtsgeschichten, Edition Temmen ISBN: 978-3-86108-072-5, 128 S., 9.90 €

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