11.11.12

Mieten-Protest

Zwölf Festnahmen bei Demo gegen hohe Mieten

Bei Kundgebung gegen "Mietenwahnsinn" versuchten einige der etwa 2.800 Teilnehmer ein Haus an der Bleicherstraße zu besetzen.

Von (HA/epd)
Foto: Michael Arning/HA

Die Polizei nimmt insgesamt zwölf Personen vor der Bleicherstraße 14 fest

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Hamburg. Unter dem Motto "Mietenwahnsinn stoppen" haben am Sonnabend in Hamburg nach Polizeiangaben rund 2.800 Menschen demonstriert. Die Veranstalter sprachen sogar von mehr als 4.000 Teilnehmern. Die Demonstranten zogen vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt bis zur Hafenstraße. Zu der Aktion gegen steigende Wohnkosten hatten über 80 Initiativen und Verbände aufgerufen.

Familien mit Kindern, Alte und Junge beteiligten sich an dem Protestzug. Am Rande kam es mehrfach zu spontanen Solidaritätsbekundungen. Anwohner hängten Transparente an die Balkone und warfen Konfetti aus dem Fenster. "Wir sind begeistert von der großen Resonanz", sagte Maarten Thiele vom Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen".

Die Demonstranten marschierten mit Parolen und Gesängen, durch die Innenstadt. Verstärkt wurden sie dabei von Trommeln und Vuvuzelas. Um 13 Uhr hatten sich bereits die ersten 200 Demonstranten auf dem Hachmannplatz am Hauptbahnhof zu einer Kundgebung versammelt, wo sich auch Michael Joho vom Einwohnerverein St. Georg zu Wort meldete. Der Einwohnerverein St. Georg kämpft gegen die steigenden Mietpreise in St. Georg und setzte sich bis zuletzt für den Erhalt der Buchhandlung Wohlers in der Langen Reihe ein. Michael Joho machte in seiner Rede deutlich: "Der Senat muss endlich in die Hufe kommen!" Dafür erhielt er von den Demonstranten Beifall. "Ich bin heute hier, weil die Entwicklung der Mietpreise in Hamburg in eine wahnsinnige Höhe geht. Bevor nur noch Betuchte in unserer Stadt leben, gehe ich lieber auf die Straße!", sagt Demonstrant Eugen Schanz, 70, aus Neugraben.

Nötig sei eine gesetzlich festgelegte Mietobergrenze bei allen Neuvermietungen, die weit unter dem aktuellen Mietendurchschnitt in Hamburg liegt, forderte Thiele. Das Bündnis will zudem erreichen, dass Wohnraum dem profitorientierten Markt entzogen wird und setzt sich für seine Vergesellschaftung ein.

In St. Pauli kam es lam Abend zu Auseinandersetzungen um ein leerstehendes Gebäude. Dabei wurden auch Flaschen geworfen und Gegenstände angezündet. 18 Personen wurden vorläufig festgenommen, fünf Polizisten leicht verletzt. Insgesamt waren laut Polizeipressestelle über 1.000 Beamte im Einsatz.

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