09.11.12

Hamburg

Musical "Tarzan" endet 2013 - Kehrt das "Phantom" zurück?

Stage Entertainment setzt das Musical im Herbst 2013 ab. Das "Phantom der Oper" soll sein Comeback im Konzerthaus Neue Flora feiern.

Von Ulrich Gaßdorf und Lydia Stach
Foto: Getty Images, Stage; Montage: HA / Thorsten Ahlf
Alexander Klaws als Tarzan. Daneben: die Maske des "Phantoms der Oper"
Alexander Klaws als Tarzan. Daneben: die Maske des "Phantoms der Oper"

Altona-Nord. Tarzan geht, und das Phantom feiert sein Comeback in der Neuen Flora an der Stresemannstraße. Dass die Stage Entertainment "Tarzan" im Herbst 2013 beenden wird, bestätigte Geschäftsführer Johannes Mock-O'Hara dem Abendblatt. Die Rückkehr des Erfolgmusicals "Das Phantom der Oper" ließ er dagegen unkommentiert. Nach Abendblatt-Informationen gilt die Wiederaufführung des Stücks in der Hansestadt, wo es 1990 auch Deutschlandpremiere feierte, hinter den Kulissen und in der Branche als gesetzt. Zunächst soll das Stück in der gewohnten Fassung aufgeführt werden. Aber es wird nach Informationen des Abendblatts auch darüber nachgedacht, die Handlung des Musicals zu überarbeiten.

Auch wenn Johannes Mock-O'Hara die Pläne nicht bestätigt, versichert er: "Wir werden hier eine tolle neue Produktion präsentieren, für die wir uns bereits entschieden haben und die das Publikum begeistern wird."

"DSDS"-Gewinner Alexander Klaws spielt seit Mai 2010 die Hauptrolle

Dass "Tarzan" in Hamburg von Herbst 2013 an nicht mehr läuft, hat aber laut Mock-O'Hara nichts mit den Besucherzahlen zu tun. "Tarzan" gehört zu den erfolgreichsten Produktionen der Stage Entertainment. In Kürze soll die Dschungelgeschichte, die im Oktober 2008 Premiere feierte, die Drei-Millionen-Besuchermarke knacken.

Für alle Fans hat Johannes Mock-O'Hara noch eine gute Nachricht parat: "'Tarzan' wird nicht sterben. Wir werden diese äußerst erfolgreiche Produktion in einer anderen Stadt fortführen."

Im Mai 2010 hat Sänger Alexander Klaws, der als Sieger der ersten Staffel von "Deutschland sucht den Superstar" bekannt wurde, die Hauptrolle übernommen. Ob der Künstler überhaupt noch bis Herbst 2013 dabeibleibt, ist nicht sicher: "Ich habe erst vor Kurzem meinen Vertrag um weitere sechs Monate verlängert, was danach kommt, ist noch völlig offen", sagte Klaws dem Abendblatt. Dem Musiker und Schauspieler liegen derzeit "zwei interessante Angebote vor", und er kündigte an: "Nach drei Jahren ,Tarzan' wird es auch wieder Zeit für etwas Neues."

Das Musical "Tarzan" basiert auf dem gleichnamigen Zeichentrickfilm von Walt Disney. Die Lieder werden darin ausschließlich von Weltstar Phil Collins gesungen und nicht - wie sonst üblich - von den Charakteren selbst. Bei der Musical-Adaption stammen Musik und Text ebenfalls von Phil Collins.

Das "Tarzan"-Musical hatte schon vor der Deutschlandpremiere bundesweite Aufmerksamkeit: Denn die Hauptdarsteller wurden in der Fernsehshow "Ich Tarzan, Du Jane" auf Sat.1 gecastet. Die Gewinner waren Anton Zetterholm und Elisabeth Hübert - sie standen auch bei der Erstaufführung in der Neuen Flora auf der Bühne.

Die Neue Flora an der Stresemannstraße wurde 1990 mit der Deutschlandpremiere von "Das Phantom der Oper" eröffnet. Damals in den Hauptrollen: Sängerin Anna Maria Kaufmann als Christine und der inzwischen verstorbene Startenor Peter Hofmann als Phantom. Die glanzvolle Premiere mit ihren 2000 Gästen war damals von Krawallen überschattet, 3800 Polizisten waren im Einsatz. Die Gegner protestierten gegen die Ansiedlung des Musicaltheaters am Rande des alternativen Schanzenviertels. Ehrengäste wie der Komponist Andrew Lloyd Webber, der die Musik für das Stück geschrieben hat, und seine Ehefrau Sarah Brightman mussten sich durch fliegende Farbbeutel, Eier, faules Obst und Bierdosen kämpfen. Die Vorstellung konnte erst mit 45 Minuten Verspätung beginnen. Die Busse auf dem Weg zur Premierenfeier in der Fischauktionshalle mussten unter Polizeischutz fahren.

In der Neuen Flora wurden nach dem "Phantom der Oper", das im Juni 2001 abgesetzt wurde, die Musicals "Mozart", "Titanic", "Tanz der Vampire" und "Dirty Dancing" aufgeführt - doch keines dieser Stücke konnte an den großen Erfolg des "Phantoms" anschließen. Deshalb wäre ein Comeback nicht überraschend. Dafür würde auch sprechen, dass das Musical im kommenden Jahr vor 25 Jahren zum ersten Mal am berühmten Broadway in New York aufgeführt wurde. Als das Abendblatt gestern Anna Maria Kaufmann erreichte, wurde die erfolgreiche Sängerin von der Nachricht der möglichen "Phantom"-Rückkehr überrascht: "Ein Comeback für das ,Phantom in Hamburg' wäre wunderbar. Ich wünsche allen Beteiligten viel Erfolg." Für Kaufmann war die Rolle "wie ein Traum. Ich habe dieses Stück geliebt."

Unterdessen plant die Stage Entertainment, die bis 2014 im Hafen ein viertes Theater errichtet, ihre Aktivitäten in der Musicalmetropole Hamburg weiter auszubauen. Das Unternehmen sei begeistert vom Standort und könnte sich für die Zukunft den Bau eines weiteren Musicaltheaters durchaus vorstellen. Es würden auch immer wieder mögliche Standorte geprüft, sagte Mock-O'Hara.

Das "Phantom der Oper": Erfolgreichstes Musical

Das Musical "Das Phantom der Oper" des britischen Komponisten Andrew Lloyd Webber basiert auf dem über hundert Jahre alten, gleichnamigen Roman des französischen Schriftstellers Gaston Leroux, der auch die Vorlage für diverse Theaterstücke und Filme lieferte.

Nach der Uraufführung des Musicals am 9. Oktober 1986 im Londoner West End, wo es bis heute gespielt wird, trat die Produktion einen weltweiten Siegeszug an und wurde von mehr als 130 Millionen Menschen in 145 Städten, verteilt auf 27 Länder, gesehen.

Im Januar 2013 feiert die New Yorker Produktion ihr 25. Jubiläum und hat vor Kurzem als längstes ununterbrochen gespieltes Musiktheater am Broadway einen Eintrag in Guinnessbuch der Rekorde erhalten.

Damit hat das Phantom das Kultmusical "Cats" an Spielzeit übertroffen. Bereits kurz nach der Uraufführung in London wurde in Hamburg mit dem Bau des Musicaltheaters Neue Flora begonnen, wo es elf Jahre lang zu sehen war.

Anschließend folgten bis 2007 Stationen in Stuttgart und Essen. Für die deutschsprachige Adaption lieferte der Librettist Michael Kunze den Text.

Zur Handlung: Erzählt wird die Geschichte einer mysteriösen Gestalt, die im Gebäude der Pariser Oper lebt und dort ihr Unwesen treibt. Dieses einsame "Phantom" will das Chormädchen Christine für sich gewinnen und gesteht ihm seine Liebe zur Musik.    (hpls)

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