17.10.12

Hochschulen

Tanz gegen Wohnungsnot - Hamburg teurer als München?

Die Studentenvertretungen riefen zum Protest gegen fehlende Unterkünfte in Hamburg auf und etwa 1000 Demonstranten folgten ihnen.

Foto: HA

"Tanzen. Besetzen. Mieten zerfetzen." Studenten demonstrieren gegen die Wohnungsnot in Hamburg

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Hamburg. Mit einer Tanz-Demo unter dem Motto "Schlaflos in Hamburg? Mietenwahnsinn stoppen!" haben die Allgemeinen Studierenden-Ausschüsse der Hamburger Hochschulen am Mittwoch gegen die Wohnungsnot protestiert. Etwa 1000 Demonstranten marschierten von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften am Berliner Tor durch St. Georg und die Innenstadt und beendeten schließlich an der Gnadenkirche im Karoviertel ihren Protest.

Im Anschluss sollte der abendliche "Demo-Rave" im Grünen Jäger am Neuen Pferdemarkt ausklingen. Abgesehen von einigen gezündeten Bengalos blieb die Lage friedlich.

Mit der bunten und lauten Demonstration wollten die Veranstalter vor allem Jüngere ansprechen. Sie fordern bei ihren Protesten unter anderem eine Mietobergrenze, die deutlich unter dem jetzigen Mieterschnitt von 8,10 Euro liegt. "Zum Semesteranfang hat ein Fünftel aller Studierenden noch immer keinen festen Wohnsitz gefunden", sagt Sprecher Maarten Thiele. Die Situation sei so nicht hinnehmbar.

Demonstrantin Julia Oehlert (22) studiert Stadtplanung an der Hafen City University und berichtet dem Hamburger Abendblatt: "Ich suche seit 13 Monaten nach einer bezahlbaren Wohnung in Hamburg. Als ich aus Freiburg hierher zog, habe ich erst drei Monate auf dem Sofa einer Freundin geschlafen, jetzt wohne ich auf 15 qm in einer kleinen 3er-WG in Barmbek für 360 Euro, suche aber weiter. Ich habe den Hamburger Wohnungsmarkt total unterschätzt."

Eine Besserung ihrer Lage könnte in nächster Zeit nicht in Sicht sein, denn die Studentenvertretungen erwarten, dass in dem im kommenden Jahr erscheinenden Sozialerhebungsbericht des Deutschen Studentenwerks Hamburg die Stadt München als teuerstes Pflaster für Studierende abgelöst haben wird.

Mit weiteren Protestaktionen möchten die Veranstalter in diesem Herbst auf die Lage aufmerksam machen. Für den 27. Oktober ist ein Aktionstag unter dem Motto "Suchst du noch oder wohnst du schon?" angekündigt. Am 10. November soll gemeinsam mit dem Bündnis "Mietenwahnsinn stoppen!" eine Großdemonstration stattfinden. Die Marschroute soll vom Hachmannplatz zur Hafenstraße gehen.

(HA/epd)
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