23.01.13

Sternschanze

Überfälle, Drogenhandel: Wird Florapark nachts geschlossen?

Das Gelände hinter der Roten Flora hat sich zur Problemzone entwickelt. Anwohner und Bezirk diskutieren umfangreiche Gegenmaßnahmen.

Von Lisa Fröhling
Foto: Lisa Fröhling
Der Florapark gilt als Umschlagsplatz für weiche Drogen. Am Wochenende kommt es hier immer wieder zu Überfällen, Passanten werden "abgezogen"
Der Florapark gilt als Umschlagsplatz für weiche Drogen. Am Wochenende kommt es hier immer wieder zu Überfällen, Passanten werden "abgezogen"

Hamburg. Hier gibt es zwar eine Rutsche und ein paar Spielgeräte, auch der kleine Hügel lädt bei Schnee eigentlich zum Schlittenfahren ein. Aber so richtig beliebt ist der Florapark am Schulterblatt bei Familien mit Kindern nicht. Denn der Park ist weit über die Stadtteilgrenzen als Umschlagplatz für "weiche" Drogen bekannt – auch beim Altonaer Bezirksamt. Zudem kommt es hier immer wieder zu Überfällen und anderen Delikten, besonders am Wochenende.

"Seit einigen Monaten hat sich die Lage im Florapark verschärft", sagt Gregor Werner von der SPD Altona-Nord/Sternschanze. Dass im Florapark mit Drogen gehandelt wird, sei offensichtlich. Nun werden verschiedene Gegenmaßnahmen diskutiert, darunter auch eine nächtliche Schließung des Parks und die Einsetzung von Wachpersonal.

Probleme 2012 verschärft

Drogenhandel habe es in diesem Viertel zwar fast immer gegeben, so Kerstin Godenschwege vom Bezirksamt. Doch im Laufe des Jahres 2012 sei das Problem "immer prekärer" geworden, da sich Dealergruppen auf die Gegend in und um den Florapark konzentrierten und dort zum Teil auch sehr aggressiv aufträten – problematisch vor allem für Kinder. Der Bezirk arbeite zwar eng mit der Polizei zusammen, die hier regelmäßig auf Streife gehe - aber "allein mit polizeilichen Maßnahmen lässt sich dieses Problem nicht in den Griff kriegen", meint Bezirkspolitiker Gregor Werner.

Doch was kann man tun, um die Dealer aus dem Park zu vertreiben? Mit dieser Frage befassen sich Bezirkspolitiker, Anwohner, Gewerbetreibende und Gastronomen aus der Umgebung schon seit Längerem bei einem Runden Tisch und in Arbeitsgruppen, jeweils moderiert von der Stadterneuerungs- und Stadtentwicklungsgesellschaft "steg". Im Gespräch sind ganz verschiedene Maßnahmen, darunter Flug- und Informationsblätter, ein unabhängiger Parkwächter, Videoüberwachung, Aufklärung der Käufer vor Ort oder sozialpädagogische Angebote.

Mehr Leben durch Veranstaltungen

Außerdem soll der Park verstärkt für Feste und Veranstaltungen genutzt werden. "Wenn Vereine und Organisationen hier Präsenz zeigen, suchen die Dealer erfahrungsgemäß das Weite", meint Gregor Werner. Erste Erfolge dieser Strategie zeigten sich bereits, als die Freiwillige Feuerwehr einige Übungen in den Park verlegte: Zumindest während dieser Übungen sei der Park "dealerfrei" gewesen, teilte Kerstin Godenschwege aus dem Altonaer Bezirksamt mit.

Auch im anliegenden Kulturhaus III & 70 will man der Problematik künftig strenger nachgehen, nachdem der Drogenhandel "bereits die eigenen Räumlichkeiten erreicht" habe. Daraufhin habe das Kulturhaus sein Tagescafé geschlossen, die Toiletten sind nur noch für Gäste zugänglich. Die regelmäßigen Kontrollen der Polizei befürworten die Betreiber des Kulturhauses. "Über derartige Unterstützungen sind wir natürlich sehr dankbar", so Godenschwege.

Bis zum Sommer soll es besser werden

Auch eine stärkere Beleuchtung des Parks könnte helfen: "Dann fühlen sich die Dealer nicht mehr so unbeobachtet", erklärt Gregor Werner. Bei den Treffen des Runden Tisches sei sogar diskutiert worden, den Park nachts zu schließen. "Allerdings wäre dies ein sehr radikaler und auch in der Umsetzung ein problematischer Eingriff, so dass das Für und Wider sorgfältig abgewogen werden muss", so Kerstin Godenschwege.

Bis auf die Übungen der Freiwilligen Feuerwehr seien die geplanten Maßnahmen derzeit überwiegend noch in der Vorbereitung, man wolle "rechtzeitig zur Saison" mit der Umsetzung beginnen. "Wir hoffen, dass der Park dann zum Sommer hin von den Bürgern 'zurückerobert' ist", sagte Gregor Werner. "Die Menschen sollen wieder ohne Angst und mit Freude herkommen können."

Das nächste Treffen der Arbeitsgruppe ist für den 21.2.2013 im JesusCenter (Schulterblatt 63) geplant (Beginn: 17 Uhr). Der Runde Tisch tagt am 20.3. sowie am 5.6.2013 jeweils um 19 Uhr ebenfalls im JesusCenter. Jeder, der sich einbringen will, ist herzlich willkommen.

Wer Anregungen hat, kann diese per Mail an zentrale@steg-hamburg.de schicken.

Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Top Video Alle Videos
Kelle mit Aufschrift «Einsatz Feuerwehr»Brightcove Videos

mehr »

Top Bildergalerien mehr
Hasloh

Mehrere Verletzte nach Fund einer Rauchgranate

Libyen

Tripolis: Treibstofftank von Rakete getroffen

Fußball

Der HSV wird dritter beim Telekom Cup

Lohbrügge

26-Jähriger stirbt nach Messerattacke

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Hamburger Hochzeiten
Hamburger Hochzeiten

Das Hochzeitsportal vom Hamburger Abendblattmehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr