Sexueller Missbrauch

Anwalt: Inzestopfer bekam auch Kind vom Onkel

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem 69-jährigen Rentner vor, seine heute 46 Jahre alte Tochter über Jahrzehnte hinweg vergewaltigt zu haben.

Nürnberg/Hamburg. Das mutmaßliche Missbrauchsopfer aus Franken hat nach Angaben des Anwalts des Vaters neben den drei Kindern von diesem ein viertes Kind vom eigenen Onkel geboren. „Das hat die Staatsanwaltschaft unterschlagen“, sagte der Anwalt Karl Herzog aus Neustadt an der Aisch der dpa am Mittwoch. Zuvor hatte er im Online-Magazin stern.de bekräftigt, dass die angeklagten Taten den Vorwurf der Vergewaltigung nicht erfüllten, da sie einvernehmlich waren. „Mein Mandant streitet nicht ab, Geschlechtsverkehr mit seiner Tochter gehabt zu haben“, zitiert das Magazin den Anwalt. „Dies geschah jeweils einvernehmlich und ohne Anwendung von Gewalt durch meinen Mandanten.“ Die Tochter sei die einzige, die von Gewalt spreche. Aus diesem Grund habe er auch die Einholung eines Glaubwürdigkeitsgutachtens in Auftrag gegeben, sagte er stern.de. Die ganze Familie, so Anwalt Herzog, sei deutlich unterdurchschnittlich intelligent.

Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wirft dem 69-jährigen Rentner aus dem kleinen Ort Willmersbach vor, seine heute 46 Jahre alte Tochter über Jahrzehnte hinweg vergewaltigt zu haben. Er sitzt seit einem halben Jahr in Untersuchungshaft.

Wie der Anwalt der dpa weiter sagte, hat der in Ostbayern lebende leibliche Bruder des Beschuldigten mit dessen Tochter ebenfalls ein Kind gezeugt. Von seiner Vaterschaft habe dieser aber erst im Zuge der Ermittlungen erfahren, „als er zum Gentest musste“. Den Behörden habe die Frau immer gesagt, dass ihr die Väter nicht bekannt seien.

Weiterer Inzest-Fall in Bayern: 400 Mal Sex mit Töchtern

In Bayern kommt unterdessen ein weiterer Inzestfall ans Licht: Ein 46-Jähriger in Schwaben muss sich vor Gericht verantworten. Er soll mit seinen Töchtern jahrelang Sex gehabt haben. Eine der jungen Frauen brachte zwei Kinder ihres Vaters zur Welt. Vom kommenden Dienstag an (20. September) steht der Mann unter anderem wegen sexuellen Missbrauchs Schutzbefohlener vor dem Landgericht Memmingen (- Az: 220 Js 11695/10). Von April 2006 bis Juni 2010 soll er laut Anklage knapp 400 Mal Sex mit den jungen Frauen gehabt haben.

( (dpa/abendblatt.de) )