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9-Euro-Ticket: Wo kann man es kaufen? Alle Infos

| Lesedauer: 6 Minuten
9-Euro-Ticket: Alle Fragen, alle Antworten // IMTEST

9-Euro-Ticket: Alle Fragen, alle Antworten // IMTEST

Pünktlich zum Sommerbeginn startet das 9-Euro-Ticket. IMTEST hat die Antworten auf Fragen, die Sie sich vielleicht noch nicht gestellt haben.

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Das 9-Euro-Ticket gilt jetzt bundesweit im Regionalverkehr. Wo es erhältlich ist, wo es gilt und was man beachten muss – alle Infos.

Berlin. 
  • Ab dem 1. Juni gilt beim Bahnfahren das 9-Euro-Ticket
  • Für 9 Euro im Monat können Verbraucherinnen und Verbraucher bundesweit den Regionalverkehr nutzen
  • Was man dabei beachten muss, lesen Sie hier

Am 1. Juni geht es los: Bahnfahrerinnen und -fahrer können das 9-Euro-Ticket im Regionalverkehr nutzen. Im Juni, Juli und August können sie damit durch ganz Deutschland fahren. Zum Start gibt es noch manches zu beachten.

9-Euro-Ticket: Wo kann ich das Ticket noch rechtzeitig kaufen?

Die Tickets sind und bleiben über die Apps, Fahrkartenschalter, Kundenzentren und andere Verkaufsstellen der jeweiligen Verkehrsunternehmen und Verbünde erhältlich. Seit diesem Montag gibt es vom Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) auch eine eigene „9-Euro-Ticket“-App, die auf den gängigen Plattformen runtergeladen werden und über die die Monatstickets ebenfalls gekauft werden können.

„Damit haben insbesondere jene Neukundinnen und Neukunden ab sofort die Möglichkeit, das 9-Euro-Ticket per App zu erwerben, in deren Heimatregion das Ticket bislang nicht per App oder über andere digitale Wege angeboten wird“, teilte der Verband mit.

Deutsche Bahn: Wie lange gilt das 9-Euro-Ticket?

Zur Entlastung von hohen Energiepreisen hat die Bundesregierung das so genannte 9-Euro-Ticket beschlossen. Mit dieser Zeitkarte können die Kunden alle Nahverkehrsmittel in Deutschland benutzen. Die Aktion ist auf den Zeitraum zwischen dem 1. Juni und dem 31. August befristet. Wer es drei Monate lang erwerben will, zahlt für jeden Monat neun Euro, also insgesamt 27 Euro. So günstig kommen Fahrgäste sonst nie an entferntere Ziele. Das Ticket gilt nicht monatsübergreifend, sondern immer nur bis zum Ende des Monats, in dem es gekauft wird. Mehr zum Thema: Wo das 9-Euro-Ticket nicht gilt

Bus, Bahnen und Co.: Welche Verkehrsmittel kann man mit dem Ticket nutzen?

Prinzipiell gilt das 9-Euro-Ticket bundesweit in allen Bussen, Straßenbahnen, U-Bahnen, S-Bahnen und Zügen des Nah- und Regionalverkehrs – egal ob von der Deutschen Bahn oder anderen Anbietern. Nicht genutzt werden kann der Fernverkehr der Deutschen Bahn mit ICE, Intercity und Eurocity.

Auch auf einigen Intercity-Abschnitten, auf denen Fahrgäste mit anderen Nahverkehrsfahrkarten sonst zusteigen dürfen, gilt das Ticket nicht, wie die Bahn vergangene Woche verdeutlichte. Diese Fernverkehrszüge werden in der Reiseauskunft neben der IC- mit einer Regionalzug-Kennzeichnung ausgewiesen. Dabei stehe der Hinweis „9-EUR-Ticket nicht gültig“, sagte ein Sprecher. Das hatte zuletzt bei einigen Kunden für Verwirrung gesorgt. Nach Angaben der Bahn laufen zu dem Thema regional noch Gespräche.

Deutsche Bahn: Erstreckt sich das Angebot auch auf den Fernverkehr der Bahnen?

Das ist nicht der Fall. Nur die Regionalzüge der Deutschen Bahn können die Kunden ohne Zusatzkosten benutzen. Daher erwartet der Fahrgastverband Pro Bahn überfüllte Regionalzüge zur Ferienzeit.

Auch die Verkehrsunternehmen sehen die Gefahr einer hohen Auslastung, insbesondere auf den Verbindungen zu Feriengebieten wie Oberbayern oder der .

Lesen Sie hier: Rätsel um Gültigkeit des 9-Euro-Tickets – Worauf man achten muss

Kann man das 9-Euro-Ticket mit ICE-Tickets kombinieren?

Ja. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, kann man damit im Regionalverkehr zu dem Bahnhof fahren, an dem man in einen Fernzug umsteigt. Für die Fahrt im Fernverkehr ist dann aber immer ein separates Ticket notwendig.

Bekommen Besitzer von Zeitkarten auch einen Rabatt?

Für die Zeitkartenabonnenten ändert sich nur eines: Sie erhalten den über neun Euro im Monat hinaus gehenden Betrag erstattet oder gutgeschrieben. So profitieren sie auch von dem Angebot. Die Verkehrsunternehmen verrechnen Guthaben automatisch. Im eigenen Verkehrsverbund können die Kunden auch die gewohnten Vergünstigungen beanspruchen, etwa ein Fahrrad oder Kinder mitnehmen. Außerhalb des eigenen Netzes gelten die Sonderregelungen allerdings nicht. Dort müssen dann Extratickets gelöst werden.

Wird trotz der günstigen Tickets weiter kontrolliert?

Ja, die Verkehrsunternehmen kontrollieren eigenen Angaben zufolge wie gewohnt weiter. Wer ohne Ticket angetroffen wird, zahlt nach wie vor ein sogenanntes erhöhtes Beförderungsgeld von meist 60 Euro.

Wie voll wird es in den Zügen?

„Wir haben keinen blassen Schimmer“, sagte kürzlich der Chef der Bahn-Regionaltochter DB Regio, Jörg Sandvoß, zu dieser Frage. Zu rechnen sei wohl mit 30 Millionen Ticket-Nutzern pro Monat, hieß es zuletzt beim VDV. Das sei aber nur eine Schätzung. Die hohe Nachfrage nach den Tickets ist ein Indikator: Allein über die digitalen Kanäle der Deutschen Bahn sind bis einschließlich Montag bereits fast drei Millionen Tickets verkauft worden. Mit einem ersten Stresstest für den ÖPNV rechnen viele Fachleute bereits für das kommende lange Pfingstwochenende.

Werden zusätzliche Züge eingesetzt?

Viele Verkehrsunternehmen haben für die drei Monate Verstärkerzüge angekündigt. Die Deutsche Bahn etwa will 50 zusätzliche Züge einsetzen und das Personal verstärken. Mit den Fahrzeugen könnten 250 zusätzliche Fahrten angeboten werden, hieß es. Sie sollen vor allem entlang der Touristenstrecken in Richtung Nord- und Ostsee sowie im Süden eingesetzt werden. Doch angesichts von durchschnittlich rund 22 000 Regionalbahnfahrten jeden Tag sind Fachleute skeptisch, ob das reicht.

Auch interessant: Deutsche Bahn – Noch mehr Zug-Verspätungen wegen Baustellen

Was kostet die Aktion und wer bezahlt sie?

Rund 2,5 Milliarden Euro an Einnahmen entgehen den Verkehrsunternehmen voraussichtlich. Dieses Minus übernimmt der Bund. Angenommen wird, dass 30 Millionen 9-Euro-Tickets verkauft werden. Der Zeitplan ist ehrgeizig, denn nach der Zustimmung des Bundestags muss das Gesetz auch noch durch den Bundesrat. Der tagt am 20. Mai. Dann bleiben praktisch nur wenige Tage, um den Verkehrsunternehmen einen Ausgleich für die Mindereinnahmen zu überweisen. (dpa/bef/fmg)

Dieser Artikel ist zuerst auf morgenpost.de erschienen.

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