Terror in Paris

Zweites deutsches Todesopfer kommt aus Niedersachsen

IS droht in Video mit neuen Anschlägen und nennt zwei Ziele. Haftbefehl gegen zwei Terrorverdächtige. Obama ist gegen Bodentruppen.

Paris/Berlin. Begleitet von massiven Luftangriffen auf die Terrormiliz Islamischer Staat in Syrien treibt Frankreich die Jagd nach den Drahtziehern der Pariser Anschlagserie voran. Während die Luftwaffe „in Koordination mit den amerikanischen Kräften“ die syrische IS-Hochburg Al-Rakka bombardierte, sehen sich Frankreichs Behörden mit dem Vorwurf konfrontiert, die Flucht eines mutmaßlichen Terrorkomplizen durch eine Fahndungspanne begünstigt zu haben. An mehreren Orten in Frankreich gab es in der Nacht zum Montag Razzien.

Polizei hat angeblich Terrorverdächtigen nach Kontrolle laufen lassen

Bei den Luftangriffen mit zehn französischen Jagdbombern wurden eine IS-Kommandostelle samt Waffen- und Munitionslager sowie ein Ausbildungslager für Terroristen in Syrien zerstört, wie das Verteidigungsministerium am späten Sonntagabend mitteilte. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte sprach von mindestens 30 Luftangriffen in der IS-Hochburg Al-Rakka und deren Umgebung. Informationen über Tote und Verletzte gab es zunächst nicht.

Die Welt sagt dem IS-Terror den Kampf an

In einer bislang nicht verifizierten Erklärung hatte sich allem Anschein nach der IS zu den Anschlägen in Paris bekannt, bei denen in der zum Sonnabend mindestens 132 Menschen getötet und mehr als 350 teils lebensgefährlich verletzt worden waren. Drei Terrorkommandos hatten nahezu gleichzeitig zugeschlagen: Sie schossen wahllos auf Menschen in Restaurants, im Konzertsaal „Bataclan“ und sprengten sich während des Länderspiels Frankreich gegen Deutschland in der Nähe des Stade de France in die Luft. Ein noch größeres Blutbad in dem Stadion mit fast 80.000 Zuschauern wurde anscheinend nur knapp verhindert.

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23.34 Uhr: Der Rückflug von EU-Ratspräsident Donald Tusk und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker vom G20-Gipfel in der Türkei ist einem Insider zufolge aus Sicherheitsgründen am Montag gestrichen worden. Eigentlich hätten die EU-Politiker in einem Flugzeug der belgischen Luftwaffe nach Brüssel zurückgebracht werden sollten, verlautete aus EU-Kreisen. Wegen Sicherheitsbedenken im Zusammenhang mit der Maschine sei ihnen jedoch gesagt worden, dass sie darauf warten müssten, bis ein anderes Flugzeug sie am Dienstag abhole. Die türkischen Sicherheitsbehörden hätten die Ermittlungen aufgenommen, sagte der Insider weiter. Der zweitägige Gipfel fand in der Türkei statt. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nahm teil. Das Treffen wurde von den Anschlägen in Paris überschattet.

23.24 Uhr: Frankreich will offiziell die Unterstützung der anderen EU-Staaten anfordern. Diplomaten bestätigten am Montagabend in Brüssel, dass ein entsprechendes Hilfsgesuch an diesem Dienstag bei einem Treffen der EU-Verteidigungsminister präsentiert werden soll. Die französische Regierung will sich demnach auf Artikel 42 Absatz 7 des EU-Vertrages berufen. Dort heißt es: „Im Falle eines bewaffneten Angriffs auf das Hoheitsgebiet eines Mitgliedstaats schulden die anderen Mitgliedstaaten ihm alle in ihrer Macht stehende Hilfe und Unterstützung (...).“

22.23 Uhr: US-Außenminister John Kerry hat Frankreich die Solidarität seines Landes im Kampf gegen den Terror zugesichert. „Heute Nacht sind wir alle Pariser“, sagte Kerry am Abend vor der in den französischen Farben Blau, Weiß, Rot angestrahlten US-Botschaft in unmittelbarer Nachbarschaft des Élyséepalastes in Paris. Dort wird er am Dienstag von Frankreichs Präsident François Hollande empfangen.

„Niemand sollte daran zweifeln, dass das Licht in der "Stadt des Lichts" weiter scheint“, sagte Kerry. Die Stadt habe in ihrer Geschichte noch dunklere Zeiten erlebt und diese überstanden. Die Menschen von Paris würden - unterstützt von Freunden, Partnern und Familien in der ganzen Welt - aufstehen für die globalen Werte, die die Welt erhellten.

22.02 Uhr: Die Pläne der kanadischen Regierung zur Aufnahme von 25.000 Flüchtlingen aus Syrien bis Jahresende stoßen auf den Widerstand der Provinzen. Der Regierungschef von Saskatchewan, Brad Wall, machte Sicherheitsbedenken geltend. "Wenn wegen eines übereilten Aufnahmeverfahrens für Flüchtlinge auch nur eine kleine Zahl von Menschen, die unserem Land schaden wollen, nach Kanada gelangen, könnte das verheerende Folgen haben", schrieb er in einem Brief an Ministerpräsident Justin Trudeau.

21.11 Uhr: Die Geheimdienste der USA und Frankreichs sollen in Zukunft enger zusammenarbeiten. US-Verteidigungsminister Ashton Carter und Geheimdienst-Direktor James Clapper hätten entsprechende Anweisungen an die Streitkräfte erteilt, erklärte Carters Ministerium.

20.54 Uhr: Das zweite deutsche Todesopfer (siehe Meldung um 17.24 Uhr) kommt aus Niedersachsen, wie die bei Hannover ansässige Familie mitteilte. „Wir sind fassungslos und unglaublich traurig“, heißt es in einer Stellungnahme der Familie. Dass er einen so grausigen und überflüssigen Tod habe sterben müssen, „lässt unsere Schmerzen und unsere Trauer unerträglich werden. Zusammen mit seinen Kindern und seiner Frau vermissen wir ihn. Er wird uns unendlich fehlen.“

20.38 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande empfängt am Dienstag US-Außenminister John Kerry. Die beiden Politiker kommen am Vormittag (9.40 Uhr) im Élyséepalast zusammen. Hollande will nach den Terroranschlägen von Paris eine Allianz der Weltmächte gegen die Terrormiliz Islamischer Staat schmieden.

20.05 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium will vorerst nicht die militärischen Kräfte mit Russland im Kampf gegen den IS in Syrien bündeln. „Wir koordinieren unsere Operationen nicht mit den Russen und wir kooperieren nicht mit ihnen“, sagte Pentagon-Sprecher Peter Cook im CNN-Fernsehen.

19.19 Uhr: Der gesuchte Terrorverdächtige Salah Abdeslam ist nach Worten seines Bruders Mohamed „ein ganz normaler Junge“. Der 26-Jährige sei in Brüssel aufgewachsen und habe dort studiert. „Wir wissen nicht, wo er jetzt gerade ist“, sagte Mohamed Abdeslam vor seinem Haus im Brüsseler Stadtbezirk Molenbeek. „Wir wissen nicht, ob er (...) sich traut, sich der Justiz zu stellen oder nicht.“

19.07 Uhr: Prinz William wird unter den Zuschauern des Fußball-Länderspiels von Frankreich gegen England in London sein. Das kündigte der Kensington-Palast einen Tag vor der Partie im Wembleystadion via Twitter an. Prinz William ist auch Präsident des englischen Verbandes FA.

18.43 Uhr: 13 US-Bundesstaaten haben die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien ausgesetzt. Texas, Indiana, Louisiana und Arkansas schlossen sich Alabama und Michigan an, die den Schritt am Wochenende vollzogen hatten. Jeder Flüchtling aus Syrien könne Verbindungen zum Terrorismus haben, schrieb der Gouverneur von Texas, Greg Abbott, in einem offenen Brief an US-Präsident Barack Obama. "Weder Sie noch irgendwelche Bundesbeamte können garantieren, dass syrische Flüchtlinge sich nicht an Terror-Akten beteiligen." Die Gouverneure wiesen ihre Gesundheits- und Sozialämter an, die Betreuung syrischer Flüchtlinge einzustellen.

Unklar blieb zunächst, ob die Gouverneure tatsächlich den Zuzug von Flüchtlingen stoppen können. "Über die Einwanderung entscheidet der Bund", erklärt Deborah Anker, Juraprofessorin der Harvard Law School. Es sei daher die Bundesregierung, die sie ins Land lasse.

18.16 Uhr: Der US-Geheimdienst CIA rechnet damit, dass der IS weitere Anschläge vorbereitet. Laut CIA-Direktor John Brennan sei es klar, dass der IS eine Agenda außerhalb seines Stammgebietes verfolge und dass er entschlossen sei, diese Art von Anschlägen zu verüben. Es sei „keine Überraschung“ gewesen, dass es zu den Anschlägen in Paris gekommen sei, es habe „strategische Warnungen“ gegeben. „Wir wussten, dass diese Art von Planungen zur Verübung dieser Anschläge im Gange sind, mit einem besonderen Fokus auf Europa als Schauplatz“, sagte Brennan.

18.02 Uhr: Der Eiffelturm ist wieder geöffnet. Ab 16.20 Uhr am Nachmittag wurde das Pariser Wahrzeichen erneut für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Auf Wunsch der Stadtverwaltung soll der Eiffelturm jeden Abend bis Mittwoch einschließlich bei Einbruch der Dunkelheit in den französichen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot angestrahlt werden. Auch das Motto der Stadt „Fluctuat nec Mergitur“ („Sie schwankt, geht aber nicht unter“) soll jeweils bis 1 Uhr morgens auf das Bauwerk projiziert werden.

17.45 Uhr: Die CSU macht sich für eine Obergrenze für Flüchtlinge im nächsten Jahr stark. Deutschland müsse jetzt ein Signal aussenden, "dass unsere Kapazitätsgrenzen bereits erreicht sind", heißt es in einem vom Vorstand verabschiedeten Leitantrag für den CSU-Parteitag.

17.24 Uhr: Bei dem zweiten deutschen Todesopfer handelt es sich um einen seit 1994 in Frankreich lebenden Professor, der in Hannover geboren wurde. Das bestätigte seine in Niedersachsen lebende Familie. Der Autor, Kunstkritiker und Deutschlehrer war an dem Abend der Terrorangriffe im Club Bataclan, meldet France3. Der 51-Jährige hinterlässt Ehefrau und zwei Kinder. Die Leitung des Instituts, an dem der Deutsche unterrichtete, bestätigte France bleu den Tod. „Er war sehr beliebt, und die Betroffenheit ist groß.“ Auf Twitter nehmen Schüler und ehemalige Schüler Abschied von ihm.

16.51 Uhr: Wie das Auswärtige Amt in Berlin mitteilte, ist ein zweites deutsches Todesopfer identifiziert worden.

16.42 Uhr: Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier rechnet nicht mit der Ausrufung des Nato-Bündnisfalls. Die Debatte finde im luftleeren Raum statt, da sich die französische Regierung bisher nicht auf den Artikel 5 des Nato-Vertrages berufe, sagte Steinmeier.

16.30 Uhr: Hollande will den Ausnahmezustand auf drei Monate verlängern. Einen entsprechenden Gesetzentwurf werde er dem Parlament vorlegen, sagte Hollande. Zudem kündigt er eine Verfassungsänderung an, um wegen Terrorismus verurteilten Bürgern mit doppelter Staatsbürgerschaft schneller den französischen Pass entziehen zu können. Auch müsse Doppel-Staatsbürgern die Einreise verwehrt werden können, wenn sie ein "Terror-Risiko" darstellten. Binnen zwei Jahren sollen 5000 neue Polizisten eingestellt werden, um die Sicherheit zu erhöhen.

16.21 Uhr: Obama will im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat weiterhin keine größeren Kontingente an Bodentruppen in den Irak und nach Syrien entsenden. „Das wäre ein Fehler“, sagte Obama beim G20-Gipfel im türkischen Belek. Der Kampf gegen den IS könne nur gelingen, wenn die örtliche Bevölkerung dahinterstehe. Ein militärischer Erfolg ausländischer Bodentruppen wäre nach dem Abzug wieder infrage gestellt. „Es wäre eine Wiederholung dessen, was wir schon gesehen haben“, sagte Obama. Er kündigte an, den Kampf gegen den IS zu verstärken, jedoch auf Grundlage der bestehenden Strategie.

16.14 Uhr: Zwei der in Belgien festgenommenen Terrorverdächtigen stehen unter dringendem Tatverdacht. Gegen beide Personen, die bereits am Sonnabend festgenommen worden waren, wurde Haftbefehl erlassen, teilte die Staatsanwaltschaft in Brüssel mit.

16.05 Uhr: Obama bezeichnet die Anschläge von Paris als schrecklichen Rückschlag im Kampf gegen den IS, in dem es aber Fortschritte gebe. So sei die Miliz in einigen Regionen zurückgedrängt worden, sagt Obama nach Abschluss des G20-Gipfels. Die Anführer der Miliz würden nirgendwo einen sicheren Rückzugsort haben, droht er.

15.53 Uhr: NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD) die Zahl der gewaltbereiten Islamisten in Nordrhein-Westfalen auf etwa 500 beziffert. Im Juni war man noch von gut 300 ausgegangen. „Die Lage ist wirklich ernst“, sagte Jäger. Das „Grundrauschen“ in der salafistischen Szene habe nach den Anschlägen zugenommen. Es gebe aber keine Hinweise auf konkrete Anschlagspläne in NRW und auch keinen Grund, in Panik zu verfallen.

15.41 Uhr: Die belgische Polizei hat nach ihren Razzien keine Verdächtigen festgenommen. Das teilt die Staatsanwaltschaft mit. Derzeit seien zwei Verdächtige in Gewahrsam. Die Suche nach Salah Abdeslam, dem Bruder eines Selbstmord-Attentäters, geht also weiter.

15.29 Uhr: Die Türkei will nach den Worten von Außenminister Feridun Sinirlioglu keine Bodentruppen ins benachbarte Syrien schicken. Das sei auch kein Thema beim G20-Gipfel in Belek gewesen, betont er. Es würden aber neue Sicherheitsmaßnahmen gegen den IS unternommen.

15.18 Uhr: Der rechtskonservative ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hat erneut gegen Flüchtlinge Stimmung gemacht. „Wir wissen nicht, wie viele Terroristen mit den Einwanderern gekommen sind“, sagte er. „Es hat sich erwiesen, dass die Terroristen die Völkerwanderung bewusst und gut organisiert nutzen, um sich unter die Menge der Einwanderer zu mischen“, fügte Orban hinzu, ohne Beweise für seine Behauptung vorzulegen.

15.06 Uhr: Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat sich zu Forderungen vor allem aus der CSU nach schärferen Grenzkontrollen skeptisch geäußert. Die Terroranschläge von Paris seien professionell und von langer Hand vorbereitet worden. Dazu bedürfe es nicht der Flüchtlingsrouten, sagte die Ministerin beim Besuch einer Flüchtlingseinrichtung im bayerischen Erding. Zugleich warnte sie vor einem Nachlassen der Willkommenskultur.

14.53 Uhr: Die italienische Polizei fahndet nach einem möglichen flüchtigen Terroristen. Der 32-jährige Franzose sei in einem schwarzen Seat unterwegs, nach dem Auto werde im Großraum Turin gesucht, berichtete die Nachrichtenagentur Ansa. Demnach hat die Turiner Polizei alle Einheiten alarmiert und angeordnet, nach dem verdächtigen Wagen im Gebiet rund um die norditalienische Stadt Ausschau zu halten.

14.45 Uhr: Dänemark will sich so schnell wie möglich wieder am Kampf gegen den IS beteiligen. „Wir sehen jetzt, dass IS eine direkte Bedrohung für die Europäer und damit auch für die Dänen ist. Das ist umso mehr ein Grund, den IS dort zu bekämpfen, wo er ist", sagte Außenminister Kristian Jensen.

14.36 Uhr: Der Islamische Staat droht in einem neuen Video mit Anschlägen in den Ländern, die sich an Luftangriffen gegen die Islamisten in Syrien beteiligen. Diese Länder würden dasselbe Schicksal erleiden wie Frankreich. Die amerikanische Hauptstadt Washington wird explizit als Anschlagsziel benannt. Auch Rom solle erobert werden.

14.20 Uhr: Fünf der sieben am Wochenende in Belgien festgenommenen Verdächtigen sind wieder frei. Was mit den beiden anderen Festgenommenen geschehe, das müsse noch ein Richter entscheiden, sagt ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

14.05 Uhr: Nach den Anschlägen von Paris beschränkt Frankreich den in zwei Wochen geplanten UN-Klimagipfel in der Hauptstadt auf die Kernverhandlungen. Demonstrationen sowie Konzerte und Feiern rund um das Treffen würden abgesagt, kündigte Ministerpräsident Manuel Valls an. Zu dem Treffen vom 30. November bis 11. Dezember werden Dutzende Staats- und Regierungschefs erwartet. Valls sagte im Radiosender RTL, keiner von ihnen habe nach der jüngsten Gewaltwelle um eine Verschiebung des Gipfels gebeten.

13:42 Uhr: Die USA und ihre Verbündeten fliegen am Sonntag 23 Luftangriffe auf IS-Ziele in Syrien und im Irak. In Syrien seien zehn Ziele nahe sieben Städten angegriffen worden. Dabei seien unter anderem 116 Tanklaster des IS zerstört worden, teilt das Oberkommando in Washington mit. Im Irak seien unter anderem Waffenlager getroffen worden.

13:22 Uhr: Nach den Anschlägen in Paris ist im nordrhein-westfälischen Arnsberg ein Algerier verhaftet worden. "Es wird derzeit untersucht, ob der Mann möglicherweise Mittäter oder Mitwisser ist", sagte Innenminister Ralf Jäger am Montag in Düsseldorf. Der Algerier soll in einer Flüchtlingsunterkunft gegenüber syrischen Mitbewohnern vor einigen Tagen davon gesprochen haben, dass Paris in Angst und Schrecken versetzt werde. Zudem soll er auch von einer Bombe gesprochen haben. Der Arnsberger Oberstaatsanwalt Werner Wolff sagte, es werde geprüft, ob diese Aussagen als glaubwürdig einzuschätzen sind.

13:05 Uhr: Das Hacker-Netzwerk Anonymous hat dem Islamischen Staat (IS) nach der Terrorserie in Paris mit martialischen Worten den virtuellen Krieg erklärt. „Diese Attentate können nicht ungestraft bleiben“, hieß es in einem am Samstag veröffentlichten Video.

12:57 Uhr: Bei einem Anti-Terror-Einsatz in dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek hat die Polizei am Montag mindestens einen Terrorverdächtigen festgenommen. Das meldeten der belgische Rundfunk RTBF und die belgische Nachrichtenagentur Belga übereinstimmend. Die Identität des Festgenommenen war zunächst unklar. Laut dem Radiosender RTBF handelt es sich aber nicht um den mutmaßlichen Pariser Terroristen Salah Abdeslam. Anderslautende Medienberichte habe die Staatsanwaltschaft nicht bestätigt.

Spezialeinsatzkräfte waren in der Islamistenhochburg Molenbeek auf der Suche nach mutmaßlichen Dschihadisten. Maskierte und schwer bewaffnete Polizisten hatten am Morgen vor einem Wohnhaus die Bewohner aufgefordert, das Gebäude zu räumen. Ein Mann wurde daraufhin sofort festgenommen.

12:46 Uhr: Im Gedenken an die Opfer der Terroranschläge von Paris haben sich Menschen in Hamburg an der europaweiten Schweigeminute beteiligt. Innensenator Michael Neumann (SPD) hielt gemeinsam mit Flughafenchef Michael Eggenschwiler zu Beginn einer Olympia-Veranstaltung auf dem Flughafen inne. Im französischen Generalkonsulat versammelte Genralkonsul Serge Lavroff seine Mitarbeiter um sich und gedachte der Toten und Verletzten.

Am Hamburger Hauptbahnhof verwiesen schwarze Werbetafeln auf die Schweigeminute und zeigten die französische Nationalflagge. Einige Passanten unterbrachen ihren Weg. U-Bahnen und Busse hatten in Hamburg ebenfalls ihre Fahrt an Haltestellen gestoppt. In Verwaltungen und Firmen ließen Mitarbeiter ihre Arbeit ruhen.

12:19 Uhr: Widersprüchliche Angaben zur Festnahme von Salah Abdeslam: Der offentlich-rechtliche belgische Rundfunk hat einem Bericht des Privatsenders RTL widersprochen, der international gesuchte mutmaßliche Attentäter Abdeslam Salah sei in Belgien verhaftet worden.

11:59 Uhr: Die belgische Polizei hat den international gesuchten mutmaßlichen Attentäter Salah Abdeslam verhaftet. Das berichtet der Rundfunksender RTL.

11:48 Uhr: In Hamburg werden zur Schweigeminute um 12 Uhr die U-Bahnen und Busse ihre Fahrt unterbrechen.

11:45 Uhr: Die Staats- und Regierungschefs der EU haben alle Europäer in einer gemeinsamen Erklärung eingeladen, sich um 12.00 Uhr an einer Schweigeminute zu beteiligen. Das Gute sei stärker als das Böse, heißt es in dem Papier vom Wochenende. Die Staaten betonen darin, es werde alles Notwendige getan, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bekämpfen.

10:59 Uhr: Innerhalb von 24 Stunden nach der verheerenden Anschlagsserie in Paris am Freitagabend haben mehr als vier Millionen Menschen auf Facebook den „Safety Check“ aktiviert und ihren Freunden mitgeteilt, dass sie in Sicherheit sind. 360 Millionen Menschen seien von ihren Freunden als „In Sicherheit“ markiert worden, teilte das soziale Netzwerk mit.

„Wir sind geschockt und traurig nach den Geschehnissen in Paris“, sagte eine Facebook-Sprecherin. Kommunikation sei in solchen Momenten sowohl für die Menschen vor Ort als auch für ihre Freunde und Angehörigen von größter Bedeutung. Deshalb habe Facebook den „Safety Check“ am Freitagabend für die Menschen in Paris aktiviert.

10:21 Uhr: Einer der Selbstmordattentäter aus dem Pariser Konzertsaal „Bataclan“ stand schon einmal wegen Gründung einer terroristischen Vereinigung unter Verdacht. Gegen Amy Amimour wurde wegen einer versuchten Reise in den Jemen 2012 ermittelt, teilte die Pariser Staatsanwaltschaft am Montag mit.

09:59 Uhr: In Frankreich sollen Moscheen und radikale Vereinigungen geschlossen werden, in denen „gegen die Werte der Republik verstoßen“ wird. Das kündigte Premierminister Manuel Valls am Montagmorgen an. „Wir handeln an allen Fronten mit der größten Entschlossenheit“, sagte Valls.

09:20 Uhr: Die Anschläge von Paris werden nach den Worten von IOC-Präsident Thomas Bach keinen Einfluss auf die Abstimmung über die Vergabe der Spiele von 2024 haben, für die sich die französische Hauptstadt bewirbt. Niemand wisse, wie die Welt in neun Jahren aussehe, und die IOC-Mitglieder seien sich bewusst, dass Terrorismus kein französisches oder Pariser Problem sei, sondern eine globale Herausforderung, sagt Bach der französischen Sportzeitung "L'Equipe".

08:26 Uhr: Die Terrorbedrohung durch den Islamischen Staat richtet sich nach den Worten von Frankreichs Premierminister Manuel Valls auch gegen weitere europäische Länder. „Wir wissen, dass Operationen vorbereitet wurden und noch vorbereitet werden, nicht nur gegen Frankreich, sondern auch gegen andere europäische Länder“, erklärte Valls am Montagmorgen dem Sender RTL. Die Attentate seien von Syrien aus „organisiert“ und „geplant“ worden. „Wir müssen länger mit dieser Bedrohung leben“, sagte er.

08:00 Uhr: Die Anschläge der Terrormiliz Islamischer Staat in Paris haben die Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigen Industrie- und Schwellenländer enger zusammengeschweißt. Auf ihrem am Montag zu Ende gehenden Gipfel im türkischen Belek nahe Antalya sagten sie den grausamen Terroristen den Kampf an. Die Gruppe der Zwanzig steht für zwei Drittel der Weltbevölkerung und 80 Prozent der globalen Wirtschaftskraft. Oftmals war sie auf Gipfeln zerstritten.

07:31 Uhr: Fahndungspanne nach Pariser Anschlägen: Kurz nach den Anschlägen von Paris ist der französischen Polizei eine schwere Fahndungspanne unterlaufen. Ein gesuchter Verdächtiger wurde am Sonnabend an der belgischen Grenze in einem Auto gestoppt und kontrolliert, die Beamten ließen ihn aber weiterfahren, wie es in Polizeikreisen am Sonntag hieß. Dabei handele es sich um einen 26-jährigen Franzosen, der in Belgien geboren sei. Er sei der Bruder eines Attentäters und stehe im Verdacht, gemeinsam mit einem anderen Bruder an der Planung der Anschläge beteiligt gewesen zu sein, hieß es in Justizkreisen. Dieser sei inzwischen in Belgien festgenommen worden. Der 26-Jährige wird mittlerweile mit einem internationalen Haftbefehl gesucht. Der Mann sei gefährlich, hieß es.

06:55 Uhr: Am Montag um 12 Uhr soll in Europa eine Schweigeminute für die Opfer der Terrorserie in Frankreich stattfinden.

06:32 Uhr: Die großen muslimischen Verbände in Deutschland haben die Terroranschläge von Paris als Angriff auf die Menschlichkeit verurteilt. Am (heutigen) Montag wollen acht Verbände in Köln über eine angemessene Reaktion auf die Gräueltaten beraten, bei denen mehr als 120 Menschen starben. Bei einer Pressekonferenz (10 Uhr) in der Zentralmoschee der Stadt werden sie über ihr Treffen informieren.

06:14 Uhr: Als Reaktion auf eine wachsende Bedrohung durch militante Islamisten baut Großbritannien die Geheimdienste aus. Das Personal werde um 15 Prozent aufgestockt, kündigte Premierminister David Cameron am Montag am Rande des G20-Gipfels im türkischen Belek an. Anschläge wie zuletzt in Paris aber auch wie das Hotel-Attentat in Tunesien im Sommer hätten die Regierung dazu veranlasst. Die Geheimdienste MI5 und MI6 und GCHQ erhielten deswegen 1900 zusätzliche Stellen. Zudem würden die Ausgaben für die Luftverkehrssicherheit von derzeit jährlich rund neun Millionen Pfund in den nächsten fünf Jahren mehr als verdoppelt.

06:00 Uhr: Bei der Fahndung nach den Drahtziehern der Terrorserie gab es am späten Sonntagabend eine Hausdurchsuchung im Hauptstadtvorort Bobigny, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen berichtete. Nähere Details zu der Razzia und deren Ergebnissen wurden zunächst nicht mitgeteilt.