Terror in Frankreich

Attentäter wollte offenbar Bombe im Stadion zünden

Besucher des Spiels Frankreich gegen Deutschland liefen nach der Partie aus angst vor Terrorattacken auf den Rasen

Besucher des Spiels Frankreich gegen Deutschland liefen nach der Partie aus angst vor Terrorattacken auf den Rasen

Foto: Thomas Bregardis / picture alliance / dpa

Selbstmordattentate und Schießereien an sechs Orten in Paris, mindestens 129 Menschen sterben. Die Ereignisse des Tages.

Paris/Hamburg. Die Menschen in Paris stehen unter Schock, ganz Frankreich ist im Ausnahmezustand: Mehrere Attentäter haben an mindestens sechs Orten in der französischen Hauptstadt Sprengstoffgürtel gezündet, Geiseln genommen und mit Kalaschnikows gezielt auf Menschen in Cafes und Restaurants geschossen. Mindestens 129 Menschen sind dabei getötet worden.

Allein mindestens 87 Tote hat es gegeben, als Attentäter bei dem Auftritt der US-Rockband Eagles of Death Metal am Freitagabend um sich schossen. Als die Polizei die Konzerthalle Bataclan stürmte, zündeten sie Sprengstoffgürtel. Die Anschläge gleichen denen aus dem Jahr 2008 im indischen Mumbai oder sogar dem 11. September in New York.

Gaucks Erklärung zu den Anschlägen

Offenbar waren die terroristischen Aktionen rund um das Freundschaftsspiel der französischen gegen die deutsche Nationalmannschaft im Stade de France (2:0 für Frankreich) koordiniert. Vor dem Stadion, in dem Präsident Francois Hollande und Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier das Fußball-Länderspiel Frankreich gegen Deutschland verfolgten, sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Das DFB-Team harrte anschließend die ganze Nacht im Stadion aus und wurde am frühen Sonnabendmorgen direkt zum Flughafen gebracht.

Lesen Sie hier einen Kommentar zu den Terroranschlägen

Hollande verhängte erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg den Ausnahmezustand über das ganze Land. Zudem ließ er die Grenzen schließen, um eine Flucht von Attentätern zu verhindern. Der sichtlich erschütterte Hollande sprach von einer noch nie dagewesenen Serie terroristischer Anschläge. "Das ist ein Horror", sagte er in einer nächtlichen Fernsehansprache an die Nation, ehe er in eine Krisensitzung des Kabinetts eilte. "In diesen schwierigen Momenten müssen wir (...) Mitgefühl und Solidarität beweisen, aber auch Einigkeit und Ruhe bewahren", mahnte Hollande, der seine Teilnahme am G-20-Gipfel am Wochenende in der Türkei absagte. "Im Angesicht des Terrors muss Frankreich stark sein, es muss Größe zeigen und die staatlichen Behörden Härte. Das werden wir." Alle Pariser Rettungsdienste wurden mobilisiert und 1500 zusätzliche Soldaten zum Schutz der Hauptstadt entsandt.

Die Ereignisse des Tages im Rückblick:

23.47 Uhr: Der Freizeitpark Disneyland Paris bleibt nach der Anschlagserie in der französischen Hauptstadt bis zum Dienstag geschlossen. Dies sei Teil der dreitägigen Staatstrauer in Frankreich, erklärte Euro-Disney-Chef Tom Wolber auf der Internetseite des Parks. „Wir trauern um diejenigen, die wir durch die schrecklichen Anschläge in Paris verloren haben“, ergänzte er. „Wir beten für die Verletzten, und wir halten sie alle in unseren Herzen.“

23.45 Uhr: Die Organisatoren der Fußball-Europameisterschaft wollen auch nach den Anschlägen das Turnier in Frankreich abhalten. Auch wenn das Risiko gestiegen sei, sollte das Endspiel im "Stade de France" nicht abgesagt werden, sagt der Chef des Organisationskomitees, Jaques Lambert im Radio.

23.38 Uhr: Ermittler haben Vater und Bruder eines Selbstmordattentäters aus dem Konzertsaal „Bataclan“ in Polizeigewahrsam genommen. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf das Umfeld der Ermittlungen. Die Wohnungen der beiden Männer wurden durchsucht. Der Bruder des 29-jährigen Attentäters lebt demnach in einem Ort südlich von Paris, der Vater gut 100 Kilometer weiter östlich.

Der bei dem Anschlag gestorbene Franzose war anhand eines Fingerabdrucks identifiziert worden. Er war den Behörden nach Angaben der Staatsanwaltschaft wegen seiner Radikalisierung bekannt und mehrfach vorbestraft, allerdings nie im Zusammenhang mit Terror-Netzwerken.

22.40 Uhr: Ein zweiter mutmaßlicher Angreifer ist wahrscheinlich über Griechenland in die Europäische Union eingereist. Das erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von Insidern. Die Ermittlungen laufen.

22.25 Uhr: Der Polizeieinsatz beim Pullman-Hotel in der Nähe des Eiffelturms geht auf einen Fehlalarm zurück, wie ein Sprecher des Innenministeriums sagt.

21.54 Uhr: Die Gegend um den Eiffelturm in Paris wird evakuiert. Bei einem Luxus-Hotel in Paris hat sich schwer bewaffnete Polizei versammelt. Das berichten Augenzeugen.

21.48 Uhr: Frankreichs Premierminister Manuel Valls sieht sein Land im Krieg mit der Terrormiliz Islamischer Staat. „Ja, wir sind im Krieg“, sagte der Regierungschef dem Sender TF1. Frankreich werde handeln, um diesen Feind zu zerstören. „Wir ergreifen daher außergewöhnliche Maßnahmen. Und diesen Krieg werden wir gewinnen“, schrieb Valls auf Twitter.

21.07 Uhr: Die französische Börse wird am Montag nach dem Terrorwochenende in Paris normal geöffnet. Dies teilt eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt zwei bis drei Prozent fällt, sagt Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management der Nachrichtenagentur. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern werden wohl auf die Terroranschläge reagieren.

20.43 Uhr: Die Foo Fighters haben ihre Europatournee abgebrochen. „Mit großer Trauer und tief empfundener Sorge für jeden in Paris sehen wir uns gezwungen, den Rest unserer Tour abzusagen“, erklärte die US-Rockband. Eigentlich wollte sie nach einem Konzert am Samstag in Turin am Montag in Paris und anschließend noch in Lyon und Barcelona spielen.

„Im Lichte dieser sinnlosen Gewalt, der Schließung von Grenzen, der internationalen Trauer, können wir jetzt nicht weitermachen“, hieß es weiter. „Es gibt keine andere Art, es zu sagen. Das ist verrückt und zum Kotzen. Unsere Gedanken und Gebete sind bei jedem, der verletzt wurde oder einen Lieben verloren hat.“

20.35 Uhr: Auch Gerald Asamoah war tief betroffen von den Anschlägen in Paris, wollte sein Abschiedsspiel in Gelsenkirchen aber nicht absagen:

20.21 Uhr: Frankreich will auch nach den Anschlägen den IS weiter in Syrien aus der Luft angreifen. Das kündigt Ministerpräsident Manuel Valls an.

20.17 Uhr: Einer der Pariser Attentäter soll versucht haben, in das Fußball-Stadion Stade de France zu gelangen, als die französische und die deutsche Nationalmannschaft dort spielte. Bei einer Einlasskontrolle sei bei dem Mann eine Sprengstoffweste gefunden worden, berichtet das "Wall Street Journal". Demnach hatte der Attentäter eine Eintrittskarte für das Spiel, dem Zehntausende Menschen vor Ort zusahen, sagten ein Sicherheitsmann und ein Polizist aus.

Etwa 15 Minuten nach dem Anpfiff soll der Angreifer versucht haben, in das Stadion zu gelangen. Als die Bombe entdeckt wurde, versuchte er zu fliehen und sprengte sich offenbar nach wenigen Metern selbst in die Luft. Die Polizei vermutet, dass der Mann in dem Fußball-Stadion einen Selbstmordanschlag verüben wollte, um eine tödliche Massenpanik auszulösen.

20.06 Uhr: Tausende Menschen bekunden in Berlin Trauer und Mitgefühl. Der Pariser Platz vor der französischen Botschaft verwandelte sich bis zum Sonnabendabend in ein wahres Blumen- und Kerzenmeer. Seit Anbruch der Dämmerung war das nahegelegene Brandenburger Tor in den französischen Nationalfarben Blau, Weiß und Rot angestrahlt. Wie die Polizei mitteilte, waren zur Spitzenzeit rund 2000 Menschen gleichzeitig am Platz.

19.43 Uhr: Eine US-Amerikanerin stirbt bei den Anschlägen, wie CNN unter Berufung auf drei Regierungsvertreter berichtet.

19.36 Uhr: Es habe drei Teams von Terroristen gegeben, die koordiniert vorgegangen seien, sagte Molins.

19.33 Uhr: Einer der Angreifer im Musiksaal „Bataclan“ ist als 29-jähriger Franzose identifiziert worden, der den Behörden wegen seiner Radikalisierung bekannt war. Er sei mehrfach vorbestraft, allerdings niemals wegen Verbindungen in dschihadistische Netzwerke, sagte der Staatsanwalt. Bei einem der Selbstmordattentäter vom Stade de France wurde zudem ein syrischer Pass gefunden, bestätigte Molins.

19.29 Uhr: Alle Fluggesellschaften müssen für Flüge nach Frankreich überprüfen, dass die Passagiere mit gültigen Ausweispapieren reisen. Die von der europäischen Flugaufsichtsbehörde Eurocontrol erlassene Anweisung sieht Strafzahlungen von 5000 Euro für jeden nicht kontrollierten Passagier vor. Die Anweisung gilt auch für den Schengen-Raum, in dem Grenzkontrollen weitgehend abgeschafft sind.

19.23 Uhr: Am Stadion Stade de France haben sich nach Angaben von Staatsanwalt François Molins drei Explosionen ereignet. Die Leiche eines Selbstmordattentäters wurde in der Nähe gefunden. Die sieben Terroristen benutzten Sturmgewehre des Typs Kalaschnikow. Außerdem hätten sie die absolut gleiche Art von Sprengstoffwesten getragen, sagte Molins.

19.16 Uhr: Die Terrorwelle in Paris hat nach einer neuen Bilanz der Staatsanwaltschaft 129 Tote gefordert. Diese Zahl sei angesichts der großen Zahl von Schwerverletzten allerdings vorläufig, sagte Staatsanwalt François Molins in Paris. Es gebe 352 Verletzte, 99 davon akute Notfälle. Sieben Terroristen seien gestorben.

19.09 Uhr: Der französische Fußball-Nationalspieler Lassana Diarra trauert um eine bei den Terrorakten in Paris getötete Cousine. Der 30 Jahre alte Profi von Olympique Marseille wandte sich mit einer Botschaft via Twitter und Facebook an seine Fans und bestätigte die schreckliche Nachricht. Mit schwerem Herzen ergreife er das Wort, schrieb Diarra. Sein Cousine sei für ihn ein Bezugspunkt gewesen, eine große Schwester.

„In diesem Klima des Terrors ist es für uns alle wichtig, die wir dieses Land mit seiner Vielfältigkeit repräsentieren, das Wort zu ergreifen und vereint zu bleiben gegen einen Horror, der weder Farbe noch Religion hat“, schrieb Diarra. „Lasst uns alle zusammen die Liebe verteidigen, den Respekt und den Frieden.“

18.57 Uhr: US-Präsident Barack Obama hält an seinem Plan fest, zur UN-Klimakonferenz Ende des Monats nach Paris zu reisen. Das erklärt ein hoher Regierungsvertreter in Washington.

18.55 Uhr: Frankreich hat „alle Sicherheitskräfte mobilisiert“, wie Innenminister Bernard Cazeneuve sagt. Insgesamt 3000 zusätzliche Soldaten sollen nach Regierungsangaben von Sonnabendabend in den kommenden drei Tagen zum Einsatz kommen. Alle Bahnhöfe werden überwacht, ebenso die Häfen und wichtige Straßen wie etwa Autobahnen. Auch die Grenzkontrollen wurden verschärft. Frankreich hat die europäischen Partner gebeten, Zug- und Flugreisende auf dem Weg ins Land stärker zu kontrollieren.

18.43 Uhr: Der Chef der Länder-Innenministerkonferenz, Roger Lewentz (SPD), sieht vorerst keinen Zusammenhang zwischen den Anschlägen in Paris und Flüchtlingen als mutmaßlichen Tätern. „Es gibt bisher keinerlei Anhaltspunkte dafür, dass diese Terroranschläge in Verbindung zu Flüchtlingen stehen“, sagte Lewentz nach Angaben eines Sprechers nach einer Telefonkonferenz der Innenminister. „Ich warne davor, vorschnelle Schlüsse zu ziehen.“

18.33 Uhr: Die belgische Polizei hat bei einem Großeinsatz nach den Anschlägen von Paris mehrere Menschen festgenommen. Das sagte der Sprecher von Geens.

18.27 Uhr: Eine Spur der Attentäter von Paris führt nach Behördenangaben nach Belgien. Nach den Anschlägen sei ein Mietwagen mit einer Verbindung in den Brüsseler Stadtteil Molenbeek in Paris entdeckt worden, sagte ein Sprecher von Justizminister Koen Geens nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga.

18.19 Uhr: Der russische Sportminister Witali Mutko kündigt erhöhte Sicherheitsvorkehrungen in Stadien an, wie die Nachrichtenagentur Tass meldet.

18.12 Uhr: Die britische Polizei nimmt nach eigenen Angaben im Zusammenhang mit dem Fund einer möglichen Schusswaffe am Londoner Flughafen Gatwick einen Franzosen fest.

17.52 Uhr: Die EU kündigt eine Verschärfung der gemeinsamen Terrorbekämpfung an. "Das ist ein Angriff auf uns alle", heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der Staats- und Regierungschefs und der EU-Institutionen. "Wir werden dieser Bedrohung mit allen Mitteln und schonungsloser Entschlossenheit entgegentreten." Alles, was auf europäischer Ebene möglich sei, um die Sicherheit Frankreichs zu gewährleisten, werde unternommen. "Wir werden tun, was nötig ist, um Extremismus, Terrorismus und Hass zu bezwingen."

17.44 Uhr: Die Polizei in Belgien hat einen Großeinsatz gestartet. Nach Angaben der belgischen Nachrichtenagentur Belga durchsuchten schwer bewaffnete Polizisten mehrere Wohnungen im Brüsseler Stadtteil Molenbeek. Nach Angaben des Rundfunksenders RTBF wurde mindestens ein Mensch festgenommen. Die Polizei wollte zunächst nicht bestätigen, dass der Einsatz in Verbindung mit den Anschlägen von Paris steht. Augenzeugen sollen dort allerdings am Freitagabend ein Fahrzeug mit belgischem Kennzeichen beobachtet haben, das mit den Taten in Verbindung stehen könnte.

17.30 Uhr: Die belgische Polizei nimmt Medienberichten zufolge in Brüssel nach Durchsuchungen im Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris einen Mann fest.

17.27 Uhr: Front-National-Chefin Marine Le Pen fordert ein unnachgiebiges Vorgehen gegen radikale Islamisten und eine wirksame Kontrolle der französischen Grenzen. "Islamistischer Fundamentalismus muss vernichtet werden. Frankreich muss islamistische Organisationen verbieten, radikale Moscheen schließen und Ausländer ausweisen, die in unserem Land Hass predigen, sowie auch illegale Migranten, die hier nichts zu suchen haben", sagt Le Pen in Paris.

17.24 Uhr: Einer der mutmaßlichen Terroristen von Paris könnte Anfang Oktober als Flüchtling aus der Türkei nach Griechenland gekommen sein. „Der Inhaber des Passes, der an einem Tatort (in Paris) gefunden worden ist, war am 3. Oktober 2015 nach den Regelungen der EU auf der Insel Leros (als Flüchtling) registriert worden“, teilte das Ministerium für Bürgerschutz in Athen mit. Das Ministerium wisse nicht, durch welche andere Länder der Inhaber des Passes weitergereist sei, hieß es.

16.59 Uhr: Der Londoner Flughafen Gatwick öffnet das am Morgen geräumte Nordterminal wieder.

16.58 Uhr: Der deutsche Handball-Meister Thüringer HC ist von den Auswirkungen der Terrorattacken in Paris betroffen. Das für diesen Sonntag im französischen Orleans angesetzte Spiel in der Champions League bei Fleury Loiret Handball wurde von der Europäischen Handball-Föderation (EHF) abgesagt. Einen neuen Spieltermin gibt es noch nicht. Zudem sagte die EHF wenige Stunden vor der geplanten Austragung am Sonnabendabend die Partie HBC Nimes aus Frankreich gegen Hubo Initia Hasselt aus Belgien im EHF-Pokal der Frauen ab. Hin- und Rückspiel sollen nun am 21. und 22. November in Belgien stattfinden.

16.49 Uhr: Bei den weiteren Playoff-Partien zur EM 2016 und Länderspielen unter der Regie der UEFA wird es jeweils vor dem Anpfiff eine Schweigeminute geben. Das kündigte die Europäische Fußball-Union an. Zudem werden „alle Mannschaften, die in den kommenden Tagen in UEFA-Wettbewerben spielen, nach den Vorfällen in Paris mit Trauerflor auflaufen“, hieß es in einer UEFA-Mitteilung.

16.45 Uhr: Der Zentralrat der Muslime in Deutschland hat mit Entsetzen auf die Terrorserie in Paris reagiert. „Wir sind tief erschüttert über diesen feigen und perfiden Massenmord“, sagte der Vorsitzende Aiman Mazyek. „Die Terroristen führen Krieg gegen die Menschlichkeit und damit auch direkt gegen den Islam.“ Medien und Politiker rief der Zentralrat dazu auf, „den Terroristen nun nicht auf dem Leim zu gehen, indem ihre pseudo-religiösen Begründbarkeiten einfach unkritisch übernommen werden“. Das leiste der Vereinnahmung des Islam Vorschub.

16.41 Uhr: Nach einer anonymen Drohung ist auf dem Amsterdamer Flughafen Schiphol ein Passagierflugzeug der Air France kurz vor dem Start nach Paris gestoppt worden. Die Maschine sei von Sicherheitskräften durchsucht worden, berichtete die niederländische Nachrichtenagentur ANP. Zuvor hätten alle Passagiere den Airbus verlassen müssen. Das Panoramadeck des Flughafens sei aus Sicherheitsgründen geschlossen worden.

Die Drohung war laut Angaben des Grenzschutzes über Twitter eingegangen. „Das haben wir so ernst genommen, dass wir sicherheitshalber alle Passagiere von Bord geholt haben“, sagte ein Behördensprecher. Über das Ergebnis der Durchsuchung wurde zunächst nichts mitgeteilt. Laut ANP wurde in dem Tweet auch gewarnt, dass nach den Anschlägen in Paris die Flughäfen von Amsterdam und Brüssel Angriffsziele sein könnten.

16.22 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere hält es für möglich, dass nach den Anschlägen von Paris weitere Attentäter unterwegs sind. Es sei nicht klar, ob die bekannten acht Täter alle seien, sagte de Maiziere in Berlin nach Beratungen des Sicherheitskabinetts. Davon hänge letztlich das weitere Vorgehen ab. "Ich freue mich, wenn wir morgen früh eine friedliche Nacht konstatieren können", sagte de Maiziere.

Der CDU-Politiker unterstrich: "Die Lage ist ernst. Jetzt gilt es zusammenzuhalten in Regierung und Parlament, in der Bevölkerung und in Europa." Wenn es die Situation erfordere, werde er eine Terrorwarnung aussprechen. De Maiziere verhängte zudem eine Reihe von Sicherheitsmaßnahmen.

15.59 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere appelliert an Politiker und Bevölkerung, "keinen Bogen" zwischen den Pariser Anschlägen und der Diskussion über den Umgang mit Flüchtlingen zu schlagen. Zugleich gab er bekannt, dass die Flug- und Zugverbindungen von und nach Frankreich seit der Nacht verstärkt kontrolliert werden.

15:54 Uhr: Nur Stunden nach den Terroranschlägen in Paris ist ein Terminal des Londoner Flughafens Gatwick aus Sicherheitsgründen geräumt worden. Passagiere saßen am Sonnabend stundenlang fest. Nach Angaben der Polizei wurde ein Mann festgenommen; ein verdächtiger Gegenstand werde untersucht. Britischen Medienberichten zufolge waren Sprengstoffspezialisten vor Ort. Wann der Flughafen wieder seinen regulären Betrieb aufnehmen wird, war nicht bekannt.

15:20 Uhr: Mindestens einer der Attentäter von Paris ist französischer Staatsangehöriger. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf Polizeiermittler.

14:52 Uhr: „Dieser Überfall ist nur der erste Tropfen Regen und eine Warnung“, hieß es in einer im Internet kursierenden Botschaft im Namen des IS. „Frankreich und jene, die seinem Pfad folgen, wissen, dass sie ganz oben auf der Liste der Ziele des Islamischen Staates stehen und dass der Geruch des Todes ihre Nasen nicht verlassen wird, solange sie ihren Kreuzzug fortführen, es wagen, unseren Propheten zu beleidigen (...), stolz darauf sind, gegen den Islam Krieg zu führen und die Muslime im Land des Kalifats mit ihren Flugzeugen anzugreifen“, heißt es in dem Text, der in arabisch und französisch vorliegt.

14:44 Uhr: Frankreich will der Opfer der blutigen Terroranschläge am Montagmittag mit einer Schweigeminute gedenken. Die Flaggen sollen auf Halbmast gesetzt werden, wie die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Umgebung des Premierministers Manuel Valls meldete. Zuvor hatte Präsident François Hollande bereits eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen.

14:15 Uhr: Bei einem der Attentäter von Paris ist ein syrischer Pass gefunden worden. Das berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Sonnabendnachmittag unter Berufung auf Polizeikreise. Der Ausweis sei in der Nähe des Leichnams eines der Angreifer gefunden worden. Angaben darüber, an welchem der sechs Anschlagsorte der Pass gefunden wurde, gab es zunächst nicht.

13:28 Uhr: Die Anschläge seien die Vergeltung für die französischen Luftangriffe auf Stellungen des Islamischen Staats in Syrien und im Irak und für die Beleidigung des Propheten, hieß es am Sonnabend in einer Erklärung der Extremistengruppe IS. Frankreich stehe weiter ganz oben auf der Liste der Angriffsziele, solange diese Politik fortgesetzt werde.

Der IS habe die Ziele in Paris mit Sorgfalt ausgewählt und Kämpfer mit Sprengstoffgürteln und automatischen Waffen entsandt, erklärte die Gruppe weiter. Zuvor hatte der IS ein Video veröffentlicht, in dem mehrere bewaffnete Extremisten in Kampfmontur zu Anschlägen in Frankreich aufrufen. "Worauf wartet ihr? Es gibt Waffen und Autos und Ziele, die angegriffen werden können", sagt darin ein Mann, der sich selbst als "Abu Salman, der Franzose" bezeichnet. "Terrorisiert sie und lasst sie vor Angst und Horror nicht schlafen. Wir haben auch Gift, um Wasser und Nahrungsmittel zu vergiften."

13:03 Uhr: Am Sonnabend tauchte im Internet eine zunächst nicht verifizierbare Erklärung auf, in der sich der IS zu den Anschlägen bekannte. „Eine treue Gruppe der Armee des Kalifats (...) griff die Hauptstadt der Unzucht und Laster an“, hieß es in der Botschaft im Namen des IS. Darin wird Frankreich mit weiteren Anschlägen gedroht.

12:52 Uhr: Russland hat seine Forderung nach einer „Koalition der Gleichgesinnten“ gegen den internationalen Terror bekräftigt. „Politische Solidarität reicht nicht. Russland und der Westen müssen eine breite Militärkoordination bilden, um die Quellen des Extremismus zu liquidieren“, sagte der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow in Moskau.

Es gehe insbesondere um eine gemeinsame Strategie, den Islamischen Staat in seinem „Krieg gegen die Zivilisation“ in Syrien und im Irak zu stoppen, sagte der Abgeordnete der Agentur Interfax zufolge. Auch Präsident Wladimir Putin rief zum gemeinsamen „Kampf gegen das Böse“ auf. „Diese Tragödie ist ein erneuter Beweis für die Barbarei des Terrors, der für die Zivilisation eine Herausforderung ist“, hieß es in einem Telegramm an Frankreichs Präsidenten François Hollande.

12:20 Uhr: Die Bundespolizei hat schärfere Kontrollen bei Flügen zwischen Deutschland und Frankreich angekündigt. Auch die Flüge zwischen Frankfurt und Paris stünden „unter besonderer Aufmerksamkeit“, sagte ein Sprecher der Bundesbehörde am Sonnabend in Potsdam. In Zügen sollen zudem eingesetzte Streifen die Sicherheit zwischen den beiden Ländern erhöhen. Vom Frankfurter Hauptbahnhof gab es am Sonnabend Direktverbindungen in die französische Hauptstadt.

11:57 Uhr: Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat hat sich zu den Anschlägen in Paris bekannt. Das teilte die Terrorgruppe am Sonnabend in einer Erklärung mit.

11:50 Uhr: Möglicherweise auf dem Weg nach Paris ist ein 51 Jahre alter Mann vor gut einer Woche in Oberbayern mit einem umfangreichen Waffen-Arsenal gefasst worden. Bei einer Kontrolle entdeckten Schleierfahnder der Polizei im Kleinwagen des Mannes unter anderem mehrere Maschinenpistolen, Handgranaten und Sprengstoff. Der aus Montenegro stammende Mann sitzt seitdem in U-Haft und schweigt, wie ein Sprecher des Landeskriminalamtes (LKA) am Sonnabend sagte. Zuvor hatte der Bayerische Rundfunk darüber berichtet.

Ob der Mann möglicherweise sogar zum Kreis der Attentäter von Paris gehören soll, wollte der Sprecher jedoch nicht sagen. Dies sei reine Spekulation. „Waffenschmuggel ist ein gängiges Geschäft“, betonte er. Im Motorraum hätten die Fahnder zunächst einen Pistolenlauf entdeckt und daraufhin das Auto zerlegen lassen, sagte der Sprecher. Dabei seien die weiteren Waffen sowie das TNT zum Vorschein gekommen. Nach Angaben des Bayerischen Rundfunks wurden in dem Auto Unterlagen sichergestellt, aus denen sich „erhebliche Anzeichen“ ergeben würden, dass der Mann auf dem Weg nach Paris gewesen sei.

11:24 Uhr: Der französische Präsident François Hollande hat die Terrorgruppe IS für die Anschläge von Paris verantwortlich gemacht. „Das ist ein Kriegsakt, der von Daesh (IS) verübt wurde“, sagte Hollande in Paris

11:20 Uhr: Die Extremisten-Miliz Islamischer Staat (IS) hat am Sonnabend ein Video veröffentlicht, in dem zu Anschlägen in Frankreich aufgerufen wird. In der Aufzeichnung ist ein bärtiger, arabisch sprechender Mann zu sehen, der französische Muslime auffordert, Anschläge zu verüben. "Solange ihr uns weiter bombardiert, werdet ihr nicht in Frieden leben können", sagte der Mann mit Verweis auf französische Lauftangriffe auf IS-Stellungen in Syrien. "Ihr werdet sogar Angst haben, auf einen Markt zu gehen." Das Video wurde vom Sprachrohr der Islamisten, dem, Al-Hayat-Medien-Zentrum veröffentlicht. Die Aufzeichnung selbst war nicht datiert.

10:45 Uhr: Nach den Terroranschlägen in Paris haben Menschen vor dem Generalkonsulat der Französischen Republik in Hamburg Kerzen aufgestellt. Eine Fahne an dem Gebäude war auf halbmast gesetzt - allerdings hing das noch mit dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) zusammen. Ein Mann wartete am Sonnabendmorgen vor dem Generalkonsulat auf seinen Französischkurs. „Es tut richtig weh, man hat Mitleid“, sagte er angesichts der vielen Toten und Verletzten in Frankreich.

10:21 Uhr: Bei den Terrorattacken in Paris sind nach neuesten Erkenntnissen mindestens 128 Menschen von Attentätern getötet worden. Etwa 250 wurden verletzt, viele davon schwer, berichtete die Nachrichtenagentur AFP am Sonnabendvormittag unter Berufung auf Justizquellen.

Bis dahin ging man von 120 Menschen aus, die bei den Attacken am Freitagabend an sechs verschiedenen Stellen in Paris und einem Vorort ihr Leben gelassen hatten. Von den acht ebenfalls getöteten Attentätern sprengten sich Medienberichten zufolge sieben selbst mit in die Luft. Staatspräsident François Holland hatte um Mitternacht den Ausnahmezustand über das gesamte Land verhängt. Am Sonnabendmorgen traf er im Élyseepalast mit seinem Sicherheitskabinett zusammen.

09:47 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat Frankreich nach der Anschlagsserie in Paris Unterstützung zugesagt. "Wir werden mit Ihnen gemeinsam den Kampf gegen die führen, die Ihnen so etwas Unfassbares angetan haben", sagte Merkel. Dem französischen Volk wolle sie sagen: "Wir, die deutschen Freunde, wir fühlen uns Ihnen so nah. Wir weinen mit Ihnen."

Zugleich unterstrich die Kanzlerin, alle müssten im Kampf gegen den Terrorismus zusammenstehen. "Dieser Angriff auf die Freiheit gilt nicht nur Paris. Er meint uns alle und er trifft uns alle." Merkel fügte hinzu: "Deswegen werden wir auch alle gemeinsam die Antwort geben."

09:29 Uhr: Die Anschläge in Paris haben laut Polizei keine Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Hamburg. Ein Sprecher: „Wir bewerten die Lage natürlich permanent und sind alarmiert.“ Es gebe bisher aber keinen Grund zur Beunruhigung.

09:15 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) wird am Sonnabend mit den Vertretern der Sicherheitsbehörden des Bundes in Berlin über Konsequenzen aus den Attentaten in Paris beraten. Er werde seinen Auftritt beim Landesparteitag der CDU in Sachsen stark verkürzen und dann sofort in die Hauptstadt aufbrechen, teilte sein Ministerium in Berlin auf Anfrage mit. Das Ministerium ordnete bundesweite Trauerbeflaggung der obersten Bundesbehörden und ihrer Geschäftsbereiche sowie der Behörden des öffentlichen Rechts, die der Aufsicht von Bundesbehörden unterstehen, an. Dies geschehe als Zeichen der Anteilnahme und Solidarität mit dem französischen Volk nach der abscheulichen Anschlagsserie in Paris.

08:58 Uhr: Der SPD-Vorsitzende und Wirtschaftsminister Sigmar ‎Gabriel erklärte am Morgen: „„Ich bin tief erschüttert. Unsere Herzen und Gedanken sind in diesen ‎schweren Stunden bei unseren französischen Freunden. Wir trauern um ‎die vielen unschuldigen Toten.“ Die Terroranschläge in Paris richteten sich ‎„gegen uns alle“, sagte der Vizekanzler. „Deutschland steht an der Seite Frankreichs gegen ‎diesen fanatischen Terrorismus. (...) Wir Demokraten halten zusammen, wir werden Demokratie und Freiheit ‎verteidigen.“

08:46 Uhr: "Nous Sommes Unis" (Wir sind vereint): Solidaritätsbekundung für Frankreich nach den Anschlägen.

08:37 Uhr: Die öffentlichen Krankenhäuser in Paris haben nach den Terrorattacken nach Medienberichten den sogenannten „Plan blanc“ eingeleitet. Wie die Zeitung „Le Monde“ auf ihrer Homepage am Sonnabendmorgen schrieb, wurden alle Hospitäler in Alarmbereitschaft versetzt. Dasselbe gelte für Notfalldienste und alle weiteren öffentlichen Gesundheitseinrichtungen. Den „weißen Plan“ gibt es seit 2004, er tritt nur in Ausnahmesituationen in Kraft.

08:29 Uhr: Die verheerende Terrorserie in Paris hat nach Angaben von Airlines zunächst keine Auswirkungen auf den Flugverkehr von Deutschland in die französische Hauptstadt. „Alle Flüge sind planmäßig vorgesehen“, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Sonnabendmorgen in Berlin. Die Frage, ob es zu Auswirkungen auf den Flugbetrieb kommt, hänge davon ab, welche konkreten Maßnahmen die französischen Behörden noch ergreifen. Die Lufthansa hat sonnabends 18 Flüge zwischen München beziehungsweise Frankfurt und Paris. Auch bei Germanwings sollte der Flugbetrieb nach den Worten eines Sprechers normal laufen. Ein morgendlicher Flug von Düsseldorf nach Paris verspätete sich allerdings, weil sich mindestens ein Besatzungsmitglied krankgemeldet habe. Aus welchen Gründen, sei nicht bekannt.

08.26 Uhr: Der Vatikan verurteilt die Anschläge als "wahnsinnige terroristische Gewalt". Es müsse eine entschiedene Reaktion auf einen derartigen "menschenmörderischen Hass" geben, heißt es in einer Stellungnahme.

07:30 Uhr: Am frühen Sonnabendmorgen ist die deutsche Fußball-Nationalmannschaft mit Polizeieskorte noch vom Stade de France aus direkt zum Flughafen gebracht worden. Das Team kehrte entgegen anderslautender Berichte gar nicht mehr ins Hotel zurück. Die Mannschaft verharrte nach dem grauenvollen Ereignissen am Freitagabend die Nacht auf Sonnabend im Stadion in Saint-Denis. „Das Wohlbefinden in der Stadt ist nach dem heutigen Tag nicht besonders groß“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff nach dem überschatteten Länderspiel gegen den EM-Gastgeber dem ARD-Hörfunk. Zunächst hieß es, die Weltmeister hätten das Stadion um 2.15 Uhr in Kleinbussen verlassen. Das stellte sich nun als von Sicherheitsgründen motiviertes Manöver heraus.

Eigentlich wollte die DFB-Delegation am Sonntagmittag mit dem Ziel Hannover abreisen. Der nun für Sonnabendvormittag geplante Flug soll allerdings nach Frankfurt/Main führen. Wie es danach für die DFB-Auswahl, die am kommenden Dienstag in Hannover gegen die Niederlande eigentlich ein weiteres Testspiel bestreiten will, weitergeht, wurde zunächst nicht bekannt. Bierhoff sprach nach der Partie von großer Betroffenheit. „Der Sport ist jetzt total im Hintergrund“, sagte er nach dem 0:2. Der Freitag hatte für die deutschen Weltmeister um Kapitän Bastian Schweinsteiger bereits nach einer Bombendrohung gegen das Teamhotel mit einem „großen Schrecken“ (Bierhoff) begonnen.

07:27 Uhr: Das Außenministerium in Berlin hat noch keine Gewissheit, ob unter den Opfern der Terroranschläge von Paris auch deutsche Opfer sind. „Das Auswärtige Amt hat noch am Abend einen Krisenstab eingerichtet, der mit der Botschaft Paris und den französischen Behörden die ganze Nacht über in Kontakt stand“, sagte ein Sprecher am Sonnabendmorgen in Berlin. Die nächste Sitzung des Krisenstabes sei für den Vormittag geplant.

07:15 Uhr: Der iranische Präsident Hassan Ruhani bezeichnet die Anschläge als "unmenschliches Verbrechen", die Türkei brachte ihre Verbundenheit mit Frankreich zum Ausdruck. "Diese Anschläge richten sich nicht nur gegen das französische Volk, sondern gegen die gesamte Menschheit, gegen Demokratie und Freiheit und alle gültigen Werte", erklärt Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Die Türkei stehe Frankeich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite. Auch die chinesische Regierung bekundete ihre Solidarität mit Frankreich. China sei bereit, Frankreich im Kampf gegen den Terrorismus zur Seite zu stehen und die Zusammenarbeit in Sicherheitsfragen zu verstärken, sagt Präsident Xi Jinping.

5:10 Uhr: Nach der verheerenden Terrorserie in Paris hat die Band U2 ein für Sonnabend geplantes Konzert in der französischen Hauptstadt abgesagt. „Mit Fassungslosigkeit und schockiert haben wir die sich entwickelnden Ereignisse in Paris verfolgt“, hieß es auf der Internetseite der Gruppe. „Wir sind am Boden zerstört angesichts der Toten beim Eagles-of-Death-Metal-Konzert.“ Wegen des andauernden Ausnahmezustands in Frankreich werde das Konzert daher nicht wie geplant stattfinden. Die Band sei aber entschlossen, es nachzuholen.

3.51 Uhr: Drei Terroristen im Pariser Konzertsaal „Bataclan“ sollen nach Medienberichten beim Zugriff der Polizei Sprengstoffgürtel gezündet haben. Dies berichteten die Zeitung „Le Figaro“ und weitere französische Medien unter Berufung auf den Polizeipräfekten. Insgesamt habe es bei dem Konzert vier Angreifer gegeben, alle seien tot. Allerdings kursierten über die Zahl der toten Terroristen zunächst unterschiedliche Zahlen. So sollen nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP auch in der Umgebung des Stade de France drei Terroristen gestorben sein. Staatsanwalt François Molins hatte zunächst von insgesamt fünf „neutralisierten“ Angreifern gesprochen.

3.47 Uhr: Bundespräsident Joachim Gauck teilte mit: „Ich bin tief erschüttert angesichts der Nachrichten, die uns aus Frankreich erreichen. Meine Gedanken sind bei den Opfern, Ihren Angehörigen und dem französischen Volk.“

3.24 Uhr: Aus Solidarität mit Paris leuchtet New York blau-weiß-rot. Mehrere Gebäude änderten am späten Freitagabend (Ortszeit) spontan ihre Beleuchtung und strahlten in den Farben der französischen Nationalflagge. Darunter war auch das One World Trade Center. Der auch Freedom Tower genannte Turm steht an der Stelle der am 11. September 2001 bei einem islamistischen Anschlag zerstörten Türme des World Trade Centers. Das Empire State Building hat seine Beleuchtung nicht geändert. Das kann man mit der Webcam sehen. Der Turm strahlte wie im Kalender vorgesehen weiß. Auf Twitter hatten Nutzer falsche Bilder veröffentlicht.

2.47 Uhr: Die genaue Zahl der Opfer bei den Terrorangriffen in Paris ist weiter unklar. Nach Berichten von France Info wurden mindestens 118 Menschen getötet, etwa 90 Opfer gab es demnach im Club „Bataclan“. „Le Monde“ und der Sender BFMTV melden 112 Tote, 70 davon in dem Konzertsaal. Der stellvertretende Pariser Bürgermeister Patrick Klugman schrieb auf Twitter von 118 Todesopfern. Die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet unter Berufung auf Ermittler von mindestens 120 Toten, Reuters nennt die Zahl von 140 Toten.

2.42 Uhr: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere (CDU) hat Frankreich Unterstützung durch deutsche Anti-Terror-Einheiten angeboten. "Ich stehe in engem Kontakt mit meinem französischen Kollegen und habe ihm Hilfe durch deutsche Spezialkräfte angeboten", erklärte der Innenminister in der Nacht zu Sonnabend. „Deutschland steht unverändert im Fadenkreuz des internationalen Terrorismus“, erklärte das Bundesinnenministerium am frühen Sonnabend.

2.34 Uhr: Die nach Passagieren größte US-Fluglinie American Airlines setzt ihre Flüge nach Paris aus. Das sagte ein Sprecher. United fliegt weiter planmäßig von Chicago, Newark und Washington.

2.20 Uhr: Gegen 2.15 Uhr hat die deutsche Nationalmannschaft das Stade de France in Kleinbussen verlassen. Das berichten mehrere Agenturen und Augenzeugen. Dem Vernehmen nach wurde eine Fahrt im Mannschaftsbus des Weltmeisters aus Sicherheitsgründen als nicht sinnvoll eingeordnet. Der schwarze Teambus ist sehr auffällig, auf ihm prangt groß der Schriftzug „Die Mannschaft“. Das Teamhotel ist weit rund eine halbe Stunde Fahrzeit von der EM-Arena entfernt.

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2.04 Uhr: Die Hamburger Polizei beobachtet die Lage in Paris. Es gebe zurzeit aber keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen, sagte ein Sprecher des Lagedienstes dem Abendblatt. In Berlin wurde der Schutz der französischen Botschaft verstärkt.

1.52 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande und Regierungschef Manuel Valls sind zu dem am Freitag von Terroristen überfallenen Club „Bataclan“ gefahren. Das teilte der Élyséepalast in Paris mit. Es gibt noch keine Hinweise darauf, dass sich die Situation in Paris entspannt und die Angriffe vorbei sind. Vier Terroristen sollen tot sein. 1500 zusätzliche Soldaten sollen nach Paris aufgebrochen sein.

1.43 Uhr: Die linksliberale Pariser Zeitung „Libération“ kommentierte: „Die terroristische Barbarei hat eine historische Dimension erreicht. Ein koordiniertes Massaker wurde im Herzen von Paris und in der Nähe des Fußballstadions mit kalter Entschlossenheit verübt, mit dem Ziel, möglichst viele Menschen zu treffen. Diese blutige Gewalt steht sicherlich in Verbindung mit den Kämpfen im Nahen Osten, bei denen Frankreich eine Rolle spielt. Doch Frankreich darf sich in seiner Aktion dort nicht erschüttern lassen.“

1.39 Uhr: Im französischen Radio berichten Überlebende des Massakers im Konzerthaus Bataclan, die Geiselnehmer hätten auf Arabisch "Allah ist groß" ("Allahu akbar") gerufen, ehe sie das Feuer eröffneten. Die Behörden sprechen von insgesamt über 140 Toten in Paris.

1.17 Uhr: Der französische Staatspräsident Francois Hollande sagte bei einer TV-Rede an die Nation: Der Ausnahmezustand werde ausgerufen, es könne Beschlagnahmungen geben, die Grenzen würden geschlossen. "Wir wissen, womit wir es zu tun haben: mit Terroristen." Nach letzten Meldungen aus Polizeikreisen gebe es insgesamt über 100 Tote, vor allem durch die Geiselnehmer in dem Konzerthaus Bataclan.

0.55 Uhr: Die Geiselnahme im Konzerthaus Bataclan soll durch einen Polizeieinsatz beendet worden sein, berichten Fernsehsender. Mindestens zwei Geiselnehmer seien getötet worden, Berichte über weitere Opfer gibt es noch nicht.

0.42 Uhr: Der Sicherheitschef des DFB, Hendrik Große-Lefert, sagte in der ARD: "Hundertprozentige Sicherheit gibt momentan nicht." Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft harre in der Kabine aus und sei angespannt. Man hoffe, unbeschadet aus dem Stadion zu kommen. Ein ARD-Korrespondent sprach über Gerüchte, dass rund um das Stadion noch Sprengfallen seien. Nach unbestätigten Informationen sollen die französischen Nationalspieler davon gesprochen haben, dass die Attentäter ursprünglich ins Stadion eindringen wollten.

0.31 Uhr: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft hat auch nach eineinhalb Stunden noch nicht das Stadion verlassen. Bundestrainer Joachim Löw, die Spieler, Betreuer und Journalisten saßen nach Mitternacht noch in der Kabine und den Katakomben im Stade de France. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur wollte die deutsche Delegation auf keinen Fall wie geplant bis Sonntag in der französischen Hauptstadt bleiben, sondern so schnell wie möglich das Land verlassen.

0.24 Uhr: Die Terroristen haben im Pariser Konzertsaal „Bataclan“ laut Augenzeugen etwa zehn Minuten mit Kalaschnikows um sich geschossen. Ein Radioreporter, der zufällig im „Bataclan“ war, erzählte dem US-Sender CNN, die Männer seien schwarz gekleidet gewesen und hätten wahllos in die Menge geschossen. Die Bands (siehe Tweet) seien unbeschadet herausgekommen.

Die Attentäter seien nicht maskiert gewesen. Ein Geiselnehmer, dessen Gesicht er gesehen habe, sei um die 20 bis 25 Jahre gewesen. Er selbst habe fliehen können. Am Ausgang habe er mindestens 20 Leichen und zahlreiche Verletzte gesehen. Ein Freund verstecke sich noch immer im Theater, er stehe im SMS-Kontakt mit ihm, erzählte der Radioreporter.

0.21 Uhr: Französischer Fußballverband bestätigt: Drei Tote unmittelbar am Stadion Stade de France durch die Explosionen.

0.19 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich entsetzt über die Attacken von Paris geäußert. „Ich bin tief erschüttert von den Nachrichten und Bildern, die uns aus Paris erreichen“, erklärte Merkel am frühen Sonnabendmorgen. „Meine Gedanken sind in diesen Stunden bei den Opfern der offensichtlich terroristischen Angriffe, ihren Angehörigen sowie allen Menschen in Paris.“ Die Bundesregierung stehe in Kontakt mit der französischen Regierung und habe ihr die Anteilnahme und Solidarität der Menschen in Deutschland übermittelt

0.09 Uhr: ARD-Korrespondenten berichten von anhaltenden Schießereien in Paris

23.48 Uhr: US-Präsident Barack Obama spricht von einem Versuch, Zivilisten zu terrorisieren. Die USA würden alles unternehmen, "um diese Terroristen zur Rechenschaft zu ziehen", sagt er in einer Fernsehansprache. Er wolle nicht spekulieren, wer hinter den Anschlägen stecke.

23.47 Uhr: Die Stadtverwaltung ruft die Pariser Bürger über Twitter auf, wegen der Anschläge zu Hause zu bleiben.

23.46 Uhr: Ein Mitarbeiter der Plattenfirma Warner Music in Frankreich berichtet auf Facebook von etwa 30 Schüssen in der Konzerthalle Bataclan.

23.45 Uhr: Die französische Regierung wird zu einer Sonder-Kabinettssitzung für Mitternacht in den Präsidentenpalast zusammengerufen. Später wird der Notstand ausgerufen, die Grenzen werden geschlossen.

23.44 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich erschüttert und entsetzt über die Attacken von Paris geäußert. „Wir stehen an der Seite Frankreichs“, sagte Steinmeier am Freitagabend in der französischen Hauptstadt. Dort war er gemeinsam mit Frankreichs Staatspräsident François Hollande als Zuschauer bei dem Fußball-Länderspiel der deutschen Mannschaft gegen Frankreich im Stade de France. Inzwischen hält Steinmeier sich nicht mehr in Paris auf. Gegen 23.20 Uhr twitterte das Auswärtige Amt, Steinmeier sei nun auf dem Weg zur Syrien-Konferenz in Wien.

23.43 Uhr: Nach ARD-Informationen sind die deutsche und die französische Mannschaften noch in den Katakomben des Stadions.

23.42 Uhr: Noch immer verlassen die Zuschauer des Spiel das Stadion. Wobei das Stadion nun deutlich leerer wird.

23.39 Uhr: Im Einkaufszentrum von Les Halles in der Innenstadt kommt es zu einer weiteren Schießerei, wie der Hörfunksender Europe 1 berichtet.

23.38 Uhr: Bmtv meldet 60 Tote.

23.35 Uhr: Nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AP werden in einem Theater 100 Menschen als Geiseln gehalten.

23.30 Uhr: Das Stadion leert sich nun immer mehr. Zwischenzeitlich wurde in der ARD von einer Massenpanik vor dem Stadion gesprochen. Dem Sender zufolge ist nun das Handy-Netz zusammengebrochen.

23.29 Uhr: Die Stadtverwaltung von Paris empfiehlt, der Zeitung „La Libération“ zufolge, den Bürgern, zu Hause zu bleiben.

23.26 Uhr: Die Zahl der Toten steigt laut BFM TV auf 40.

23.25 Uhr: Der stellvertretende Bürgermeister von Paris bestätigt im Sender CNN die Zahl von 18 Toten. Demnach ereigneten sich die Taten an mindestens drei Orten in der Millionenmetropole.

DFB-Präsident Rauball in der ARD: "Steinmeier saß neben mir. Da habe ich die Informationen bekommen, die er auch bekommen hatte. Die wurden immer tragischer. Großes Mitgefühl an die Familien und Angehörogen.

23.23 Uhr: ARD zitiert französisches Fernsehen, wo mittlerweile von 60 Geiseln gesprochen wird.

23.17 Uhr: Der Rasen im Stadion ist immer noch voller Menschen. Nun können die Menschen das Stadion aber verlassen.

23.15 Uhr: Team Manager Oliver Bierhoff in der ARD: "Die Explosion hat man glaube ich auch im Fernsehen gut hören können. Da merkte man schnell, dass das mehr als ein Böller war. Die Ehrentribüne mit Steinmeier ist schnell geräumt worden. In der Kabine herrschte große Betroffenheit. Boateng war in der Halbzeit schon etwas informiert. Die meisten Spieler, die kamen, haben nichts gewusst.

23.24 Uhr: Dem Fernsehsender BFM TV zufolge gibt es in der Pariser Konzerthalle Bataclan eine Geiselnahme

23.10 Uhr: Jogi Löw nach dem Spiel in der ARD: "Wir sind erschüttert und schockiert. Die Gegentore und das Spiel rücken für mich jetzt in den Hintergrund. Wir werden beraten, was wir jetzt tun. Wir haben in der Kabine gerade von den Ereignissen gehört. Bei dem Knall habe ich an die Bombendrohung gedacht. Wir wollten gerade mit dem Training anfangen. Und der Knall war ja auch sehr laut und habe natürlich sofort daran gedacht."

23.01 Uhr: In Spiel Deutschland gegen Frankreich waren drei Explosionen zu hören. Was anfangs für Böller gehalten wurden, stellte sich im Laufe des Spiels als drei Explosionen in unmittelbarer Nähe des Stadions in Paris heraus.

Zudem gab es in der Innenstadt offenbar eine Schießerei. Nach ersten Angaben gab es mindestens 18 Tote. Dies berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP am Freitagabend unter Berufung auf die Polizeipräfektur. Ein Polizeisprecher bestätigte der dpa Schüsse im 10. Arrondissement, nannte aber zunächst keine Details. Auch zur Zahl der Opfer wollte er sich nicht äußern.

Augenzeugen sahen die Toten am Boden liegen, Anwohner warfen Laken aus den Fenstern, um die Leichen abzudecken. Es gebe weitere Verletzte, berichtete ein Reporter der Zeitung „La Libération“; die Szene sei ein „Alptraum“.

Er sprach zudem von Zwischenfällen im Bereich des Stadions Stade de France, wo die deutsche Nationalmannschaft gegen Frankreich spielte. Etwa eine halbe Stunde vor Ende der Partie in Saint-Denis machten erste Gerüchte die Runde über Bombenexplosionen. ARD-Kommentator Matthias Opdenhövel berichtet, dass bei der Explosion der Boden gebebt hatte. Im Stadion werden unterdessen die Innentore aufgemacht, um die Zuschauer in Sicherheit zu bringen.

Hubschrauber kreisten mittlerweile über dem ausverkauften Stadion. Hinaus kam zunächst keiner mehr, mit einem Sicherheitsband war das Stadion abgeriegelt. Ordnungskräfte forderten die Menschen auf, die hinausgegangen waren, um sich ein Bild über die Situation zu machen, wieder ins Stadion zu gehen. Später durften Menschen aber doch das Stadion verlassen.