Auch der Google-Manager Wael Ghonim ist dabei. Derweil sorgt die Flucht von Ex-Präsident Husni Mubarak für neue Rätsel in der arabischen Welt.

Kairo/Hamburg. Ägyptische Internet-Aktivisten sind nach eigenen Angaben mit Vertretern des Obersten Militärrats zusammengetroffen, um über die Reformen nach dem Sturz von Staatschef Husni Mubarak zu diskutieren. „Wir haben die Armee getroffen (...), um ihren Standpunkt zu verstehen und unseren darzustellen“, teilten der ägyptische Google-Manager Wael Ghonim und der Blogger Amr Salam in einer Erklärung im Internet mit. Der Militärrat lenkt seit Mubaraks Rücktritt am Freitag vorläufig die Geschicke des Landes. Ghonim ist der Google-Marketingchef für den Nahen Osten und Afrika. Er war während der Proteste gegen Mubarak festgenommen worden, die zwölftägige Haftzeit musste er nach eigenen Angaben mit verbundenen Augen zubringen. Außerdem verwaltete er die Gruppe „Wir sind alle Chaled Said“ im Online-Netzwerk Facebook, die an der Organisation der regierungskritischen Massenproteste beteiligt war. Der Name der Gruppe bezieht sich auf einen jungen Mann, den die ägyptische Polizei zu Tode geprügelt hatte.

Auf dem Tahrir-Platz in Kairo waren am Montagmorgen nur noch wenige Demonstranten. Militärpolizisten sorgten dafür, dass der Autoverkehr normal fließen konnte, berichteten Augenzeugen. Bereits am Sonntag hatten die Dauerbesetzer ihre Zelte abgebrochen. Der Tahrir-Platz im Zentrum von Kairo war in den vergangenen drei Wochen der Mittelpunkt der Massenbewegung gegen den inzwischen zurückgetretenen Präsidenten Husni Mubarak.

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) haben unterdessen Medienberichte dementiert, nach denen Mubarak von ihnen aufgenommen worden sei. Ein offizieller Vertreter der Luftfahrtbehörde des Emirats Schardscha bestritt, dass der 82-jährige Ex-Staatschef am Flughafen der gleichnamigen Stadt gelandet sei, wie die staatliche emiratische Nachrichtenagentur Wam meldete. Der ägyptische Ministerpräsident Ahmed Schafik hatte bestätigt, dass sich Mubarak weiter in Scharm el-Scheich aufhalte. Das deutsche Online-Portal „Stern.de“ berichtete unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen, Mubarak habe sein Land bereits am Freitag verlassen. Eine Maschine der Fluglinie Air Arabia habe ihn im Sinai-Badeort Scharm el-Scheich aufgenommen und nach Schardscha gebracht. (dpa/dapd/AFP)