Stiftung Historische Museen Hamburg

Hartwig Lüdtke, ein Chef für vier Museen

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Der Hamburger Hartwig Lüdtke soll die städtische Stiftung leiten. Er selbst hatte als Gutachter für die Schaffung des Postens geworben.

Hamburg. Der Generaldirektor für die Stiftung Historische Museen Hamburg scheint gefunden zu sein: Nach Abendblatt-Informationen soll Hartwig Lüdtke an die Spitze der Stiftung treten, zu der das Museum für Hamburgische Geschichte, das Altonaer Museum, das Helms-Museum und das Museum der Arbeit gehören. Lüdtke (Jahrgang 1954) stammt aus Hamburg, studierte Vor- und Frühgeschichte und war Direktor des Rheinischen Landesmuseums in Bonn, bevor er 1995 als Kurator in die neu gegründete "Museumsstiftung Post und Telekommunikation" eintrat.

Seit 2006 ist Hartwig Lüdtke Leiter des Landesmuseums für Technik und Arbeit in Mannheim. Er war auch Mitglied der von der früheren Kultursenatorin Karin von Welck eingesetzten "Expertenkommission zur Entwicklung der Hamburger Museumsstiftungen", auf deren Empfehlung hin die Stiftung Historische Museen Hamburg gegründet wurde.

Porträt: Reinhard Stuth

Diese Kommission empfahl ferner, dass die neue Stiftung nicht, wie zunächst geschehen, von einer Kollegialspitze mit einem Primus inter pares geführt werden soll, sondern von einem Generaldirektor. Diese Auffassung machte sich Karin von Welck im März dieses Jahres zu eigen, als sie ankündigte, sie wolle die Generaldirektion zunächst für zwei Jahre einem "Elder Statesman" aus der Museumsszene anvertrauen, der ohne eigene Interessen die Weichen in Richtung Zukunft stellen könne. Anschließend müsse die Stelle ausgeschrieben werden.

Nachdem die Suche nach diesem Elder Statesman jedoch monatelang erfolglos geblieben war, hatte sich die frühere Senatorin offenbar von der Idee eines "Alterspräsidenten" als Übergangslösung verabschiedet und stattdessen einen jüngeren Kandidaten gesucht, ihn aber vor ihrem Rücktritt nicht mehr vorstellen können.

Hartwig Lüdtke gilt als enger Vertrauter von Karin von Welck , ist aber nicht zuletzt deshalb in der Hamburger Museumsszene umstritten. Als Mitglied der Expertenkommission hatte er die Arbeit seiner Hamburger Kollegen mehrfach heftig kritisiert.

Für kurzzeitige Aufregung sorgte gestern eine Zeitungsmeldung über einen "Geheimplan der Kulturbehörde", der angeblich vorsieht, das Altonaer Museum aufzulösen und in dessen Gebäude das Völkerkundemuseum unterzubringen. Damit könne das zu Beginn des 20. Jahrhunderts "maßgeschneidert" als Völkerkundemuseum errichtete Gebäude für die Uni-Erweiterung genutzt werden.

"Das ist völlig absurd und würde schon aus praktischen Gründen nicht funktionieren", sagte Wulf Köpke, der Direktor des Völkerkundemuseums, gestern dem Abendblatt. "Wir haben erst gestern mit Kultursenator Reinhard Stuth über die weitere Entwicklung unseres Hauses gesprochen. Ein Umzug ist jenseits aller Vorstellbarkeit. Ganz im Gegenteil: Die Äußerungen, die der neue Senator im Abendblatt-Interview zu den Museen gemacht hat, sehen wir als sehr positive Signale." Die Reaktion der Kulturbehörde fiel denkbar knapp aus. "Diskussionen dieser Art kommentieren wir grundsätzlich nicht", sagte Behördensprecherin Claudia Fregiehn.