14.08.12

Energiekonzern

RWE streicht weltweit weitere 2400 Arbeitsplätze

Der Energiekonzern RWE plant angesichts magerer Gewinne ein neues Sparprogramm. 10 400 Arbeitsplätze werden nun gestrichen.

Foto: dpa/DPA
Der Energiekonzern RWE will weitere 2400 Arbeitsplätze in Europa abbauen
Der Energiekonzern RWE will weitere 2400 Arbeitsplätze in Europa abbauen

Essen. Der unter der Energiewende leidende Energiekonzern RWE plant einen weiteren drastischen Stellenabbau. Statt der ursprünglich geplanten 8000 sollen nun sogar 10400 Arbeitsplätze dem Rotstift zum Opfer fallen. "Diese Personalmaßnahmen sind unumgänglich, wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit von RWE erhalten wollen", sagte der neue Konzernchef Peter Terium am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen. Der Stellenabbau soll aber sozialverträglich erfolgen.

Der Abbau der zusätzlichen 2.400 Stellen – zwei Drittel davon in Deutschland – ist Bestandteil des Sparprogramms "RWE 2015", mit dem der Manager dem Konzern nach den Einbußen durch den Atomausstieg wieder zu mehr Ertragskraft verhelfen will. Terium will damit bis Ende 2014 eine zusätzliche nachhaltige Ergebnisverbesserung von einer Milliarde Euro erreichen.

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In einem Brief an die Aktionäre betonte der Vorstandsvorsitzende, angesichts zunehmender Staatseingriffe, rückläufiger Kraftwerksmargen und eines immer stärkeren Wettbewerbs im Strom- und Gasvertrieb dürfe der Konzern keine Zeit verlieren. "Die gegenwärtigen Rahmenbedingungen sind alles andere als einfach."

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Während der große Rivale E.on am Montag eine deutliche Ergebnisverbesserung präsentierte, tritt RWE eher auf der Stelle. Im ersten Halbjahr 2012 sank der Außenumsatz des Konzerns um 1,3 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro. Das betriebliche Ergebnis stieg zwar um neun Prozent auf 3,6 Milliarden Euro. Das für die Dividende entscheidende nachhaltige Nettoergebnis lag mit 1,7 Milliarden Euro aber lediglich auf dem schwachen Niveau des Vorjahres und soll auch im Gesamtjahr auf dem Niveau von 2011 verharren.

RWE-Aktie im Minus

Mit "RWE 2015" will Terium nach eigenen Worten einen "Kulturwandel im RWE-Konzern" erreichen. Ziel sei die nachhaltige Optimierung von Prozessen und Strukturen. So will der Konzern seine gesamte konventionelle Kraftwerksflotte in Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden künftig in einer Gesellschaft bündeln und gemeinsam steuern. Die neue Konzerntochter soll als Gesellschaft europäischen Rechts ihren Sitz in Deutschland haben.

+++Nach Energiewende kommt Eon aus der Talsohle +++

Doch nicht nur die Energiewende bereitet RWE Schwierigkeiten, der Konzern leidet nach wie vor auch unter Problemen im Gasgeschäft. Während es dem Rivalen RWE inzwischen gelang, die verlustträchtigen Langfristverträge mit den großen Gasförderern in Russland, Norwegen und den Niederlanden erfolgreich nachzuverhandeln, konnte RWE bislang lediglich Zugeständnisse des norwegischen Lieferanten Statoil erreichen. Eine Einigung mit den Lieferanten in Russland und den Niederlanden steht noch aus. Der Konzern hofft, die letzten Preisrevisionen im Jahr 2013 abzuschließen.

An der Börse verlor die RWE-Aktie nach Bekanntgabe der Zahlen zeitweise mehr als ein Prozent an Wert. Am Mittag stand sie mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 32,75 Euro.

Ökostromanteile der Energieriesen ist ausbaufähig
Nach der Energiewende: Ökostromanteile der Energieriesen ist auch im Jahr 2012 noch ausbaufähig.
Der Anteil der vier großen Stromkonzerne in Deutschland an den regenerativen Erzeugungskapazitäten liegt zum Teil noch im einstelligen Prozentbereich.
Wind und Wasser sind dabei die wichtigsten Quellen.
Mit einer Kraftwerkskapazität von rund 5 Prozent (2010) an der gesamten Erzeugung hat vor allem der Branchenriese RWE noch erheblichen Ausbaubedarf.
Eon und die baden-württembergische EnBW kommen jeweils auf gut 10 Prozent.
Nur die deutsche Tochter der schwedischen Vattenfall erreicht nach eigenen Angaben mit 20 Prozent am Erzeugungsmix etwa den Anteil, der auch bundesweit auf die erneuerbaren Energien entfällt.
RWE und Eon haben für die kommenden Jahre Milliardeninvestitionen in den Ausbau vor allem für Windparks angekündigt. (dpa)
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