09.08.12

Wirtschaftsklima im Euroraum

Ifo-Experten: Schuldenkrise bremst die Konjunktur ab

Wenig Hoffnung für die Krisenländer: Die Unternehmen in der Eurozone sehen im nächsten Halbjahr keine Erholung für die Wirtschaft.

Foto: dapd/DAPD
Banken sind trotz Krise relativ freizuegig bei Firmenkreditvergabe
Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn: Es wird nicht mehr damit gerechnet, dass sich die Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten erholt

München. Der aktuelle Ifo-Index gibt den gebeulteten Staaten im Euroraum kaum Anlass auf eine Wende: Nach zwei Anstiegen in Folge hat sich das Wirtschaftsklima in der Euozone im dritten Quartal 2012 wieder eingetrübt. Damit hat sich die Stimmung europäischer Unternehmen deutlich verschlechert, wie das Münchner Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo am Donnerstag mitteilte.

"Die wieder aufflammende Schuldenkrise setzt der Konjunktur im Euroraum zu", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Der entsprechende Index, der auf der Befragung von 274 Experten im Juli basiert, brach um mehr als 11 Punkte auf 88,9 Punkte ein, nachdem es im zweiten Quartal noch 100,3 Zähler waren. Der Durchschnitt der Jahre 1996 bis 2011 von 109 Punkten wird damit noch deutlicher unterschritten.

+++ Ifo-Index: Wirtschaftsstimmung trübt sich weiter ein +++

+++ Wirtschaftsstimmung hat sich eingetrübt +++

"Es wird nicht mehr damit gerechnet, dass sich die Wirtschaft in den kommenden sechs Monaten erholt", sagte Sinn. Sowohl die Einschätzung der aktuellen Lage als auch die Erwartungen hätten stark nachgegeben.

Die aktuelle Lage wird in Griechenland, Italien, Portugal, Spanien und Zypern unverändert auf Rezessionsniveau gesehen. "In Belgien, Frankreich, Irland, den Niederlanden und Slowenien wird die wirtschaftliche Lage nur wenig besser beurteilt", so das Ifo-Institut.

+++ Euro-Krise wird Deutschland härter treffen +++

In Deutschland, Estland und Finnland werde die Lage insgesamt positiver eingeschätzt, aber schlechter als noch im Frühjahr. Beim Ausblick sieht es ebenfalls mau aus: Nur in Irland und den Niederlanden sind die Erwartungen merklich gestiegen. Ansonsten haben sich die Experten pessimistischer geäußert.

Mit Material von dapd/Reuters

Der Ifo-Geschäftsklimaindex seit September 2011
Der Ifo-Geschäftsklimaindex seit September 2011
September 2011: 107,5
Oktober 2011: 106,5
November 2011: 106,8
Dezember 2011: 107,3
Januar 2012: 108,3
Februar 2012: 109,6
März 2012: 109,8
April 2012: 109,8
Mai 2012: 106,9
Juni 2012: 105,3
Juli 2012: 103,3
August 2012: 102,3 (Quelle: Ifo-Institut; dapd)
Was der Exportnation Deutschland zu schaffen macht
Was der Exportnation Deutschland zu schaffen macht
Schuldenkrise und schwächelnde Weltkonjunktur belasten die deutsche Wirtschaft immer stärker. Der Ifo-Geschäftsklimaindex sackte im Juni auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren ab. Hauptgrund dafür: Die Industrie schraubte ihre Exporterwartungen deutlich zurück, weil es in der Weltwirtschaft so laut knirscht wie während der Finanzkrise 2009 nicht mehr.
Selbst in boomenden Schwellenländern wie China läuft es nicht mehr rund. Ein Überblick über Lage und Aussichten wichtiger Handelspartner:
USA:
Trotz Nullzinspolitik und gigantischer Finanzspritzen durch die Notenbank Fed stockt der Aufschwung. Die Fed nahm diese Woche ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,75 auf 2,1 Prozent zurück. Schon im ersten Quartal war der mit Abstand größten Volkswirtschaft der Welt die Puste ausgegangen. Sie wuchs nur noch um 1,9 Prozent, nachdem es Ende 2011 noch drei Prozent waren.
Für das Frühjahr deutet sich eine erneute Abschwächung ab: Im Mai wurden nur noch 69.000 Stellen geschaffen – so wenige wie seit einem Jahr nicht mehr. Die Arbeitslosenquote stieg auf 8,2 Prozent. Damit droht der private Konsum als Konjunkturmotor auszufallen. Etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung der USA hängen von den Konsumausgaben ab. Die Vereinigten Staaten gehören zu den Hauptkunden des Export-Vizeweltmeisters Deutschland.
China:
Auch in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt mehren sich die Anzeichen für eine spürbare Konjunkturabkühlung. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie fiel im Juni auf ein Sieben-Monats-Tief. Dem Exportweltmeister setzt die Krise in seinem wichtigsten Absatzmarkt Europa zu.
Für das Gesamtjahr sagen Ökonomen ein Wirtschaftswachstum von 8,2 Prozent voraus. Das wäre der schwächste Anstieg seit 1999. Für zahlreiche deutsche Unternehmen ist China inzwischen der wichtigste Kunde, etwa für Volkswagen und Porsche.
Eurozone:
Das größte Sorgenkind der Weltwirtschaft ist die Europäische Währungsunion, deren Fortbestand wegen der Krise in Griechenland und anderen Ländern infrage gestellt wird. Wirtschaftlich liegt die Eurozone am Boden. Italien und Spanien stecken in der Rezession, von Griechenland ganz zu schweigen.
Die Arbeitslosigkeit ist so hoch wie nie zuvor. 17,4 Millionen Menschen sind derzeit ohne Job, was einer Arbeitslosenquote von elf Prozent entspricht. Rasche Besserung ist nicht in Sicht, weil die Industrie der Euro-Länder immer tiefer in die Krise schlittert: Ihr Einkaufsmanagerindex verharrte im Juni auf den schlechtesten Wert seit drei Jahren.
Die EU-Kommission befürchtet, dass das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 0,3 Prozent fallen wird. Knapp 40 Prozent der deutschen Ausfuhren gehen in die Währungsunion.
Russland:
Einer der am schnellsten wachsenden deutschen Auslandsmärkte gerät durch den Verfall der Rohstoffpreise unter Druck. Der Preis für Öl – dem wichtigsten Exportschlager Russlands – fiel klar unter die Marke von 100 Dollar je Barrel. Bleibt das so, fehlen dem industriell unterentwickelten Land viele Milliarden.
Der Rubel fiel deshalb zeitweise auf den tiefsten Stand seit drei Jahren, was wiederum Importe merklich verteuert. Das sind schlechte Nachrichten für die deutschen Exporteure, die ihren Umsatz in Russland 2011 um fast ein Drittel steigerten.
Indien:
Das aufstrebende Schwellenland ist im ersten Quartal so langsam gewachsen wie seit neun Jahren nicht mehr. Von Januar bis März legte das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 5,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu.
In den Jahren vor der Finanzkrise hatte Indien noch mit Wachstumsraten von mehr als neun Prozent geglänzt und sich ein Wettrennen mit China um das am schnellsten aufholende Schwellenland geliefert. Sorge bereitet vor allem das verarbeitende Gewerbe, das sogar um 0,3 Prozent schrumpfte.
Der Industrie macht die schwache Währung zu schaffen, die Importe verteuert. Die Zentralbank versucht, die Inflation mit hohen Zinsen zu dämpfen. Dadurch werden aber auch Kredite teurer, was Investitionen und Konsum belastet.
Brasilien:
Neben China und Indien schwächelt mit Brasilien auch das dritte große Schwellenland. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal mit 0,2 Prozent zum Vorquartal nur halb so stark zu wie erwartet. Ökonomen gehen davon aus, dass die sechstgrößte Volkswirtschaft der Welt 2012 erneut um weniger als drei Prozent wachsen wird.
Zum Vergleich: 2010 waren es noch 7,5 Prozent. Dem Land zu schaffen machen die noch immer schlechte Infrastruktur, eine überbewertete Währung und schlecht ausgebildete, aber vergleichsweise teure Arbeitskräfte. (Reuters)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Emmelie de Forest aus Dänemark siegte mit großem Vorsprung.
01:13Eurovision Song Contest
Dänemark gewinnt, Lena mit Punkte-Patzer

Die Favoritin Emmelie de Forest aus Dänemark hat mit dem Song "Only Teardrops" den Eurovision Song Contest 2013 gewonnen. Deutschland kommt nur auf Rang 21 von 26. Regen dämpfte die Stimmung bei der… mehr...


Ein Bild, das alles sagt: Rafael van der Vaart am Boden
18.05.13Fußball-Bundesliga
Nur Kampf reicht nicht - HSV verpasst Europa

Der HSV hat den Einzug in die Europa League am letzten Spieltag verpasst. Die Mannschaft von Trainer Thorsten Fink unterlag 0:1 gegen Bayer Leverkusen. Kießling trifft und wird Torschützenkönig. mehr...


Fassungslos: Die Düsseldorfer Jens Langeneke (l.) und Andreas Lambertz
18.05.13Bundesliga-Abstieg
Wahnsinns-Finale: Fortuna steigt ab, 1899 in der Relegation

Düsseldorf nach 0:3 in Hannover direkt wieder abgestiegen. Salihovic rettet Hoffenheim mit zwei verwandelten Elfmetern in die Relegation. Augsburg nach schwacher Hinrunde doch noch gerettet. mehr...


Ein von Trümmern verwüstetes Einkaufszentrum in Erfurt. Heftige Unwetter mit Hagel hatten das Glasdach des Marktes einstürzen lassen
18.05.13Wetter
Heftige Unwetter verhageln das Pfingstwochenende

In Erfurt stürzte das Glasdach eines Supermarktes ein. Hunderte Feuerwehrleute waren mit dem Auspumpen von Kellern beschäftigt. Ein Blitz schlug in ein Wohnhaus ein. mehr...

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. Eurovison Grand PrixESC-FinaleCascadas Debakel hat nichts mit dem Euro zu tun
  2. 2. PanoramaLive-TickerDer Countdown zum Song Contest in Malmö beginnt
  3. 3. Eurovison Grand PrixESC-PunktevergabeNetz überschüttet Lena mit Spott für Versprecher
  4. 4. KommentareBundesliga-FinaleDrama pur – ein würdiger Schlussakt der Saison
  5. 5. DeutschlandWarnung+++Sperr3h+++BKA sieht konkrete Terror-Gefahr für Luftverkeh...
Top-Videos
Wetter
Hamburg Wetter am Wochenende

Hamburg Wetter am Wochenendemehr »

Top Bildergalerien mehr
HSV

Das Spiel gegen Leverkusen in Bildern

Nordseeinsel

Sylter Marsch - vom Ellenbogen bis Hörnum

Entwürfe für neue Süderelbebrücke bei Moorburg

Eimsbüttel

Haltestelle Osterstraße ist jetzt barrierefrei

tb_top_arbeitgeber.jpg
Hamburgs Beste Arbeitgebe…

Erfahren Sie hier mehr über die Preisträger 2013!mehr

tb_umweltp.gif
UmweltPartnerschaft

Lernen Sie hier die UmweltPartner in Hamburg kennen!mehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr