12.06.12

Stress im Job

Psychologe: Nach der Arbeit richtig abschalten

Um die Belastungen aus dem Berufsleben abzubauen, sollten sich Arbeitnehmer klare Grenzen setzen und das Handy auch mal ausschalten.

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Falsch verstandenes Pflichtbewusstsein: Wer für die Firma immer erreichbar ist, tut sich und dem Unternehmen auf Dauer kein Gefallen
Falsch verstandenes Pflichtbewusstsein: Wer für die Firma immer erreichbar ist, tut sich und dem Unternehmen auf Dauer kein Gefallen

Dresden. Dank Handy und E-Mail sind viele Arbeitnehmer auch nach Feierabend und im Urlaub erreichbar – eine Entwicklung mit Folgen: Denn vielen Berufstätigen fällt es schwer, nach der Arbeit abzuschalten. Das ist aber wichtig, um den Stress aus dem Berufsleben loszuwerden.

Nach dem Willen von Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sollen Arbeitnehmer künftig besser vor Stress durch Computer und Smartphones geschützt werden. Klare Regeln sollten vorgeben, wie lange Beschäftigte erreichbar sein müssten und wann sie dafür einen Ruheausgleich bekämen.

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Um den Kopf nach der Arbeit freizubekommen, sollten Berufstätige erst einmal eine halbe Stunde etwas ganz etwas anderes machen, rät der Psychologe Prof. Dirk Windemuth vom Institut für Arbeit und Gesundheit (IAG) der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung.

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Betroffene sollten folgende Regeln beachten, um den Stress nach der Arbeit loszuwerden: Handy ausschalten: Arbeitnehmer tun sich keinen Gefallen, wenn sie ständig für den Chef und die Kollegen erreichbar bleiben, erläutert die Arbeitsmedizinerin Ulrike Roth vom TÜV Rheinland. Das Diensthandy in der Freizeit immer anzulassen, sei oft falsch verstandenes Pflichtbewusstsein. Wer nicht gerade eine Führungsposition innehat, sollte vor allem im Urlaub das Telefon ausschalten. Im Büro sei währenddessen ohnehin eine Vertretung für die wichtigsten Anrufe und Emails zuständig. Alles Übrige dürfe ruhig liegenbleiben. Keine Büro-E-Mails lesen: Ein Tabu sollte es sein, nach der Arbeit weiter dienstliche E-Mails zu beantworten oder berufliche Telefonate zu führen, wenn Beschäftigte nicht dazu verpflichtet sind. "Dann kommt man zu Hause nie runter", warnte Prof. Windemuth.

Sport treiben: Wer viel im Büro arbeitet, sollte sich nach der Arbeit körperlich betätigen. "Mindestens eine halbe Stunde sollten Arbeitnehmer sich nach ihrem Job bewegen, um auf andere Gedanken zu kommen", sagte Prof. Windemuth. Wie Arbeitnehmer sich bewegen, sei Geschmackssache: Der eine arbeite gerne im Garten, andere gehen joggen oder steigen aufs Fahrrad. Wichtig sei nur, sich überhaupt zu bewegen, und nicht gleich vor dem Fernseher zu versacken. "Der Trick ist, sich zu Hause erst gar nicht hinzusetzen." Er empfahl, zu Hause gleich die Sportschuhe anzuziehen und loszulaufen.

Feierabendbier: So lange der Alkoholkonsum nicht ausartet, sei es völlig in Ordnung, sich zur Entspannung ein Feierabendbier oder ein Glas Wein zu genehmigen. "In südlichen Ländern macht man das ja auch", sagte Prof. Windemuth. Für viele sei das Feierabendbier genau wie ein gutes Essen eine Möglichkeit, schnell zu entspannen. Diese Möglichkeit sollten Arbeitnehmer sich nicht verbieten, sondern sich vielmehr nach einem anstrengenden Tag erlauben. Allerdings sollte es bei einem Bier oder einem Glas Wein bleiben.

Freunde treffen: Das beste Mittel gegen Stress sei es, nach der Arbeit Freunde zu treffen oder Zeit mit der Familie zu verbringen. "Wer ein funktionierendes, soziales Netz hat, kommt nach der Arbeit leicht auf andere Gedanken", erklärte Prof. Windemuth. (dpa/abendblatt.de)

Burnout-Syndrom
Burnout bedeutet soviel wie "ausgebrannt sein". Ein Burnout-Syndrom bekommen meist Menschen, die über lange Zeit an ihrer Leistungsgrenze arbeiten, sich in ihrem Beruf überengagieren und extrem hohe Erwartungen an sich selbst stellen.
Gerade weil Burnout vor allem ehrgeizige Mitarbeiter trifft, ist deren schleichendes Abgleiten in den Burnout oft nicht erkennbar.
Ausgangspunkt ist oft Überengagement im Beruf, der zum Lebensinhalt wird. Der Betroffene verleugnet seine Bedürfnisse.
Anzeichen sind häufige Flüchtigkeitsfehler, völlige Erschöpfung, chronische Müdigkeit, Energiemangel und Konzentrationsstörungen.
Oft folgt ein reduziertes Engagement, einige Betroffene machen Schuldzuweisungen und werden aggressiv.
Es kann aber auch zu Depressionen und Angststörungen kommen. Die Suchtgefahr steigt.
Wer einem Burnout-Syndrom vorbeugen will, sollte sein Privatleben stärker pflegen, Konfliktstrategien erlernen, häufiger Kompromisse durchsetzen und sich gegen Überforderung im Beruf wehren.
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