20.02.13

"The Giving Pledge"

Verwirrung um Spenden von SAP-Gründer Hasso Plattner

Nach Angaben der Initiative "The Giving Pledge" ist Plattner der illustren Runde beigetreten. Doch darum gibt es aber Verwirrung.

Foto: dpa
Plattner verschenkt Milliarden
Der SAP-Mitbegründer Hasso Plattner - sein Vermögen wird auf rund 5,4 Milliarden Euro geschätzt

New York/Walldorf. Verwirrung um die Mitgliedschaft von SAP-Mitbegründer Hasso Plattner in der Spendeninitiative "The Giving Pledge": Nach mehreren Medienberichten hat Plattner die Mitgliedschaft in dem Club der Superspender um US-Investorenlegende Warren Buffett und Microsoft-Gründer Bill Gates am Mittwoch dementiert. Dies berichteten die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" auf ihrer Website und die "Bild"-Zeitung (Donnerstag).

Die SAP-Pressestelle bestätigte auf dpa-Anfrage dagegen die Mitgliedschaft und zitierte Plattner mit den Worten: "Ich freue mich, Mitglied der "Giving Pledge Stiftung" zu sein. Im Rahmen meiner Mitgliedschaft werde ich das gesamte Kapital meiner Förderstiftung mit den Schwerpunkten Bildung, Kultur und Gesundheit im Sinne des weltweiten Anspruchs von "Giving Pledge" einsetzen." Plattner selbst war am Mittwoch auf dpa-Anfrage zunächst nicht zu erreichen.

Am Dienstag (Ortszeit) hatte die Spendeninitiative (zu deutsch: "Das Spendenversprechen") in New York bekanntgegeben, dass Plattner Mitglied geworden sei. Aufnahmekriterium ist den Angaben der Organisation zufolge, die Abgabe von mindestens 50 Prozent des Vermögens im Sinne der Initiative zuzusichern. Plattner hat sein Geld unter anderem auf gemeinnützige Stiftungen verteilt.

Damit wäre der 69-Jährige neben Nicolas Berggruen der einzige Deutsche im exklusiven Club der Superspender. Der Karstadt-Retter hat neben der deutschen allerdings auch die US-amerikanische Staatsangehörigkeit.

Die "Potsdamer Neuesten Nachrichten" zitierten Plattner hingegen mit den Worten: "Ich fühle mich von Bill Gates hintergangen und ausgenutzt." Gates suche offenbar ein Zugpferd für seine Spendenkampagne, hieß es in dem Bericht weiter. Auch die "Bild"-Zeitung berichtete über ein Dementi und zitierte Plattner folgendermaßen: "Ich bin Bill Gates Initiative "The Giving Pledge" nicht beigetreten. Ich frage mich, wie Gates das auf der Internetseite seiner Stiftung behaupten kann." Seit Jahren versuche Gates ihn zum Beitritt zu der Initiative zu bewegen. "Aber ich lasse mich von Gates nicht unter Druck setzen."

Die SAP-Pressestelle versendete am Nachmittag jedoch ein Statement im Namen Plattners, wonach er sich freue, Mitglied der Stiftung zu sein und das gesamte Kapital seiner Förderstiftung mit den Schwerpunkten Bildung, Kultur und Gesundheit im Sinne des weltweiten Anspruchs von "Giving Pledge" einsetzen. "Bildung und Gesundheit sind ganz wesentliche Voraussetzungen für Menschen, um ihre Leben sinnvoll und erfolgreich zu gestalten", hieß es darin weiter.

Am Dienstag hatte die Spendeninitiative von Gates und Buffett Plattner mit den Worten zitiert: "Vor mehr als 20 Jahren habe ich eine Stiftung ins Leben gerufen, die sich auf Bildung und globale Gesundheitsprobleme konzentriert." Es sei eine enorme Belohnung, "wenn man die Wirkung sieht, die eine Spende haben kann". Nach dem Statement, das Plattner über die SAP-Pressestelle abgab, will er das gesamte Kapital seiner Förderstiftung im Sinne von "The Giving Pledge" einsetzen.

SAP aus Walldorf in Baden-Württemberg ist ein führender Hersteller von Unternehmenssoftware mit einem Jahresumsatz von 16,22 Milliarden Euro. Zu den mehr als 232 000 Kunden weltweit gehören Unternehmen aus nahezu allen Branchen. Der Konzern hat gut 65 000 Mitarbeiter.

Plattner ist seit Mai 2003 Chef des SAP-Aufsichtsrats. Damals wurde er Nachfolger von Dietmar Hopp. Plattner ist schon seit Jahren als Mäzen aktiv und engagiert sich mit seinem Geld in vielfältiger Weise: vom Kampf gegen Aids bis hin zur Förderung junger IT-Talente.

Das Wirtschaftsmagazin "Forbes" schätzt Plattners Vermögen derzeit auf 7,2 Milliarden Dollar (5,4 Milliarden Euro). Damit wäre der 69-Jährige der neuntreichste Mensch in Deutschland und weltweit die Nummer 127. Auf Nummer 2 und 3 der legendären "Forbes"-Liste stehen seit Jahren Buffett und Gates.

Die beiden hatten vor knapp drei Jahren ihre Initiative gegründet und seitdem mehr als 100 Milliardäre für ihr Vorhaben gewonnen. Fast alle kommen aber aus den USA. Im Januar hatte Gates gesagt, er hoffe auch auf deutsche Beteiligung.

Erstmals wurden jüngst auch andere Superreiche ohne amerikanischen Pass Mitglied: Wie "The Giving Pledge" mitteilte, beteiligen sich künftig auch Spender aus Australien, Indien, Malaysien, Russland, Südafrika, der Ukraine und Großbritannien. Damit wächst die Zahl der Wohltäter den Angaben zufolge auf 105.

(dpa)
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