18.02.13

Trauer

Metro-Mitbegründer und Milliardär Otto Beisheim ist tot

Der 89-Jährige ist am Montagmorgen in seinem Haus am Tegernsee tot aufgefunden worden. Metro-Anteil Beisheims soll nicht verkauft werden.

Foto: pa
Otto Beisheim, Ehrenkonsul WHU
Prof. Dr. h.c. Otto Beisheim, Gründer und Inhaber der Handelsgruppe Metro bei einer Würdigung (Archivbild)

Düsseldorf. Der Metro -Mitbegründer Otto Beisheim ist tot. Der 89-jährige Milliardär habe an einer unheilbaren Krankheit gelitten und sei "aufgrund der Hoffnungslosigkeit seiner gesundheitlichen Lage aus dem Leben geschieden", teilte die Otto-Beisheim-Gruppe am Montag mit. Er sei am Morgen in seinem Haus in Rottach-Egern am Tegernsee tot aufgefunden worden. Auch die Otto Beisheim School of Management bestätigte den Tod ihres Stifters.

Beisheim hielt zuletzt noch knapp zehn Prozent der Metro-Aktien. Die Otto-Beisheim-Gruppe plane keine Verkäufe der Anteilsscheine, sagte eine Sprecherin. Die Vermögenslage von Beisheim sei seit langem klar geregelt, hieß es in der Erklärung weiter. Danach solle sein Erbe in zwei Stiftungen übergehen. Damit solle sei kulturelles und unternehmerisches Engagement fortleben. Im Metro-Aktionärskreis hatte es zuletzt Unruhe gegeben – Großaktionär Haniel hatte sich von Anteilen getrennt. Zusammen mit dem Partner Schmidt-Ruthenbeck hält Haniel nun knapp weniger als 50 Prozent der Aktien – doch reicht dies deutlich aus, um die Hauptversammlungen des Handelsriesen zu kontrollieren. Haniel- und Metro-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel würdigte Beisheim als "großen Unternehmer und besonders wertvollen Menschen".

Beisheim war am 3. Januar 1924 in Voßnacken bei Essen geboren worden. Er wurde Mitbegründer der Metro und half im Jahr 1964, den Handel in Deutschland durch die Einführung von Großmärkten (Cash & Carry) zu revolutionieren. Heute gehören neben dem Großmarktgeschäft auch die Töchter Kaufhof, Media-Saturn und Real zu dem Düsseldorfer Handelsriesen.

Beisheim förderte zudem die Wissenschaftliche Hochschule für Unternehmensführung (WHU), die nach einer Großspende des Unternehmers den Namen Beisheim School of Management trägt. Umstritten ist indes Beisheims Rolle im Zweiten Weltkrieg. "Spiegel Online" zufolge war er Mitglied der Waffen-SS. Beisheim habe "nur niedere Dienstgrade bekleidet" und sei 1942 in den Arbeits- und Heeresdienst eingerückt, sagte eine Sprecherin lediglich.

Bundesweit bekannt wurde Beisheim auch durch das Beisheim-Center an Potsdamer Platz in Berlin. 2004 wurde der Komplex eingeweiht, in dem sich unter anderem Hotels der Ketten Ritz-Carlton und Marriott befinden.

"Otto Beisheim war ein Pionier und eine Legende in der deutschen und internationalen Handelsbranche", betonte Metro-Chef Olaf Koch. Mit seinem Konzept des Selbstbedienungsgroßhandels habe er das Fundament für den Metro-Konzern gelegt. "Der Vorstand der Metro AG und die weltweit mehr als 280.000 Mitarbeiter der Metro Group bedauern den Tod von Otto Beisheim zutiefst und sprechen seiner Familie große Anteilnahme aus", erklärte Koch weiter.

(rtr)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. AuslandApokalypse in Aleppo"Wir versprechen dir, dich das nächste Mal zu töten"
  2. 2. DeutschlandEuropawahlSPD zittert schon vor dem "Katastrophen-Ergebnis"
  3. 3. DeutschlandWahlkampf-GeldAfD setzt umstrittene Kreditfinanzierung fort
  4. 4. WirtschaftMenschenrechteSo werden Dienstmädchen in Katar ausgebeutet
  5. 5. WirtschaftRinat AchmetowDas undurchsichtige Machtspiel des Fußball-Zaren
Top Bildergalerien mehr

HTHC feiert in bester Hockey-Manier

Bus fährt Seniorin auf Mönckebergstraße an

Kate, William und George besuchen Australien

Champions League

Chelsea mauert sich zu einem 0:0 bei Atletico

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr