01.02.13

Finanzkonzern

Niederlande müssen SNS Reaal verstaatlichen

Der angeschlagene Finanzkonzern SNS Reaal soll eine Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bekommen.

Foto: dapd
Netherlands SNS Reaal
Der anschlagenen Finanzkonerzn SNS Reaal

Den Haag. Die Niederlande müssen den angeschlagenen Finanzkonzern SNS Reaal verstaatlichen. Dies werde insgesamt 3,7 Milliarden Euro kosten, sagte der Finanzminister des Landes, Jeroen Dijsselbloem, am Freitag. Das Institut solle eine Kapitalspritze in Höhe von 2,2 Milliarden Euro bekommen. Zusätzlich seien Kredite im Volumen von 1,1 Milliarden Euro und Bürgschaften von fünf Milliarden vorgesehen.

Die neuerliche Rettung des Instituts werde die Haushaltslage dieses Jahr entsprechend verschlechtern, ergänzte Dijsselbloem, der zugleich seit kurzem Euro-Gruppenchef ist. Die Niederlande sind bislang in der Schuldenkrise einer der Musterknaben in der EU und haben – wie Deutschland – bei allen großen Rating-Agenturen noch die Bestnote AAA. Der Minister wollte sich allerdings nicht zu der Frage äußern, ob der Sparkurs des Landes nun verschärft werden müsse.

Die Schuldenkrise hatte sich zuletzt beruhigt, die Refinanzierungsbedingungen der Krisenländer merklich verbessert. Finanzielle Probleme in den Niederlanden könnten Auswirkungen auf andere EU-Länder haben. Zum Beispiel hatte die Rating-Agentur Moody's im vergangenen September den Ausblick für die Bonitätsnote der EU auf "negativ" gesenkt. Die Niederlande sind neben Deutschland, Frankreich und Großbritannien ein Schwergewicht und tragen mit am meisten zum EU-Haushalt bei.

SNS ist mit Vermögenswerten von rund 130 Milliarden Euro die Nummer vier bei den Allfinanzkonzernen in den Niederlanden. Diese bieten ihren Kunden sowohl Bank- als auch Versicherungsprodukte an. Das Unternehmen hatte bereits 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 750 Millionen Euro vom Staat erhalten. Jetzt leidet der Konzern unter Verlusten aus seinem Immobilien-Engagement. Laut Dijsselbloem steht das Haus vor Abschreibungen von 2,4 bis 3,2 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Das gesamte Engagement in der Immobilienfinanzierung belief sich zuletzt auf knapp zehn Milliarden Euro.

SNS hatte zuvor über Monate versucht, Firmenteile zu verkaufen und seine Refinanzierungssituation zu verbessern. Medienberichten zufolge verhandelte ein Investoren-Konsortium unter Führung von CVC über eine Finanzspritze – offenbar ohne Erfolg.

(Reuters)
Die Favoriten unseres Homepage-Teams

Alles über Ihre Straße

Die Welt - Aktuelle News
  1. 1. KommentareRusslands ZukunftHighway to Hell – Putin wird untergehen
  2. 2. DeutschlandUkraine-KonfliktGauck droht in Polen dem "Aggressor" Putin
  3. 3. AuslandWladimir Putin"Ich könnte in zwei Wochen Kiew einnehmen"
  4. 4. DeutschlandSondersitzungBundestag verweigert Abstimmung über Russland
  5. 5. AuslandFatwaBritische Imame verurteilen Islamisten im Irak
Top Video Alle Videos
Die Gewerkschaft der Lokführer ruft zum Streik aufBrightcove Videos

Nachdem zuletzt die Piloten von "Germanwings" gestreikt haben, legt nun die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer die Arbeit nieder. Der erste Streik solle vor allem den Güterverkehr treffen. mehr »

Top Bildergalerien mehr
GDL

Warnstreik legt Zugverkehr in Hamburg lahm

Abschied

"Gorch Fock" zu neuer Fahrt gestartet

Ausbruch

Vulkan Bárdarbunga auf Island spuckt Lava

Handball

HSV verliert nach großem Kampf gegen Kiel

tb_reisemarkt.jpeg
Der Reisemarkt

Aktuelle Reise- und Urlaubsangebotemehr

Highlights
tb_hh_mahjong100.jpg
Mahjong

Spielen Sie mit!mehr

rb_wetter_926045a.jpg
Wetter in Hamburg

Der aktuelle Wetterbericht mit Karte und Vorhersagemehr

rb_stadtplan_926042a.jpg
Stadtplan Hamburg

Mit dem Hamburger Stadtplan Adresse und Orte findenmehr