Fr, 18.01.13, 21.14

Wirtschaftskrise IWF: Griechenland braucht bis zu 9,5 Milliarden zusätzlich

EU und Griechenland Fahne

Foto: dpa

EU und Griechenland Fahne

Griechenland benötigt weitere Milliarden. Für 2015 und 2016 wurde eine Finanzierungslücke von 5,5 bis 9,5 Milliarden Euro ausgemacht.

Athen. Nach der Freigabe der nächsten Kredittranche für Griechenland hat der Internationale Währungsfonds (IWF) die Reformbemühungen der Athener Regierung gelobt. Allerdings stehe das Land im Kampf gegen die Staatsschuldenkrise noch immer vor großen Herausforderungen und benötige weiterhin die finanzielle Unterstützung der Europartner, hieß es in einem am Freitag veröffentlichten Bericht des IWF.

Griechenland braucht dem IWF zufolge weitere Milliarden. Für 2015 und 2016 habe der IWF eine Finanzierungslücke von 5,5 bis 9,5 Milliarden Euro ausgemacht, sagte der beim IWF für Griechenland zuständige Poul Thomsen. Es ist das erste Mal, dass der Fonds Angaben zum Finanzierungsbedarf über 2014 hinaus macht. Die Europäische Kommission ging im Dezember davon aus, dass die Lücke 5,6 Milliarden Euro beträgt. Europa habe bereits signalisiert, dass es Griechenland weiter unterstützen wolle, sagte Thomsen.

Durch die unsichere politische Situation im vergangenen Jahr sei das Reformprogramm zeitweise ins Stocken geraten, sagte Thomsen. "Die Regierung hat entschlossen daran gearbeitet, aufzuholen (...) und ich freue mich sagen zu können, dass das Programm wieder in der Spur ist." Am Mittwoch hatte der IWF die nächsten Notkredite für Griechenland im Umfang von 3,24 Milliarden Euro freigegeben.

IWF – Stresstest bei italienischen Banken im Frühjahr

Unterdessen wird der IWF die italienischen Banken im Frühjahr einem Stresstest unterziehen. Die Überprüfungen fänden im Rahmen einer umfangreicheren Bewertung der Finanzstabilität des Landes statt, teilte eine IWF-Sprecherin am Freitag mit. Die Tests zielten vor allem darauf ab, die Risikovorsorge zu beurteilen und nicht den Rekapitalisierungsbedarf der Geldhäuser zu ermitteln.