18.01.13

Brauereigruppe Radeberger steigert Umsatz und schimpft über Preisdruck

Radeberger Braugruppe kauft offenbar Bionade

Foto: ddp

Der Brauriese mit Marken wie Jever oder Bionade hat weniger verkauft, den Umsatz aber erhöht. Auch Konkurrent Krombacher behauptet sich.

Frankfurt/Main. Deutschlands größte Brauereigruppe Radeberger hat im schwierigen Bierjahr 2012 weniger Getränke verkauft, aber gleichzeitig den Umsatz gesteigert. Man habe im hart umkämpften Markt "weitestgehend allein und somit gegen den Strom" eine Preisanpassung vorgenommen, erklärte Radeberger-Chef Albert Christmann am Freitag in Frankfurt.

Besonders die national vertriebenen Marken wie Radeberger, Jever, Clausthaler und Schöfferhofer hätten die zusätzliche Belastung der Strategie "Marge vor Menge" tragen müssen.

Der Umsatz der Oetker-Tochter ist nach Firmenangaben um 1 Prozent auf deutlich über 1,8 Milliarden Euro gestiegen. Der Getränkeabsatz fiel um etwa 200 000 auf 13 Millionen Hektoliter. Christmann rechnet damit, dass die schwachen Verkäufe im Dezember den Brauereien noch die Bilanzen vermiest haben. Das Jahr 2013 habe hingegen ermutigend begonnen. Die Gruppe braut an 14 deutschen Standorten Bier und erzeugt auch alkoholfreie Getränke wie Bionade und Selters.

Brauerei-Chef Christmann kritisierte die angebliche "Preis-Aktionitis" der Konkurrenz auf dem heimischen Biermarkt. "Die Branche ist unverändert dabei, mühsam und mit Herzblut aufgebaute Markenwerte nicht nur zu vernichten, sondern geradezu zu pulverisieren." Mit Rabatten und möglichst vielen Aktionen könne jeder im Markt Menge machen, meinte der Radeberger-Manager.

Auf der anderen Seite sei der Kostendruck sehr hoch. "Die Kosten für Energie, Wasser, Logistik, Rohstoffe, Arbeitskraft und so weiter sind erneut gestiegen. (...) Wir haben aus dieser Entwicklung die notwendigen Konsequenzen gezogen."

Auch Konkurrent Krombacher konnte sich behaupten. Wie die Privatbrauerei diese Woche bekannt gab, erhöhte sie mit den Marken Krombacher, Schweppes, Orangina und Dr Pepper den Ausstoß um 1,4 Prozent und kam damit erstmals über die 6,5 Millionen Hektoliter-Marke. Erfolg hat Krombacher dabei auch mit alkoholfreien Bieren und Biermischgetränken, den die Brauerei mit fünf neuen Sorten ausbauen möchte. Radeberger kündigte an, sich 2013 verstärkt auf alkoholfreie Getränke zu konzentrieren.