16.01.13

Handelsriese Metro fährt leichtes Umsatzplus ein - Rückzug aus China

Metro Group

Foto: dpa / dpa/DPA

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Handelskonzern schließt seine Media Markt- und Saturn-Ketten im Reich der Mitte. Weihnachtsgeschäft erhöhte Erlöse im Ende 2012.

Düsseldorf. Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat im ersten Amtsjahr seines neuen Chefs Olaf Koch auch dank leichter Zuwächse im Weihnachtsgeschäft den Umsatz gesteigert.

Vor allem die Elektronikketten Media Markt und Saturn legten zu. Sie steigerten ihren Quartalsumsatz um 1,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Dagegen schrumpfte der Umsatz der Warenhaustochter Kaufhof um 2,9 Prozent auf eine Milliarde Euro. Unter warmen Wetter hatte zum Quartalsbeginn die Nachfrage nach Bekleidung gelitten. Die Metro-Großhandelsmärkte und der Lebensmittelhändler Real erzielten leichte Umsatzzuwächse.

In China konnte sich die Kette indes nicht durchsetzen: Metro beendet das China-Engagement seiner Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn. Zwei Jahre nach der Eröffnung der ersten Filialen in Schanghai kündigte Metro-Chef Koch den Rückzug der Elektrohändler aus der Volksrepublik an.

Ursprünglich hatte der Konzern gehofft, in China mehrere Hundert Filialen eröffnen zu können. Doch erwies sich der Wettbewerb auf dem heißumkämpften Markt für die Newcomer aus Deutschland als zu hart. Experten gehen davon aus, dass der Rückzug den Konzern noch einmal mehr als 100 Millionen Euro kosten dürfte.

Das Aus für die Elektronikmarktketten bedeutet allerdings keinen kompletten Rückzug des größten deutschen Handelskonzerns aus China. Sein Großhandelsgeschäft will der Konzern dort weiter ausbauen. Für diese Sparte sei das Land weiter "ein sehr wichtiger und zukunftsträchtiger Markt", sagte Koch .

Der Metro-Konzern steigerte den Umsatz von Oktober bis Dezember leicht um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Mittel mit Erlösen von rund 19,62 Milliarden Euro gerechnet. Im Gesamtjahr stand ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro in den Büchern – 1,2 Prozent mehr als noch 2011.

Koch hatte angekündigt, den Umsatz in seinem ersten Amtsjahr steigern zu wollen – und dieses Ziel anders als seine Gewinnprognose für 2012 nicht im Jahresverlauf revidiert. Im Oktober hatte Koch das Ziel eines operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren von rund 2,3 Milliarden Euro auf rund zwei Milliarden Euro gesenkt. Diese Ergebnisprognose bekräftigte der Konzern nun – und erklärte, sie umfasse auch den Verkauf von Immobilien in Frankreich.

Unter das Engagement der Elektronikmarkttochter Media-Saturn in China zieht Koch zudem wie erwartet einen Schlussstrich. Metro habe entschieden, die "Geschäftstätigkeit von Media-Saturn in China nicht fortzuführen und entsprechende bilanzielle Vorsorge zu treffen", teilte Metro mit.