16.01.13

Handelsriese

Metro fährt leichtes Umsatzplus ein - Rückzug aus China

Handelskonzern schließt seine Media Markt- und Saturn-Ketten im Reich der Mitte. Weihnachtsgeschäft erhöhte Erlöse im Ende 2012.

Foto: dpa/DPA
Metro Group
ARCHIV - Metro-Chef Olaf Koch bei der Hauptversammlung des Konzerns in Düssledorf (Foto vom 23.05.2012). Was die Bundesliga im Fußball ist, ist der Leitindex Dax für deutsche Aktiengesellschaften. Anfang September entscheidet die Deutsche Börse über mögliche Auf- und Absteiger. Dabei geht es auch um den Handelsriesen Metro. Beobachter sehen den Klassenerhalt angesichts des niedrigen Aktienkurses als gefährdet. Vorstandschef Olaf Koch will sich von der anstehenden Dax-Prüfung nicht aus seinem Konzept bringen lassen. Der Konzernumbau soll wie geplant fortgesetzt werden. Aktionärsschützer geben Rückendeckung für noch höhere Sparziele und radikale Veränderungen. Foto: Caroline Seidel dpa/lnw +++(c) dpa - Bildfunk+++

Düsseldorf. Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat im ersten Amtsjahr seines neuen Chefs Olaf Koch auch dank leichter Zuwächse im Weihnachtsgeschäft den Umsatz gesteigert.

Vor allem die Elektronikketten Media Markt und Saturn legten zu. Sie steigerten ihren Quartalsumsatz um 1,3 Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Dagegen schrumpfte der Umsatz der Warenhaustochter Kaufhof um 2,9 Prozent auf eine Milliarde Euro. Unter warmen Wetter hatte zum Quartalsbeginn die Nachfrage nach Bekleidung gelitten. Die Metro-Großhandelsmärkte und der Lebensmittelhändler Real erzielten leichte Umsatzzuwächse.

In China konnte sich die Kette indes nicht durchsetzen: Metro beendet das China-Engagement seiner Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn. Zwei Jahre nach der Eröffnung der ersten Filialen in Schanghai kündigte Metro-Chef Koch den Rückzug der Elektrohändler aus der Volksrepublik an.

Ursprünglich hatte der Konzern gehofft, in China mehrere Hundert Filialen eröffnen zu können. Doch erwies sich der Wettbewerb auf dem heißumkämpften Markt für die Newcomer aus Deutschland als zu hart. Experten gehen davon aus, dass der Rückzug den Konzern noch einmal mehr als 100 Millionen Euro kosten dürfte.

Das Aus für die Elektronikmarktketten bedeutet allerdings keinen kompletten Rückzug des größten deutschen Handelskonzerns aus China. Sein Großhandelsgeschäft will der Konzern dort weiter ausbauen. Für diese Sparte sei das Land weiter "ein sehr wichtiger und zukunftsträchtiger Markt", sagte Koch .

Der Metro-Konzern steigerte den Umsatz von Oktober bis Dezember leicht um 0,5 Prozent auf 19,4 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten im Mittel mit Erlösen von rund 19,62 Milliarden Euro gerechnet. Im Gesamtjahr stand ein Umsatz von 66,7 Milliarden Euro in den Büchern – 1,2 Prozent mehr als noch 2011.

Koch hatte angekündigt, den Umsatz in seinem ersten Amtsjahr steigern zu wollen – und dieses Ziel anders als seine Gewinnprognose für 2012 nicht im Jahresverlauf revidiert. Im Oktober hatte Koch das Ziel eines operativen Gewinns (Ebit) vor Sonderfaktoren von rund 2,3 Milliarden Euro auf rund zwei Milliarden Euro gesenkt. Diese Ergebnisprognose bekräftigte der Konzern nun – und erklärte, sie umfasse auch den Verkauf von Immobilien in Frankreich.

Unter das Engagement der Elektronikmarkttochter Media-Saturn in China zieht Koch zudem wie erwartet einen Schlussstrich. Metro habe entschieden, die "Geschäftstätigkeit von Media-Saturn in China nicht fortzuführen und entsprechende bilanzielle Vorsorge zu treffen", teilte Metro mit.

Metro: Ein Handelsriese im Umbau
Metro: Ein Handelsriese im Umbau
Der Handelsriese Metro hat viele Baustellen. Vorstandschef Olaf Koch hat dem rund 280 000 Mitarbeiter zählenden Düsseldorfer Konzern im Frühjahr eine neue Strategie verpasst.
Mit gezielten Preissenkungen auf der einen und Kosteneinsparungen auf der anderen Seite soll es mit Umsatz und Gewinn wieder aufwärtsgehen.
Die Metro AG muss in Krisenzeiten aggressiver um Kunden werben. Sparprogramme infolge der Staatsschuldenkrise und eine hohe Arbeitslosigkeit dämpfen in vielen Ländern Europas die Konsumfreude.
Die neue Strategie zeigt nach Metro-Einschätzung mit einem Umsatzanstieg im zweiten Quartal 2012 schon Wirkung. Unter dem Strich stand im ersten Halbjahr 2012 durch Preissenkungen und Sondereffekte ein Verlust.
Traditionell fährt der Handelskonzern aber den Großteil seiner Gewinne in der zweiten Jahreshälfte ein. Eine steigende Nachfrage und Kosteneinsparungen sollen im Gesamtjahr 2012 das bereinigte operative Ergebnis stabil halten.
In Verwaltungsbereichen des Konzerns ist der Abbau von weltweit rund 1200 Stellen geplant.
Kern des Konzerns ist das Metro-Großhandelsgeschäft, das für fast die Hälfte des Konzernumsatzes von 67 Milliarden Euro (2011) steht.
Media-Saturn ("Media Markt", "Saturn", "Redcoon") ist die zweitgrößte Tochter, die erst spät auf den Internetboom aufgesprungen ist.
Beim Lebensmittelhändler Real spricht Metro unbestätigten Informationen zufolge mit Interessenten über einen Verkauf des Auslandsgeschäftes.
Nicht mehr zum Kerngeschäft der Metro zählt bereits seit Jahren die Warenhaustochter Kaufhof, deren Verkauf aber derzeit auf Eis liegt. (dpa)
Metro AG – ein Handelskonzern mit vielen Baustellen
Metro AG – ein Handelskonzern mit vielen Baustellen
Kern des Handelskonzerns Metro ist das gleichnamige Großhandelsgeschäft (Metro Cash & Carry). Die Märkte für Gewerbetreibende stehen für fast die Hälfte des Konzernumsatzes von 67 Milliarden Euro (2011) und für 44 Prozent des operativen Gewinns. Schon seit Jahren wird am deutschen Großhandelsgeschäft gefeilt.
Media-Saturn ("Media Markt", "Saturn", "Redcoon") ist die zweitgrößte Tochter. Europas führender Elektronikhändler ist erst spät auf das Internetgeschäft aufgesprungen. Metro kann mit einem Anteilsbesitz von gut 75 Prozent nicht durchregieren. Um Vetorechte von Minderheitsgesellschafter Erich Kellerhals tobt ein Streit.
Beim Lebensmittelhändler Real hat der Metro-Vorstand nach früheren Angaben mehrere Optionen von Verkauf, Teilverkauf bis Verbleib im Düsseldorfer Konzern.
Den lange Zeit vehement verfolgten Verkauf der Warenhauskette Kaufhof legte der neue Konzernchef Olaf Koch im Januar vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den Kapitalmärkten auf Eis.
Unter Kochs Vorgänger Eckhard Cordes wurde der Konzern 2009 einem milliardenschweren Sparprogramm ("Shape") unterzogen, in dessen Verlauf weltweit etwa 19 000 Arbeitsplätze gestrichen wurden.
Koch gab vor zwei Monaten ein Einsparpotenzial von 100 Millionen Euro im Düsseldorfer Verwaltungskomplex bekannt.
Zudem ist ein Abbau von etwa 280 Stellen in der Zentrale des deutschen Großhandels geplant. (dpa)
(rtr/dpa/dapd/abendblatt.de)
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