14.01.13

Frauen am Arbeitsmarkt

Immer mehr Frauen arbeiten – Quote steigt auf 72 Prozent

Drei von vier Frauen zwischen 15 und 64 Jahren haben in Deutschland einen Job. Nur in Skandinavien ist die Erwerbsquote mit 78 Prozent höher.

Foto: pa/dpa-tmn
Berufstätige Frau
2000 hatten in Deutschland 63 Prozent der Frauen einen Job, 2011 lag die Quote bereits bei 72 Prozent

Berlin. In Deutschland kommen einer Studie zufolge immer mehr Frauen in Lohn und Brot. Hatten im Jahr 2000 nur 63 Prozent einen Job, so seien es 2011 schon 72 Prozent gewesen, hieß es in der am Montag veröffentlichten Untersuchung des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

"Aufgrund des demografischen Wandels muss Deutschland das Beschäftigungspotenzial von Frauen besser nutzen - und das ist in den vergangenen zehn Jahren auch gelungen", sagte IW-Direktor Hüther.

"Nur in skandinavischen Ländern ist die Erwerbsquote der Frauen höher." In Schweden liege sie beispielsweise bei 78 Prozent, im EU-Schnitt dagegen nur bei 65 Prozent.

Der Beschäftigungszuwachs der vergangenen Jahre sei auf eine zunehmende Teilzeitbeschäftigung zurückzuführen. Seit 2006 sei aber auch der Anteil der Frauen gesunken, die nur deshalb in Teilzeit arbeiten, weil sie keine Aussicht auf eine Vollzeitstelle haben.

Der Gehaltsunterschied zwischen Frauen und Männern beträgt nach IW-Berechnungen derzeit weniger als zwei Prozent. Zwar habe der Bruttostundenverdienst von Frauen 2011 um 25 Prozent unter dem von Männern gelegen.

Würden aber Faktoren wie Bildungsstand, Wohnregion, Alter, Dauer der Betriebszugehörigkeit, Unternehmensgröße, Art der beruflichen Tätigkeit oder Berufserfahrung berücksichtigt, schmelze die Lohnlücke auf rund elf Prozent.

Sie sinke weiter, wenn Frauen nach familienbedingter Auszeit rasch wieder in den Job zurückkehrten. Bei Arbeitnehmerinnen mit einer Auszeit von maximal 18 Monaten liege der Verdienstunterschied nur noch bei knapp zwei Prozent.

Frauenförderung in Unternehmen: Zahlen & Fakten
Zahlen und Fakten zu Frauenförderung in Unternehmen: Die großen Unternehmen in Deutschland holen bei der Frauenförderung auf, wie die Unternehmensberatung McKinsey in einer Studie ermittelte. Doch viele Programme sind relativ neu und zeigen noch kaum Wirkung. Zentrale Ergebnisse der Studie:
Investitionen:
Vier von fünf Unternehmen geben Geld für die Unterstützung von Frauen aus. Entscheidend für den Erfolg ist allerdings nicht das Engagement der Vorstände, sondern vor allem die Bereitwilligkeit der zweiten und dritten Führungsebene. Hier jedoch spielt das Thema Frauenförderung zumeist noch keine Rolle.
Beruf & Familie:
In fast alle größeren Unternehmen (98 Prozent) sind die Arbeitszeiten flexibel und es gibt Möglichkeiten, von Zuhause aus zu arbeiten. Doch besteht eine große Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, denn nur in jedem vierten Unternehmen (28 Prozent) sind die familienfreundlichen Arbeitsbedingungen auch "umfassend umgesetzt". Ähnlich sieht es bei der Kinderbetreuung aus: Die meisten Firmen (89 Prozent) bieten Aufsicht für die Kleinen an – doch wiederum gilt diese Firmenpolitik nur bei wenigen (17 Prozent) als "umfassend umgesetzt".
Führungskräfte:
Auf der Karriereleiter gibt es von Stufe zu Stufe weniger Frauen. Etwa 31 Prozent aller Mitarbeiter in den befragten Großunternehmen sind weiblich, auf der Ebene der Abteilungsleiter sind es nur noch 14 Prozent. Zwar gibt es oft interne Frauenquoten, doch nur gut ein Viertel der Unternehmen erfüllt diese selbstgesteckten Ziele.
Vorstände:
Nur 3 Prozent der Vorstandsposten sind mit Frauen besetzt. Doch beginnt ein langsamer Wandel: Im vergangenen Jahr waren 16 Prozent der neuen Dax-Vorstände Frauen. (dpa)
(rtr/abendblatt.de)
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