09.01.13

Quartalssaison in den USA

Sparplan führt Alcoa zurück in die Gewinnzone

Der US-Aluminiumkonzern verdient wieder Geld: 242 Millionen Dollar Gewinn im vierten Quartal. Bilanz gilt als Gradmesser für die Weltwirtschaft.

Foto: dapd
Alcoa veroeffentlicht Quartalsergebnis
Der deutsche Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld leitet den größten US-Aluminiumkonzern Alcoa

New York. Kräftige Einsparungen haben den größten US-Aluminiumkonzern Alcoa wieder zurück in die schwarzen Zahlen geführt. Der Tritt auf die Kostenbremse habe die niedrigen Aluminiumpreise im vierten Quartal wettgemacht, teilte das vom deutschen Ex-Siemens-Chef Klaus Kleinfeld geleitete Unternehmen am Dienstagabend mit.

Der Nettogewinn lag bei 242 Millionen Dollar nachdem vor einem Jahr noch ein Verlust von 191 Millionen Dollar angefallen war und erfüllte die Erwartungen. Für 2013 zeigte sich der Weltmarktzweite hinter dem russischen Branchenprimus Rusal verhalten optimistisch. Der globale Aluminium-Absatz dürfte dank reger Nachfrage aus der Luftfahrt- und der Bau-Branche leicht zulegen. Der immer noch ungelöste Haushaltsstreit in den USA sorge aber für Verunsicherung vor allem bei Kunden aus der Rüstungsbranche.

Der Konzern aus Pittsburgh, der viele Schlüsselindustrien beliefert und deshalb als Gradmesser für die Weltwirtschaft gilt, sorgte damit für einen positiven Start in die US-Bilanzsaison. Denn auch bei den Anlegern kamen Ergebnis und Ausblick gut an: Die Alcoa-Aktie legte nachbörslich 1,3 Prozent zu. "Ich kann mir nicht vorstellen, was hätte besser laufen können", sagte Analyst Charles Bradford. Alcoas Ergebnis sei genau, wie er es erwartet habe. Tim Ghriskey von Solaris zeigte sich ebenfalls zufrieden: "Ich denke, das war ein gutes solides Quartal."

Alcoa eröffnet traditionell die Berichtssaison in den USA und steht wegen seiner verschiedensten Kunden aus der Auto-, Luftfahrt- und Verbraucherelektronikbranche immer unter besonderer Beobachtung. Für dieses Jahr rechnet das Unternehmen mit einem Wachstum in den Branchen, die es beliefert. Bei der globalen Nachfrage nach Aluminium erwartet es ein Plus von sieben Prozent, nach sechs Prozent 2012.

Ohne den Sonderertrag aus einem Spartenverkauf traf der Nettogewinn mit 64 Millionen Dollar exakt die Markterwartungen. Mit seinem Umsatz übertraf sie Alcoa sogar, obwohl er wegen des gesunkenen Aluminiumpreises um 1,5 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar zurückging. Derzeit liegt der Preis für eine Tonne bei etwa 2067 Dollar, hat sich damit aber bereits von seinem Sommertief von weniger als 2000 Dollar wieder erholt. Kleinfeld äußerte sich zufrieden: "Wir haben schwankende Metallpreise und weltweite Instabilität bewältigt, um unsere Ziele im vierten Jahr in Folge zu erreichen." Alcoa starte aus einer "starken Position" ins neue Jahr. "Eine Unsicherheit bleibt aber, das ist die Unsicherheit über den US-Haushalt", sagte Kleinfeld. "Und dies hat möglicherweise Folgen, vor allem für die Rüstungsausgaben."

Auf Kurs sieht sich der Konzern auch mit seinem Sparplan. Die Kosten konnte Alcoa mit Produktionskürzungen und Werksschließungen um zwölf Prozent senken. Vor allem ein Zurückfahren der Fertigung in den Euro-Krisenländern Spanien und Italien habe dazu beigetragen, sagte Kleinfeld. Die weiteren Einsparungen wird der Konzern bald mit einem neuen Finanzchef angehen. Nach 13 Jahren im Unternehmen gibt Charles McLane diesen Posten im August ab. Nachfolger des 58-Jährigen wird William Oplinger, der bislang als Vorstand für das Tagesgeschäft (COO) zuständig ist.

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