08.01.13

Erste Anleihe

Rettungsschirm ESM sammelt 1,9 Milliarden Euro ein

Die erste Auktion des ständigen Rettungsfonds ist auf großes Interesse bei Anlegern gestoßen. ESM verdient Geld – Investoren zahlen Prämie.

Foto: dapd/DAPD
Rettungsschirm
Der neue Euro-Rettungsschirm ESM hat bei seinem ersten Auftritt am Finanzmarkt knapp zwei Milliarden Euro bei Investoren eingesammelt

Berlin. Der neue Euro-Rettungsschirm ESM stößt beim ersten Verkauf einer kurzlaufenden Anleihe auf großes Interesse der Anleger. Der Fonds sammelte am Dienstag 1,93 Milliarden Euro ein und verdiente bei der Kreditaufnahme sogar Geld.

Denn die Investoren nahmen für die Papiere mit drei Monaten Laufzeit eine negative Durchschnittsrendite von 0,0324 Prozent in Kauf und zahlten damit faktisch eine Prämie für ihre Geldanlage. "Das ist keine Überraschung und passt ins allgemeine Marktumfeld", sagte Postbank-Analyst Heinrich Bayer. Denn zuletzt hätten auch Staaten wie Deutschland, Frankreich oder die Niederlande von der Flucht der Investoren in sichere Analgen profitiert. Japan kündigte an, bei ESM-Emissionen zuzugreifen, um die Finanzstabilität in Europa zu stützen.

Die 17 Euro-Länder haben den ESM Anfang Oktober nach zweijährigen Verhandlungen und Krisenberatungen in Kraft gesetzt. Er soll als dauerhaftes Instrument den vorläufigen Fonds EFSF ablösen und angeschlagenen Ländern im Währungsraum mit Finanzhilfen über die Schuldenkrise hinweghelfen. Der in Luxemburg beheimatete ESM hat einen Kapitalstock von 700 Milliarden Euro. Der Topf soll bis zu 500 Milliarden Euro an Krediten vergeben können. Da das Geld in Tranchen einbezahlt wird, ist die Obergrenze zunächst 200 Milliarden Euro.

Die Versteigerung der ESM-Papiere stieß auf großes Interesse der Anleger. Die Nachfrage übertraf das Angebot deutlich, die Emission war 3,2-fach überzeichnet. "Der Erfolg der heutigen ESM-Auktion zeigt, dass die Investoren voll und ganz damit zufrieden sind, dass der ESM das EFSF-Programm mit kurzer Laufzeit übernimmt", sagte ESM-Finanzchef Christophe Frankel. Auch für Postbank-Experte Bayer war es keine Überraschung, dass die Anleger in den unsicheren Zeiten der Schuldenkrise auf eine hohe Rendite verzichten. "Man ist froh, das man sein Geld aufbewahrt bekommt und zahlt dafür sogar eine Prämie."

Auch Japan will künftig in ESM-Bonds investieren. Finanzminister Taro Aso erklärte in Tokio, sein Land wolle helfen, die Finanzstabilität in Europa zu sichern. Dies stablisiere auch Währungen wie den Yen. "Japan wird kontinuierlich einen Teil der ESM-Anleihen kaufen und dabei seine ausländischen Währungsreserven nutzen", sagte Aso.

(rtr)
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