28.12.12

Preiserhöhung

Sekthersteller sagen steigende Preise voraus

Kosten für Grundwein und Energie haben deutlich angezogen. Kellereien sind mit dem abgelaufenen Jahr bei Umsatz und Qualität zufrieden.

Von Andrea Löbbecke
Foto: dpa
Handgerüttelter Sekt hat seinen Preis. Doch auch die kleinen Winzerbetriebe freuen sich derzeit über eine hohe Nachfrage nach ihren Produkten
Handgerüttelter Sekt hat seinen Preis. Doch auch die kleinen Winzerbetriebe freuen sich derzeit über eine hohe Nachfrage nach ihren Produkten

Wiesbaden. Der Dezember ist ein Spitzenmonat für Sektproduzenten. Denn kurz vor dem Jahreswechsel erlebt die Branche ihren geschäftlichen Höhepunkt. Sektliebhaber sollten sich möglichst jetzt noch mit Flaschen für die kommenden Monate eindecken. Denn sie müssen sich im kommenden Jahr auf Preiserhöhungen einstellen. Der Grund: Die Kellereien haben unter den EU-weit steigenden Preisen für Grundwein gelitten, aus dem Sekt hergestellt wird, sagt der Geschäftsführer des Verbands Deutscher Sektkellereien, Ralf Peter Müller. "Kleine Ernten treiben die Preise nach oben." In deutschen Kellereien wird Grundwein unter anderem aus Frankreich, Italien und Spanien verarbeitet.

Während deutsche Winzer 2012 eine Erntemenge nur knapp unter dem Durchschnitt der vergangenen Jahre einfahren konnten, waren die Erträge in vielen anderen Ländern der Europäischen Union deutlich schmaler. "Die aktuelle Schätzung der Kommission für die EU-Weinerzeugung für 2012 liegt bei 145 Millionen Hektoliter", teilte das Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin mit. Insgesamt werde mengenmäßig die mit Abstand kleinste Ernte seit dem EU-Beitritt von Spanien und Portugal im Jahr 1986 erwartet.

Die deutschen Sekthersteller konnten sich 2012 über relativ gute Geschäfte freuen. "Das Jahr wird mit großer Wahrscheinlichkeit mit einer schwarzen Null enden", sagte Müller. Die Kellereien schauten grundsätzlich optimistisch in die Zukunft. "Die konjunkturellen Bedingungen sind ja derzeit recht positiv, und da gibt es die ein oder andere Gelegenheit, wo man auch mal anstößt", sagte Müller.

"Wir sind mit der Sektlaune der Deutschen für 2012 zufrieden", erklärte auch der Vorstandssprecher der Sektkellerei Schloss Wachenheim, Wilhelm Seiler, in Trier. Im Trend seien Rosésekt, alkoholfreier Sekt und weinhaltige Mischgetränke. "Wir gehen davon aus, dass der Sektabsatz zu Silvester 2012 auf dem hohen Niveau des Vorjahres liegt." Trotz der anhaltend hohen Rohstoffpreise und gestiegener Weinpreise für die Ernte 2012 blicke er zuversichtlich ins neue Jahr. Zu möglichen Preiserhöhungen wollte sich das Unternehmen aus kartellrechtlichen Gründen nicht äußern.

Der Sektmarkt in Deutschland könne 2012 aller Voraussicht nach erneut wachsen, teilte Henkell & Co. Sektkellerei KG in Wiesbaden mit. Überproportional trugen hierzu die Marken aus deutschen Sektkellereien bei, die einen Anteil von mehr als 80 Prozent am Gesamtmarkt ausmachen. Der Trend zu Rosésekt dauere an, erklärte ein Henkell-Sprecher. Lagen diese zuvor jahrzehntelang bei einem Marktanteil von um die zwei Prozent, kletterte dieser zuletzt auf mehr als zwölf Prozent. Sorge bereiten Henkell nach eigenen Angaben die dramatisch gestiegenen Energie- und Weinpreise, die zu Preisanpassungen führen werden.

Die Angebote der großen Kellereien und Winzersekt aus kleineren Weingütern ergänzen sich nach der Einschätzung von Verbandschef Müller "ganz wundervoll". "Sekt ist ja das Getränk, das mit die größte Vielfalt bietet." Während die großen Häuser in der Lage seien, den Bedarf für die breite Masse zu decken, könnten die Winzer mehr auf Vielfalt setzen. Dies sei ein gutes Nebeneinander.

"Was uns auszeichnet ist der Facettenreichtum", sagte Winzer Stefan Braunewell aus Essenheim nahe Mainz. "Dass man viele verschiedene Rebsorten hat, viele Spielwiesen für ganz besondere Sachen, dass ein Sekt aus dem Barrique kommen kann oder auch mal zehn Jahre gereift ist." 2012 sei ein ganz interessantes Sektjahr gewesen, sagte Braunewell. "Saftige Trauben, eine ordentliche Reife und eine ganz tolle Säure." Nach einer Reifezeit von drei bis fünf Jahren werde dies extrem spritzige Sekte ergeben.

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