21.12.12

Beitrag im Abendblatt Bischöfin Fehrs warnt vor Wachstums-Gläubigkeit

Bischöfin Kirsten Fehrs

Foto: Nordkirche/Marcelo HernandezNordkirche/Marcelo Hernandez

Bischöfin Kirsten Fehrs

Scharfe Kritik: Zu streng auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft produziere zu viel Müll, Schulden, Ungerechtigkeit und Tod", so Fehrs.

Hamburg. Die evangelische Bischöfin für Hamburg und Lübeck, Kirsten Fehrs, hat die streng auf Wachstum ausgerichtete Wirtschaft scharf kritisiert. "Die mit dem Ende der Ost-West-Konfrontation und ihrer Atomrüstung abgetretene Apokalypse-Drohung hat sich fast lautlos durch die Hintertür wieder auf die Bühne geschlichen. Ohne Killerviren oder Meteoriteneinschläge. Es ist unsere Art des Wirtschaftens, die zum Problem geworden ist. Sie produziert zu viel Müll, Schulden, Ungerechtigkeit und Tod", schrieb Fehrs in einem Beitrag für das Hamburger Abendblatt.

Die Wachstumswirtschaft stoße schon allein aus innerökonomischen Gründen an Grenzen. "Dazu kommt, dass die soziale Ungleichheit in den letzten Jahrzehnten rasant zugenommen hat. Das ist nicht nur ungerecht, sondern zerreißt Gesellschaften", so Fehrs weiter. Die Bischöfin fordert ein neues Denken. "Wir werden generell unsere Lebensgewohnheiten verändern müssen. Wie die Energiewende werden wir auch eine soziale Wende nicht zum Nulltarif bekommen", schreibt sie.

"Und das ist nichts weniger als ein Paradigmenwechsel, der jeder und jedem Einzelnen abverlangt, Ressourcen schonend und damit letztlich bescheidener zu konsumieren", so Fehrs.