21.12.12

Deutsche Bank Alle inhaftierten Bank-Mitarbeiter wieder frei

Krisenexperte: Deutsche Bank sollte verdaechtige Mitarbeiter behalten

Foto: dapd

Krisenexperte: Deutsche Bank sollte verdaechtige Mitarbeiter behalten Foto: dapd

Trotz der Freilassung der Banker, laufen die Ermittlungen weiter. Finanzminister Schäuble rechnet unterdessen mit schneller Aufklärung.

Frankfurt/Berlin. Gut eine Woche nach der Groß-Razzia bei der Deutschen Bank sind alle inhaftierten Mitarbeiter wieder auf freiem Fuß. Es gebe keine Gefahr der Verdunkelung mehr, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Günter Wittig am Freitag.

Die Ermittlungen liefen mit Hochdruck weiter. Zuletzt hatten noch drei Deutsche-Banker in Untersuchungshaft gesessen - sie kamen am Donnerstagabend frei.

Insgesamt hatte die Staatsanwaltschaft vor mehr als einer Woche fünf Mitarbeiter des größten deutschen Geldhauses wegen des Verdachts der Geldwäsche und der Vertuschung festgenommen.

Rund 500 Polizisten und Steuerfahnder waren am 12. Dezember vor einer Woche am Hauptsitz des Instituts eingerückt. Die Razzia stand im Zusammenhang mit dem Verdacht auf Steuerbetrug beim Handel mit CO2-Zertifikaten.

Insgesamt wird gegen 25 Mitarbeiter der Bank ermittelt, darunter auch Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen und Finanzchef Stefan Krause.

Nur eine Woche nach der ersten Groß-Razzia gab am 19. Dezember es eine weitere Durchsuchung bei dem Geldhaus: Dieses Mal ging es um den Vorwurf des Prozessbetrugs gegen ehemalige Vorstände im Zusammenhang mit der Dauerfehde mit den Erben des verstorbenen Medienunternehmers Leo Kirch.

Finanzminister Schäuble: Deutsche Bank wird Vorgänge schnell aufklären

Nach den jüngsten Negativ-Schlagzeilen über die Deutsche Bank erwartet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) eine rasche Aufklärung durch das Institut. "Natürlich sind das alles keine guten Nachrichten, und ich mache mir Gedanken", sagte Schäuble.

"Aber ich habe die Zuversicht und das Vertrauen, dass die Verantwortlichen die Dinge ernst nehmen und möglichst schnell aufklären und abstellen." Eine stark auf Export orientierte deutsche Wirtschaft habe ein großes Interesse an leistungsfähigen Banken.

Aus Sicht von Schäuble ist Deutsche-Bank-Co-Chef Jürgen Fitschen nach wie vor der richtige Mann für die Spitze künftig auch des Bankenverbandes und damit als Ansprechpartner für die Politik.

Fitschen habe eingeräumt, dass sein Anruf bei Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Zusammenhang mit der Steuer-Razzia der Staatsanwaltschaft ein Fehler gewesen sei: "Wenn er zwei Tage später sein Bedauern ausspricht und sich entschuldigt, dann – so finde ich – ist auch wieder gut."