07.12.12

VDR-Jahresbilanz

Reederverband befürchtet massive Mehrbelastungen

Scharfe Kritik an neuer Besteuerung für Schiffs-Pools. Verband Deutscher Reeder sieht Pleitewelle kommen und fordert staatliche Hilfe.

Von Olaf Preuß
Foto: dpa
Hamburger Hafenwirtschaft fordert Rabatt für Großschiffe
Der Verband Deutscher Reeder (VDR) stellte jetzt in Hamburg die Bilanz für das Jahr 2012 vor. Die Branche leidet derzeit unter einer Krise und befürchtet eine Pleitewelle

Hamburg. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat die neue Form der Besteuerung für Schiffs-Pools am Donnerstag scharf kritisiert. Dies sei sein "unglaublicher Vorgang", sagte VDR-Präsident Michael Behrendt bei der Jahrespressekonferenz des Verbandes in Hamburg.

Hintergrund sind Steuerbescheide für Schiffs-Pools von Charterreedern, die nach Auffassung des Bundeszentralamtes für Steuern anders behandelt werden müssen als bislang.

Der VDR habe sich mit seiner Sicht im Finanzministerium nicht durchsetzen können, sagte Ralf Nagel, Geschäftsführendes Präsidiumsmitglied des Verbandes.

"Das Bundeszentralamt erkennt in der Bündelung von Schiffen in Pools nun eine klassische Versicherungsleistung, die Gesellschaften werden behandelt wie Versicherungsvereine auf Gegenseitigkeit", sagte Behrendt. Es seien bereits Steuerbescheide rückwirkend für die vergangenen sieben Jahre ergangen. Die Charterreeder bündeln Schiffe in Pools, um schwächere und stärkere Erträge einzelner Frachter besser ausgleichen zu können. Dies ist international üblich. Mit dem neuen Ansatz des Bundes werden nun 19 Prozent Steuern auf die Umsätze fällig. "Für einzelne größere Pools bedeutet das Nachzahlungen von zehn bis 15 Millionen Euro", sagte Behrendt. "Insgesamt geht es hier um Hunderte Millionen Euro an Steueraufkommen."

Üblicherweise werden Schiffe in Deutschland pauschal mit einem geringen Satz in Form der so genannten Tonnagesteuer besteuert. Nagel sagte, dass durch die neue Regelung viele Pools von Charterschiffen ins Ausland abwandern könnten. Die Schifffahrtsbranche leidet derzeit unter einer handfesten Krise, auch durch Überkapazitäten am Markt. Besonders trifft das die Charterreedereien, die ihre Schiffe an Linienreedereien wie Hapag-Lloyd vermieten. Hamburg ist weltweit der wichtigste Standort für Charterreedereien, die Containerschiffe vermieten.

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Deutsche Reeder in der Krise
  • Keine Staatliche Unterstützung

    Die deutschen Reeder fahren immer tiefer in die Krise und haben ihren Ruf nach staatlicher Unterstützung erneuert. „Die Charterreeder machen die wohl schwierigste Zeit durch, die sie je erlebt haben“, sagte der Präsident des Verbandes deutscher Reeder (VDR), Michael Behrendt, am Freitag in Hamburg. Er forderte „den begrenzten, befristeten und rückzahlbaren Einsatz“ der staatlichen Förderbank KfW. Genau das hatte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) vor wenigen Tagen abgelehnt. „Dass ein FDP-Bundesminister kleine und mittelständische Firmen im Regen stehenlässt, ist bemerkenswert“, sagte Verbandsgeschäftsführer Ralf Nagel.

     Nach Angaben von Behrendt steht eine Pleitewelle vor allem bei kleinen Reedern bevor, wenn Hilfe ausbleibt. Auslöser ist vor allem der Rückzug der Banken aus der Schiffsfinanzierung und ein gleichzeitiges Überangebot an Schiffen. Im Boom vor dem Jahr 2008 hatten die Reeder zu viele Neubauten bestellt, die nun auf den Markt kommen und die Charterraten, die Mietpreise für Schiffe, drücken. (dapd)

     

     

     

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